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Kamm, Harald (2014): Psychoanalytiker als Kriegskinder: der Einfluß einer Kindheit im Krieg und Nationalsozialismus auf die psychoanalytische Ausbildung. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Die hier vorgelegte Untersuchung geht der Frage nach, ob bei Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytikern, die zur Generation der Kriegskinder gehören, die Erfahrung, Auswirkung und Verarbeitung von Nationalsozialismus und Krieg in der psychoanalytischen Ausbildung und der eigenen Lehranalyse thematisiert werden konnten. Wie sind diese Erfahrungen, Auswirkungen und Verarbeitungsprozesse heute repräsentiert? Was sagen sie im Kriegskind-Interview dazu? Das halbstandardisierte Kriegskind-Interview des Forschungsprojektes „Kriegskindheit“ an der Ludwig-Maximilians-Universität wurde für die Analytiker-Studien um einen Fragenkomplex zur psychoanalytischen Sozialisation erweitert. Die aus vielfältigem Vorwissen abgeleitete implizite Hypothese, lautete, dass die Einflüsse und Belastungen aus der Kriegskindheit in der psychoanalytischen Ausbildung selten eine Rolle gespielt hatten und dass die Thematisierung oder Nichtthematisierung der Kriegskinderfahrung in der psychoanalytischen Ausbildung, besonders in der Lehranalyse, für die subjektive und inhaltliche Qualität der Berufsausübung, der Lehre und des interkollegialen Dialogs und Diskurses von Bedeutung ist.