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Konfirmatorische Studie zur klinischen Vergleichbarkeit der effektiven Anwendung von alloplastischem Hautersatz (Suprathel®) mit modifiziertem Polyurethan Folienverband in der Lokaltherapie von Spalthautentnahmestellen am Oberschenkel
Konfirmatorische Studie zur klinischen Vergleichbarkeit der effektiven Anwendung von alloplastischem Hautersatz (Suprathel®) mit modifiziertem Polyurethan Folienverband in der Lokaltherapie von Spalthautentnahmestellen am Oberschenkel
Hintergrund: Die Hebemorbidität nach Spalthauttransplantation kann zu erheblichen Problemen wie Schmerzen, verlängerte Reepithelisierungszeit, schlechter Narbenqualität sowie Wundheilungsstörungen führen. Verschiedene Arten zur Wundbehandlung der Spenderstelle stehen zur Verfügung. Die Studie vergleicht die Verwendung einer Polylactid-Membran (PLM) (Suprathel®, Polymedics, Denkendorf; Deutschland) und einer Polyurethanfolie (PU) (OpSite®, Smith&Nephew, London, UK) als Wundauflage für Spenderstellen von Spalthauttransplantaten. Methode: In dieser zweizentrischen, prospektiven und randomisierten Studie wurden 60 Patienten mit einer Ratio von 1:1 eingeschlossen. Nach der Hautentnahme am Oberschenkel erfolgte eine Versorgung mit der Polylactid-Membran (Suprathel®) (n=30) oder Polyurethanfolie (n=30). Die Narbenqualität wurde anhand der Vancouver Scar Scale (VSS) erhoben. Die Schmerzen wurden sowohl in Ruhe als auch während des Verbandwechsels und Mobilisation mittels der Visual Analog Scale (VAS) bewertet. Kosten und Anzahl der Verbände sowie die Eigenschaften der Narben (Juckreiz, Trockenheit und Steifheit) wurden einzeln dokumentiert. Die Lebensqualität konnte durch den spezifischen Fragebogen SF-36 nach dem ersten und dritten postoperativen Monat erhoben werden. Ergebnisse: In Bezug auf die Zeit bis zur vollständigen Reepithelisierung waren beide Wundauflagen gleichwertig. Die PLM-Wundauflage war bei der subjektiven Beurteilung der Menge an postoperativer Exsudation überlegen. Die Gesamtsumme der VSS war 3 Monate postoperativ in der PLM-Gruppe signifikant niedriger (p=0,049). Die Einzelparameter der VSS, Durchblutung und Pigmentierung, erhielten eine signifikant niedrigere Punktezahl bei PLM (p=0,028 und p=0,003). Schmerzen beim Wechsel des Wundverbandes und bei Mobilisierung waren bei Patienten in der PLM-Gruppe signifikant niedriger (p<0,001 und p=0,005). Darüber hinaus war die Anzahl der benötigten Verbandswechsel sowie der Zeitaufwand in der PLM-Gruppe signifikant geringer (p=0,018 und p<0,001). Hinsichtlich der Kosteneffizienz war die PU signifikant günstiger als PLM (Mittelwert [€]: Polyurethanfolie 67,83 (30,5), Suprathel® 162,79 (115), p<0.001). Schlussfolgerungen: Die PLM teilt viele Eigenschaften eines idealen Wundverbandes für die Spenderstelle einer Spalthautentnahme mit guter Wirkung auf Wundheilung und Schmerzreduktion. Obwohl die PLM weniger kosteneffizient ist als die PU, ist es aufgrund seines Komforts und seiner Wirksamkeit eine zuverlässige und solide Behandlungsalternative für Spalthauttransplantatentnahmestellen. Spezielle Gruppen wie Kinder oder multimorbide Patienten, können von den Vorteilen profitieren., Backround: Split-thickness skin grafting can lead to significant problems at the donor site wound such as pain, prolonged re-epithelialization time, scar outcome and wound healing problems. Several types of donor site wound dressings are available. This study compared the use of a polylactide membrane (PLM) (Suprathel®, Polymedics, Denkendorf; Deutschland) and a polyurethane film (PU) (OpSite®, Smith&Nephew, London, UK) as wound dressings for donor sites of split-thickness skin grafts. Methods: This multicenter, prospective, randomized study included 60 patients with a 1:1 ratio. Skin graft donor sites were treated with the polylactide membrane (Suprathel®) (n=30) versus polyurethane film (n=30). Scar quality was assessed using the Vancouver Scar Scale (VSS). Pain was assessed at rest, during dressing change and mobilization using the Visual Analog Scale (VAS). Cost and number of dressings as well as scar characteristics (itching, dryness, and stiffness) were documented individually. Quality of life could be assessed by the specific questionnaire SF-36 after the first and third postoperative month. Results: In terms of time to complete re-epithelialization, both wound dressings were equivalent. The PLM was clearly superior in assessing the amount of postoperative exudation. The total amount of VSS three months postoperatively was significantly lower in the PLM group (p=0.049). The individual parameters of VSS, vascularity and pigmentation, received a significantly lower score with PLM (p=0.028 and p=0.003). Pain during dressing change and mobilization was significantly lower in patients in the PLM group (p<0.001 and p=0.005). In addition, the number of dressing changes required, and the time were significantly lower in the PLM group (p=0.018 and p<0.001). In terms of cost effectiveness, PU was significantly cheaper compared to PLM (mean[€]:polyurethan film 67,83 (30,5), Suprathel® 162,79 (115), p<0.001). Conclusions: PLM shares many characteristics of an ideal wound dressing for the split-thickness skin graft donor site, with a good impact on wound healing and pain. Although it is less cost effective as the polyurethan film, the comfort and effectiveness of PLM makes it a reliable and solid treatment alternative when dealing with split-thickness skin graft donor sites. Special groups such as children or multimorbid patients, may benefit.
Spalthautentnahme, Suprathel
Lettner, Maria
2024
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Lettner, Maria (2024): Konfirmatorische Studie zur klinischen Vergleichbarkeit der effektiven Anwendung von alloplastischem Hautersatz (Suprathel®) mit modifiziertem Polyurethan Folienverband in der Lokaltherapie von Spalthautentnahmestellen am Oberschenkel. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Hintergrund: Die Hebemorbidität nach Spalthauttransplantation kann zu erheblichen Problemen wie Schmerzen, verlängerte Reepithelisierungszeit, schlechter Narbenqualität sowie Wundheilungsstörungen führen. Verschiedene Arten zur Wundbehandlung der Spenderstelle stehen zur Verfügung. Die Studie vergleicht die Verwendung einer Polylactid-Membran (PLM) (Suprathel®, Polymedics, Denkendorf; Deutschland) und einer Polyurethanfolie (PU) (OpSite®, Smith&Nephew, London, UK) als Wundauflage für Spenderstellen von Spalthauttransplantaten. Methode: In dieser zweizentrischen, prospektiven und randomisierten Studie wurden 60 Patienten mit einer Ratio von 1:1 eingeschlossen. Nach der Hautentnahme am Oberschenkel erfolgte eine Versorgung mit der Polylactid-Membran (Suprathel®) (n=30) oder Polyurethanfolie (n=30). Die Narbenqualität wurde anhand der Vancouver Scar Scale (VSS) erhoben. Die Schmerzen wurden sowohl in Ruhe als auch während des Verbandwechsels und Mobilisation mittels der Visual Analog Scale (VAS) bewertet. Kosten und Anzahl der Verbände sowie die Eigenschaften der Narben (Juckreiz, Trockenheit und Steifheit) wurden einzeln dokumentiert. Die Lebensqualität konnte durch den spezifischen Fragebogen SF-36 nach dem ersten und dritten postoperativen Monat erhoben werden. Ergebnisse: In Bezug auf die Zeit bis zur vollständigen Reepithelisierung waren beide Wundauflagen gleichwertig. Die PLM-Wundauflage war bei der subjektiven Beurteilung der Menge an postoperativer Exsudation überlegen. Die Gesamtsumme der VSS war 3 Monate postoperativ in der PLM-Gruppe signifikant niedriger (p=0,049). Die Einzelparameter der VSS, Durchblutung und Pigmentierung, erhielten eine signifikant niedrigere Punktezahl bei PLM (p=0,028 und p=0,003). Schmerzen beim Wechsel des Wundverbandes und bei Mobilisierung waren bei Patienten in der PLM-Gruppe signifikant niedriger (p<0,001 und p=0,005). Darüber hinaus war die Anzahl der benötigten Verbandswechsel sowie der Zeitaufwand in der PLM-Gruppe signifikant geringer (p=0,018 und p<0,001). Hinsichtlich der Kosteneffizienz war die PU signifikant günstiger als PLM (Mittelwert [€]: Polyurethanfolie 67,83 (30,5), Suprathel® 162,79 (115), p<0.001). Schlussfolgerungen: Die PLM teilt viele Eigenschaften eines idealen Wundverbandes für die Spenderstelle einer Spalthautentnahme mit guter Wirkung auf Wundheilung und Schmerzreduktion. Obwohl die PLM weniger kosteneffizient ist als die PU, ist es aufgrund seines Komforts und seiner Wirksamkeit eine zuverlässige und solide Behandlungsalternative für Spalthauttransplantatentnahmestellen. Spezielle Gruppen wie Kinder oder multimorbide Patienten, können von den Vorteilen profitieren.

Abstract

Backround: Split-thickness skin grafting can lead to significant problems at the donor site wound such as pain, prolonged re-epithelialization time, scar outcome and wound healing problems. Several types of donor site wound dressings are available. This study compared the use of a polylactide membrane (PLM) (Suprathel®, Polymedics, Denkendorf; Deutschland) and a polyurethane film (PU) (OpSite®, Smith&Nephew, London, UK) as wound dressings for donor sites of split-thickness skin grafts. Methods: This multicenter, prospective, randomized study included 60 patients with a 1:1 ratio. Skin graft donor sites were treated with the polylactide membrane (Suprathel®) (n=30) versus polyurethane film (n=30). Scar quality was assessed using the Vancouver Scar Scale (VSS). Pain was assessed at rest, during dressing change and mobilization using the Visual Analog Scale (VAS). Cost and number of dressings as well as scar characteristics (itching, dryness, and stiffness) were documented individually. Quality of life could be assessed by the specific questionnaire SF-36 after the first and third postoperative month. Results: In terms of time to complete re-epithelialization, both wound dressings were equivalent. The PLM was clearly superior in assessing the amount of postoperative exudation. The total amount of VSS three months postoperatively was significantly lower in the PLM group (p=0.049). The individual parameters of VSS, vascularity and pigmentation, received a significantly lower score with PLM (p=0.028 and p=0.003). Pain during dressing change and mobilization was significantly lower in patients in the PLM group (p<0.001 and p=0.005). In addition, the number of dressing changes required, and the time were significantly lower in the PLM group (p=0.018 and p<0.001). In terms of cost effectiveness, PU was significantly cheaper compared to PLM (mean[€]:polyurethan film 67,83 (30,5), Suprathel® 162,79 (115), p<0.001). Conclusions: PLM shares many characteristics of an ideal wound dressing for the split-thickness skin graft donor site, with a good impact on wound healing and pain. Although it is less cost effective as the polyurethan film, the comfort and effectiveness of PLM makes it a reliable and solid treatment alternative when dealing with split-thickness skin graft donor sites. Special groups such as children or multimorbid patients, may benefit.