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Disstress und Asthmasymptome bei Lehrkräften aus dem ländlichen und städtischen Bolivien. eine Querschnittsstudie
Disstress und Asthmasymptome bei Lehrkräften aus dem ländlichen und städtischen Bolivien. eine Querschnittsstudie
Hintergrund: In Anbetracht der vielen Lebenszeit, die der Mensch an seinem Arbeitsplatz verbringt, interessiert der arbeitsbedingte Disstress (negativer Stress) als Risikofaktor für die multifaktorielle Genese des Asthmas besonders. Ziel der hiesigen Arbeit war es, die Assoziation von Disstress am Arbeitsplatz Schule mit dem Asthmavorkommen zu untersuchen sowie die Beschreibung der Unterschiede zwischen Land und Stadt. Methodik: Im Herbst 2015 wurden 379 Lehrkräfte (Response 58%) aus 57 mittels Zufallsprinzip ausgewählten Schulen aus Sucre und aus der ländlichen Region Chuquisacas, Bolivien befragt. In dem 17-seitigen Fragebogen wurden soziodemographische Merkmale, Beschäftigungsmerkmale, Arbeitsbedingungen, psychische und physische Gesundheit anonymisiert abgefragt. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und Asthma mittels logistischer Regressionsmodelle. Ergebnisse: 17% (42 Frauen, 20 Männer) der Lehrkräfte berichteten über Asthma bronchiale. Der Land-Stadt-Vergleich zeigte, dass Lehrkräfte auf dem Land häufiger einem Ungleichgewicht zwischen geforderter Verausgabung und Belohnungen (ERI höchstes Quartil Land 33 % vs. Stadt 15 %; pchi2<0,001) ausgesetzt waren und vermehrt Mobbing (Land 28% vs. Stadt 13%; pchi2=0,001) erfuhren als ihre Kolleg*innen an städtischen Schulen. Vermehrte Mobbingerfahrung (OR: 1,72; 95 %-CI: 0,89-3,35) und eine geringe Arbeitsplatzsicherheit (OR: 1,96; 95 %-CI: 1,09-3,55) waren mit der Asthmaprävalenz assoziiert. Schlussfolgerung: Mobbing und geringe Arbeitsplatzsicherheit als arbeitsplatzbedingter Disstress hat einen negativen Einfluss auf die Asthmaprävalenz, wobei in Ländern des globalen Südens die ländlichen Regionen noch benachteiligter sind. Der Einfluss von Disstress auf chronische Erkrankungen wie Asthma sollte weiter untersucht werden, mit Rücksicht auf regionale Unterschiede, und künftig in präventiven oder therapeutischen Ansätzen berücksichtigt werden.
Disstress, Stress, arbeitsplatzbedingter Stress, Asthma, Lehrkräfte, urban/rural, städtisch/ländlich, Bolivien
Schön, Anabel
2023
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Schön, Anabel (2023): Disstress und Asthmasymptome bei Lehrkräften aus dem ländlichen und städtischen Bolivien: eine Querschnittsstudie. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Hintergrund: In Anbetracht der vielen Lebenszeit, die der Mensch an seinem Arbeitsplatz verbringt, interessiert der arbeitsbedingte Disstress (negativer Stress) als Risikofaktor für die multifaktorielle Genese des Asthmas besonders. Ziel der hiesigen Arbeit war es, die Assoziation von Disstress am Arbeitsplatz Schule mit dem Asthmavorkommen zu untersuchen sowie die Beschreibung der Unterschiede zwischen Land und Stadt. Methodik: Im Herbst 2015 wurden 379 Lehrkräfte (Response 58%) aus 57 mittels Zufallsprinzip ausgewählten Schulen aus Sucre und aus der ländlichen Region Chuquisacas, Bolivien befragt. In dem 17-seitigen Fragebogen wurden soziodemographische Merkmale, Beschäftigungsmerkmale, Arbeitsbedingungen, psychische und physische Gesundheit anonymisiert abgefragt. Untersucht wurde der Zusammenhang zwischen psychosozialen Faktoren und Asthma mittels logistischer Regressionsmodelle. Ergebnisse: 17% (42 Frauen, 20 Männer) der Lehrkräfte berichteten über Asthma bronchiale. Der Land-Stadt-Vergleich zeigte, dass Lehrkräfte auf dem Land häufiger einem Ungleichgewicht zwischen geforderter Verausgabung und Belohnungen (ERI höchstes Quartil Land 33 % vs. Stadt 15 %; pchi2<0,001) ausgesetzt waren und vermehrt Mobbing (Land 28% vs. Stadt 13%; pchi2=0,001) erfuhren als ihre Kolleg*innen an städtischen Schulen. Vermehrte Mobbingerfahrung (OR: 1,72; 95 %-CI: 0,89-3,35) und eine geringe Arbeitsplatzsicherheit (OR: 1,96; 95 %-CI: 1,09-3,55) waren mit der Asthmaprävalenz assoziiert. Schlussfolgerung: Mobbing und geringe Arbeitsplatzsicherheit als arbeitsplatzbedingter Disstress hat einen negativen Einfluss auf die Asthmaprävalenz, wobei in Ländern des globalen Südens die ländlichen Regionen noch benachteiligter sind. Der Einfluss von Disstress auf chronische Erkrankungen wie Asthma sollte weiter untersucht werden, mit Rücksicht auf regionale Unterschiede, und künftig in präventiven oder therapeutischen Ansätzen berücksichtigt werden.