Logo Logo
Help
Contact
Switch language to German
Vergleich der Compliance von Patienten mit diabetischem Makulaödem und Patienten mit Makulaödem infolge einer altersbedingten Makuladegeneration bei intravitrealer Anti-VEGF-Therapie im klinischen Alltag
Vergleich der Compliance von Patienten mit diabetischem Makulaödem und Patienten mit Makulaödem infolge einer altersbedingten Makuladegeneration bei intravitrealer Anti-VEGF-Therapie im klinischen Alltag
Sowohl die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) als auch das diabetische Makulaödem (DMÖ) sind Hauptursachen für Erblindungen in der westlichen Welt. Aufgrund steigender Prävalenz beider Krankheiten sowie hoher Therapiekosten sollte jede Möglichkeit der Therapieverbesserung eruiert werden. Die Therapietreue bzw. Compliance des Patienten kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Trotz zahlreicher Innovationen im diagnostischen und therapeutischen Bereich bleiben die Real-Life-Studienergebnisse häufig hinter denen aus klinischen Studien zurück, unter anderem weil die Mitarbeit der Patienten häufig unzureichend ist. Die vorliegende Arbeit vergleicht die Compliance von Patienten unter intravitrealer Medikamententherapie (IVOM) aufgrund einer AMD mit der Compliance von Patienten mit einem DMÖ. Es wurden in Telefoninterviews die Gründe für die mangelnde Compliance erfragt und anschließend deren Auswirkungen auf den Visus untersucht. Hierfür wurden 136 DMÖ-Patienten (Durchschnittsalter: 65 Jahre, Frauenanteil: 36 %) und 109 Patienten mit feuchter AMD (Durchschnittsalter: 76 Jahre, Frauenanteil: 59 %) selektiert. Erhoben wurden die Patientendaten mithilfe der Smart-Eye-Datenbank an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in München. Patienten, die ihren Termin in einem Zeitfenster von 14 Tagen vor oder nach vereinbartem Termin wahrnahmen, galten als compliant. Patienten, die ihren Termin mehr als 100 Tage nach dem vereinbarten Datum wahrnahmen bzw. gar nicht erschienen, galten als Therapieabbrecher. Der Bereich zwischen 14 Tagen und 100 Tagen wurde als ein verpasster Termin definiert. In dieser Studie zeigten die Kohorten eine vergleichbare Anzahl an intravitrealen Injektionen (durchschnittlich: AMD: 14,7, DMÖ: 13,9), an Besuchen (durchschnittlich: AMD: 22,4, DMÖ: 24,8) sowie eine vergleichbare Untersuchungsspanne (durchschnittlich: AMD: 22,3 Monate, DMÖ: 29,9 Monate). Beide Gruppen zeigten einen Anstieg an Therapieabbrüchen, je länger die Therapie andauerte. In beiden Gruppen waren Komorbiditäten der Hauptgrund für verpasste Termine bzw. Therapieabbrüche. Signifikante Unterschiede hinsichtlich der Compliance der Patientengruppen zeigten sich in der Anzahl der Therapieabbrüche (mindestens ein Therapieabbruch: AMD-Patienten: 22 %, DMÖ-Patienten: 46 %, p<0,001), dem Zeitraum zwischen angesetztem und wahrgenommenem Termin (durchschnittlich: AMD-Patienten: 28,8 Tage, DMÖ-Patienten: 33,4 Tage, p=0,013) sowie bei der Anzahl an verpassten Terminen (jeden Termin im angesetzten Zeitfenster wahrgenommen: AMD-Patienten: 50 %, Diabetes-Patienten: 35 %, p=0,017). Weiterhin fiel der Visus in der DMÖ-Gruppe mit steigender Anzahl an Therapieabbrüchen signifikant ab. Basierend auf diesen Daten kann angenommen werden, dass die Compliance eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Patienten spielt. Weitere Studien, welche die Compliance im Zusammenhang mit Fortschritten im Mobile-Health-Bereich sowie therapeutischen Innovationen untersuchen, bleiben abzuwarten.
Compliance, Anti-VEGF Therapie, DMÖ, AMD, Makulaödem,
Weiß, Maximilian Nikolai Joachim
2022
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Weiß, Maximilian Nikolai Joachim (2022): Vergleich der Compliance von Patienten mit diabetischem Makulaödem und Patienten mit Makulaödem infolge einer altersbedingten Makuladegeneration bei intravitrealer Anti-VEGF-Therapie im klinischen Alltag. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
[img]
Preview
PDF
Weiss_Maximilian_Nikolai_Joachim.pdf

2MB

Abstract

Sowohl die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) als auch das diabetische Makulaödem (DMÖ) sind Hauptursachen für Erblindungen in der westlichen Welt. Aufgrund steigender Prävalenz beider Krankheiten sowie hoher Therapiekosten sollte jede Möglichkeit der Therapieverbesserung eruiert werden. Die Therapietreue bzw. Compliance des Patienten kann hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Trotz zahlreicher Innovationen im diagnostischen und therapeutischen Bereich bleiben die Real-Life-Studienergebnisse häufig hinter denen aus klinischen Studien zurück, unter anderem weil die Mitarbeit der Patienten häufig unzureichend ist. Die vorliegende Arbeit vergleicht die Compliance von Patienten unter intravitrealer Medikamententherapie (IVOM) aufgrund einer AMD mit der Compliance von Patienten mit einem DMÖ. Es wurden in Telefoninterviews die Gründe für die mangelnde Compliance erfragt und anschließend deren Auswirkungen auf den Visus untersucht. Hierfür wurden 136 DMÖ-Patienten (Durchschnittsalter: 65 Jahre, Frauenanteil: 36 %) und 109 Patienten mit feuchter AMD (Durchschnittsalter: 76 Jahre, Frauenanteil: 59 %) selektiert. Erhoben wurden die Patientendaten mithilfe der Smart-Eye-Datenbank an der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) in München. Patienten, die ihren Termin in einem Zeitfenster von 14 Tagen vor oder nach vereinbartem Termin wahrnahmen, galten als compliant. Patienten, die ihren Termin mehr als 100 Tage nach dem vereinbarten Datum wahrnahmen bzw. gar nicht erschienen, galten als Therapieabbrecher. Der Bereich zwischen 14 Tagen und 100 Tagen wurde als ein verpasster Termin definiert. In dieser Studie zeigten die Kohorten eine vergleichbare Anzahl an intravitrealen Injektionen (durchschnittlich: AMD: 14,7, DMÖ: 13,9), an Besuchen (durchschnittlich: AMD: 22,4, DMÖ: 24,8) sowie eine vergleichbare Untersuchungsspanne (durchschnittlich: AMD: 22,3 Monate, DMÖ: 29,9 Monate). Beide Gruppen zeigten einen Anstieg an Therapieabbrüchen, je länger die Therapie andauerte. In beiden Gruppen waren Komorbiditäten der Hauptgrund für verpasste Termine bzw. Therapieabbrüche. Signifikante Unterschiede hinsichtlich der Compliance der Patientengruppen zeigten sich in der Anzahl der Therapieabbrüche (mindestens ein Therapieabbruch: AMD-Patienten: 22 %, DMÖ-Patienten: 46 %, p<0,001), dem Zeitraum zwischen angesetztem und wahrgenommenem Termin (durchschnittlich: AMD-Patienten: 28,8 Tage, DMÖ-Patienten: 33,4 Tage, p=0,013) sowie bei der Anzahl an verpassten Terminen (jeden Termin im angesetzten Zeitfenster wahrgenommen: AMD-Patienten: 50 %, Diabetes-Patienten: 35 %, p=0,017). Weiterhin fiel der Visus in der DMÖ-Gruppe mit steigender Anzahl an Therapieabbrüchen signifikant ab. Basierend auf diesen Daten kann angenommen werden, dass die Compliance eine wichtige Rolle bei der Behandlung der Patienten spielt. Weitere Studien, welche die Compliance im Zusammenhang mit Fortschritten im Mobile-Health-Bereich sowie therapeutischen Innovationen untersuchen, bleiben abzuwarten.