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Morphologische Veränderungen der Astrozyten bei Multipler Sklerose
Morphologische Veränderungen der Astrozyten bei Multipler Sklerose
Multiple Sklerose ist eine Krankheit, die die auf Myelin basierende Nervenisolation im Gehirn zerstört. Astrozyten haben sowohl einige protektive als auch inflammatorische Funktionen, jedoch sind viele Zusammenhänge noch nicht geklärt. Besonders die Wirkungen und die Beziehungen von Astrozyten auf Myelin bei Multipler Sklerose sind nicht abschließend geklärt. Astrozyten können nach einer Demyelinisierung die Remyelinisierung sowohl fördern als auch hemmen [9-13]. Mikroglia fördern die Remyelinisierung durch eine Phagozytose des defekten Myelins und auch bei Astrozyten gibt es erste Hinweise auf ein solches Verhalten (Tab. 13) [14]. Diese Arbeit hat zwei Ziele: Zum einen soll untersucht werden, welchen Einfluss Astrozyten auf Myelin bei Multipler Sklerose haben. Zum anderen soll versucht werden, eine Phagozytose von Myelin durch Astrozyten in einer Immunfluoreszenzfärbung darzustellen und damit Hinweise auf die Ursache und die Wirkung zu gewinnen. Mithilfe des Cuprizone-Modells erfolgte eine Demyelinisierung mit zwei- und dreidimensionaler Darstellung der Astrozyten und des Myelins. Anschließend erfolgte eine Färbung des Myelins und der Astrozyten, um den Anteil an Myelin innerhalb (Inside) und außerhalb (Outside) der Astrozytenfortsätze zu messen. Für die zweite Fragestellung wurden das gefärbte Myelin und die gefärbten Astrozyten in einer dreidimensionalen Darstellung in allen Ebenen untersucht. Es zeigte sich nicht nur der erwartete Verlust von Myelin bei längerer Cuprizone-Intoxikation, sondern auch ein signifikant geringerer Myelinanteil außerhalb der astrozytären Fortsätze (bei drei Wochen: innerhalb: 100% ± 2,3% vs. außerhalb: 88,1% ± 2,2%, Abb. 7 und Tab. 11). In der dreidimensionalen Darstellung konnte die Phagozytose des Myelins in den Astrozyten nachgewiesen werden. Die Funktion der Phagozytose von Myelin durch Astrozyten konnte noch nicht geklärt werden. Aus den Ergebnissen lässt sich allerdings schließen, dass Astrozyten bei einer frühen, akuten Demyelinisierung Myelin schützen. Möglicherweise geschieht dies über die Aufrechterhaltung eines Mikromilieus.
MS, Multiple Sklerose, Astrozyten, Cuprizone, Tiermodell, Phagozytose, Myelin
Cordier, Sebastian Max
2022
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Cordier, Sebastian Max (2022): Morphologische Veränderungen der Astrozyten bei Multipler Sklerose. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Multiple Sklerose ist eine Krankheit, die die auf Myelin basierende Nervenisolation im Gehirn zerstört. Astrozyten haben sowohl einige protektive als auch inflammatorische Funktionen, jedoch sind viele Zusammenhänge noch nicht geklärt. Besonders die Wirkungen und die Beziehungen von Astrozyten auf Myelin bei Multipler Sklerose sind nicht abschließend geklärt. Astrozyten können nach einer Demyelinisierung die Remyelinisierung sowohl fördern als auch hemmen [9-13]. Mikroglia fördern die Remyelinisierung durch eine Phagozytose des defekten Myelins und auch bei Astrozyten gibt es erste Hinweise auf ein solches Verhalten (Tab. 13) [14]. Diese Arbeit hat zwei Ziele: Zum einen soll untersucht werden, welchen Einfluss Astrozyten auf Myelin bei Multipler Sklerose haben. Zum anderen soll versucht werden, eine Phagozytose von Myelin durch Astrozyten in einer Immunfluoreszenzfärbung darzustellen und damit Hinweise auf die Ursache und die Wirkung zu gewinnen. Mithilfe des Cuprizone-Modells erfolgte eine Demyelinisierung mit zwei- und dreidimensionaler Darstellung der Astrozyten und des Myelins. Anschließend erfolgte eine Färbung des Myelins und der Astrozyten, um den Anteil an Myelin innerhalb (Inside) und außerhalb (Outside) der Astrozytenfortsätze zu messen. Für die zweite Fragestellung wurden das gefärbte Myelin und die gefärbten Astrozyten in einer dreidimensionalen Darstellung in allen Ebenen untersucht. Es zeigte sich nicht nur der erwartete Verlust von Myelin bei längerer Cuprizone-Intoxikation, sondern auch ein signifikant geringerer Myelinanteil außerhalb der astrozytären Fortsätze (bei drei Wochen: innerhalb: 100% ± 2,3% vs. außerhalb: 88,1% ± 2,2%, Abb. 7 und Tab. 11). In der dreidimensionalen Darstellung konnte die Phagozytose des Myelins in den Astrozyten nachgewiesen werden. Die Funktion der Phagozytose von Myelin durch Astrozyten konnte noch nicht geklärt werden. Aus den Ergebnissen lässt sich allerdings schließen, dass Astrozyten bei einer frühen, akuten Demyelinisierung Myelin schützen. Möglicherweise geschieht dies über die Aufrechterhaltung eines Mikromilieus.