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Vergleich verschiedener Hysterektomieformen hinsichtlich des peri- und postoperativen Verlaufs sowie der Patientenzufriedenheit
Vergleich verschiedener Hysterektomieformen hinsichtlich des peri- und postoperativen Verlaufs sowie der Patientenzufriedenheit
Das Ziel der Dissertation ist der Vergleich verschiedener Hysterektomieformen, die sich hinsichtlich der operativen Zugangswege (abdominale Hysterektomie [AH], vaginale Hysterektomie [VH], totale laparoskopische Hysterektomie [TLH], laparoskopische suprazervikale Hysterektomie [LASH], laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie [LAVH]) unterscheiden. Dazu wurden in einer retrospektiven Analyse sowohl die objektiven Aspekte zum peri- und postoperativen Verlauf als auch die Aspekte der subjektiven Beurteilung der Operationsmethoden von 395 Patientinnen im Zeitraum von 2013 bis 2015 zur Auswertung herangezogen. Methodik Parameter, die zur Beurteilung der verschiedenen Hysterektomietechniken berücksichtigt wurden, waren das Alter, das Körpergewicht, die Anzahl der Graviditäten und Paritäten der Patientinnen sowie die Indikation und Art der Operation. Zur Bewertung des operativen Verlaufs wurden die Dauer der Operation, das Gewicht des Uterus und die Frage zum Auftreten intraoperativer Komplikationen erfasst. Die Beurteilung des postoperativen Verlaufs erfolgte anhand der Dauer des postoperativen Schmerzmittelbedarfs und der Dauer des Krankenhausaufenthaltes. Eine subjektive Einschätzung der Operationsmethoden durch die Patientinnen wurde durch die Auswertung eines Fragebogens ermittelt. Es wurde nach den ursächlichen präoperativen Beschwerden, der Art der Gebärmutterentfernung und dem Erhalt des Gebärmutterhalses gefragt. Darüber hinaus wurde die Ausprägung der Beschwerden vor der Operation, deren Veränderung nach der Operation sowie Beschwerden im Zusammenhang mit einer Senkungs- oder Inkontinenzproblematik erfragt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Einschätzung zum Schmerzverlauf, zur Sexualität, zur Dauer der postoperativen Regenerationszeit und zur Zufriedenheit mit der Entscheidung zur Gebärmutterentfernung. Ergebnisse In der Studie wurde die AH signifikant weniger häufig durchgeführt als die VH, TLH oder LASH. Die Nachteile einer AH (erhöhte Komplikationsrate und Schmerzmittelbedarf, längere Regenerationszeit) wurden auch in dem erfassten Patientinnenkollektiv festgestellt. Beschriebene Vorteile der VH (kurze Operationsdauer, geringe Komplikationsrate) wurden ebenfalls beobachtet, die Unterschiede zu den anderen Methoden waren jedoch nicht bei jedem Parameter vorhanden. Bei den laparoskopischen Verfahren zeigte sich gegenüber der AH und VH unabhängig von der Methode ein geringerer Schmerzmittelbedarf und eine geringere Krankenhausaufenthaltsdauer. Den kürzesten Aufenthalt hatten Patientinnen nach einer LASH. Eine Komplikationsrate von 6 % wurde nur nach einer AH festgestellt. Nach einer VH und einer LASH wurden bei 98 % und nach einer TLH und einer LAVH bei 100 % aller Hysterektomien keine Komplikationen beobachtet. Die postoperative Befragung zu den Beschwerden nach der Operation, zu Veränderungen der Schmerzsymptomatik, der Sexualität, der postoperativen Regenerationszeit sowie zur Zufriedenheit mit der Entscheidung ergab in der durchgeführten Studie nur in wenigen Fällen nachweisbare Unterschiede zwischen den Operationsmethoden. Grundsätzlich führte die Operation jedoch bei mehr als 80 % der Patientinnen zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Im Vergleich zur AH und VH berichteten Patientinnen nach einer laparoskopischen Operation insgesamt von einer stärkeren Verbesserung der Beschwerden und der Schmerzsymptomatik. Insgesamt konnten mehr als 30 % der befragten Patientinnen keine Angaben zum Erhalt des Gebärmutterhalses machen. Informationen zu möglichen Ursachen (Art der Aufklärung der Patientin, Interesse am geplanten Eingriff, Bildungs- und Kenntnisstand) konnten in der Studie nicht erfasst werden. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zum Vergleich der fünf Hysterektomieformen spiegeln die Empfehlungen der Leitlinie der „Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe“ wider. Das betrifft sowohl die Indikationen für die einzelnen Methoden, als auch die peri- und postoperativen Parameter. Der hohe Anteil von 90 % an Patientinnen, die eine hohe und sehr hohe Zufriedenheit mit der Entscheidung zur Operation angaben, ist Ausdruck für den Erfolg der durchgeführten Hysterektomien. In der Studie wurde jedoch noch einmal die Notwendigkeit eines ausführlichen und die individuelle Situation der Patientin berücksichtigendes Aufklärungsgespräch deutlich. Darüber hinaus sollte in der postoperativen Phase neben der somatischen Nachsorge auch das psychische Befinden der Patientin Bestandteil der stationären Versorgung sein., The study aimed to compare various surgical techniques for hysterectomy which differ regarding their operational access: abdominal hysterectomy [AH], vaginal hysterectomy [VH], total laparascopic hysterectomy [TLH], laparascopic supracervical hysterectomy [LASH], laparascopically assisted vaginal hysterectomy [LAVH]. In a retrospective analysis objective aspects on peri- and postoperative performance as well as aspects on the subjective assessment of the techniques for hysterectomy of 395 patients in the period from 2013-2015 were considered. Methods Parameters used to assess the various techniques for hysterectomy were the age, body weight, the number of gravidities and parities of the patients as well as the indication and technique of hysterectomy. Criteria considered to evaluate the course of surgery were the duration of hysterectomy, weight of uterus and the occurrence of intraoperative complications. For the evaluation of the postoperative course of hysterectomy both duration of necessary medication of analgesics and duration of hospital stay were included. Subjective assessment of the techniques for hysterectomy by the patients was carried out by evaluating a questionnary. Information on causing preoperative disorders, the technique of hysterectomy and on preservation of the cervix uteri were requested. Furthermore, the degree of preoperative disorders, their change after surgery and symptoms in context with prolapse and incontinence were asked. Another focus was the assessment by patients on the course of pain, on sexuality, duration of postoperative recovery phase and on satisfaction with the decision for the hysterectomy. Results In this study AH was carried out significantly less frequently than VH, TLH or LASH. Disadvantages of AH (highest rate of complications and medication of analgesics, longest recovery phase) were also observed in the considered group of patients. Recognised advantages of VH (shortest operating time, low rate of complications) were determined, however, differences with other techniques were not obvious for all parameters. Laparoscopic techniques in general revealed a lower need for medication of analgesics and a lower length of stay in the hospital than AH and VH. The shortest length of stay showed patients after LASH. A complication rate of 6 % was observed only after AH. Following VH and LASH in 98 % and after TLH or LAVH in 100 % of the surgeries complications did not occur. Postoperative questioning regarding disorders after hysterectomy, changes in perception of pain, sexuality, duration of postoperative recovery phase as well as satisfaction with the decision for the hysterectomy revealed detectable differences between the techniques of hysterectomy in only a few cases. Hysterectomy, independent of the technique, resulted in a considerable improvement of disorders in more than 80 % of the patients. After laparoscopic hysterectomy patients reported a greater improvement of disorders and perception of pain than patients after AH and VH. More than 30 % of the patients were, however, not able to provide information on the preservation of the cervix uteri. Possible reasons for this (mode of information to patients, interest on the surgery, education and level of knowledge) could not be recorded in this study. Conclusions Results of this study on the comparison of five surgical techniques for hysterectomy reflect the recommendations of the „Guideline of the German Society of Gynecology and Obstetrics“. This applies to both the indications for the single techniques of hysterectomy as well as the peri- and postoperative parameters. The high proportion of 90 % of the patients reporting a high or very high satisfaction with the decision on the surgery reflects the particular success of the hysterectomy. However, also in this study the strong need for a comprehensive information which considers the individual situation of the patients became again evident. Furthermore, it might be recommended to consider in the postoperative phase of hysterectomy not only the physical aftercare of the patients but also the psychological state of health.
Not available
Methner, Rebecca Patricia
2022
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Methner, Rebecca Patricia (2022): Vergleich verschiedener Hysterektomieformen hinsichtlich des peri- und postoperativen Verlaufs sowie der Patientenzufriedenheit. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Das Ziel der Dissertation ist der Vergleich verschiedener Hysterektomieformen, die sich hinsichtlich der operativen Zugangswege (abdominale Hysterektomie [AH], vaginale Hysterektomie [VH], totale laparoskopische Hysterektomie [TLH], laparoskopische suprazervikale Hysterektomie [LASH], laparoskopisch assistierte vaginale Hysterektomie [LAVH]) unterscheiden. Dazu wurden in einer retrospektiven Analyse sowohl die objektiven Aspekte zum peri- und postoperativen Verlauf als auch die Aspekte der subjektiven Beurteilung der Operationsmethoden von 395 Patientinnen im Zeitraum von 2013 bis 2015 zur Auswertung herangezogen. Methodik Parameter, die zur Beurteilung der verschiedenen Hysterektomietechniken berücksichtigt wurden, waren das Alter, das Körpergewicht, die Anzahl der Graviditäten und Paritäten der Patientinnen sowie die Indikation und Art der Operation. Zur Bewertung des operativen Verlaufs wurden die Dauer der Operation, das Gewicht des Uterus und die Frage zum Auftreten intraoperativer Komplikationen erfasst. Die Beurteilung des postoperativen Verlaufs erfolgte anhand der Dauer des postoperativen Schmerzmittelbedarfs und der Dauer des Krankenhausaufenthaltes. Eine subjektive Einschätzung der Operationsmethoden durch die Patientinnen wurde durch die Auswertung eines Fragebogens ermittelt. Es wurde nach den ursächlichen präoperativen Beschwerden, der Art der Gebärmutterentfernung und dem Erhalt des Gebärmutterhalses gefragt. Darüber hinaus wurde die Ausprägung der Beschwerden vor der Operation, deren Veränderung nach der Operation sowie Beschwerden im Zusammenhang mit einer Senkungs- oder Inkontinenzproblematik erfragt. Ein weiterer Schwerpunkt war die Einschätzung zum Schmerzverlauf, zur Sexualität, zur Dauer der postoperativen Regenerationszeit und zur Zufriedenheit mit der Entscheidung zur Gebärmutterentfernung. Ergebnisse In der Studie wurde die AH signifikant weniger häufig durchgeführt als die VH, TLH oder LASH. Die Nachteile einer AH (erhöhte Komplikationsrate und Schmerzmittelbedarf, längere Regenerationszeit) wurden auch in dem erfassten Patientinnenkollektiv festgestellt. Beschriebene Vorteile der VH (kurze Operationsdauer, geringe Komplikationsrate) wurden ebenfalls beobachtet, die Unterschiede zu den anderen Methoden waren jedoch nicht bei jedem Parameter vorhanden. Bei den laparoskopischen Verfahren zeigte sich gegenüber der AH und VH unabhängig von der Methode ein geringerer Schmerzmittelbedarf und eine geringere Krankenhausaufenthaltsdauer. Den kürzesten Aufenthalt hatten Patientinnen nach einer LASH. Eine Komplikationsrate von 6 % wurde nur nach einer AH festgestellt. Nach einer VH und einer LASH wurden bei 98 % und nach einer TLH und einer LAVH bei 100 % aller Hysterektomien keine Komplikationen beobachtet. Die postoperative Befragung zu den Beschwerden nach der Operation, zu Veränderungen der Schmerzsymptomatik, der Sexualität, der postoperativen Regenerationszeit sowie zur Zufriedenheit mit der Entscheidung ergab in der durchgeführten Studie nur in wenigen Fällen nachweisbare Unterschiede zwischen den Operationsmethoden. Grundsätzlich führte die Operation jedoch bei mehr als 80 % der Patientinnen zu einer deutlichen Verbesserung der Beschwerden. Im Vergleich zur AH und VH berichteten Patientinnen nach einer laparoskopischen Operation insgesamt von einer stärkeren Verbesserung der Beschwerden und der Schmerzsymptomatik. Insgesamt konnten mehr als 30 % der befragten Patientinnen keine Angaben zum Erhalt des Gebärmutterhalses machen. Informationen zu möglichen Ursachen (Art der Aufklärung der Patientin, Interesse am geplanten Eingriff, Bildungs- und Kenntnisstand) konnten in der Studie nicht erfasst werden. Schlussfolgerungen Die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zum Vergleich der fünf Hysterektomieformen spiegeln die Empfehlungen der Leitlinie der „Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe“ wider. Das betrifft sowohl die Indikationen für die einzelnen Methoden, als auch die peri- und postoperativen Parameter. Der hohe Anteil von 90 % an Patientinnen, die eine hohe und sehr hohe Zufriedenheit mit der Entscheidung zur Operation angaben, ist Ausdruck für den Erfolg der durchgeführten Hysterektomien. In der Studie wurde jedoch noch einmal die Notwendigkeit eines ausführlichen und die individuelle Situation der Patientin berücksichtigendes Aufklärungsgespräch deutlich. Darüber hinaus sollte in der postoperativen Phase neben der somatischen Nachsorge auch das psychische Befinden der Patientin Bestandteil der stationären Versorgung sein.

Abstract

The study aimed to compare various surgical techniques for hysterectomy which differ regarding their operational access: abdominal hysterectomy [AH], vaginal hysterectomy [VH], total laparascopic hysterectomy [TLH], laparascopic supracervical hysterectomy [LASH], laparascopically assisted vaginal hysterectomy [LAVH]. In a retrospective analysis objective aspects on peri- and postoperative performance as well as aspects on the subjective assessment of the techniques for hysterectomy of 395 patients in the period from 2013-2015 were considered. Methods Parameters used to assess the various techniques for hysterectomy were the age, body weight, the number of gravidities and parities of the patients as well as the indication and technique of hysterectomy. Criteria considered to evaluate the course of surgery were the duration of hysterectomy, weight of uterus and the occurrence of intraoperative complications. For the evaluation of the postoperative course of hysterectomy both duration of necessary medication of analgesics and duration of hospital stay were included. Subjective assessment of the techniques for hysterectomy by the patients was carried out by evaluating a questionnary. Information on causing preoperative disorders, the technique of hysterectomy and on preservation of the cervix uteri were requested. Furthermore, the degree of preoperative disorders, their change after surgery and symptoms in context with prolapse and incontinence were asked. Another focus was the assessment by patients on the course of pain, on sexuality, duration of postoperative recovery phase and on satisfaction with the decision for the hysterectomy. Results In this study AH was carried out significantly less frequently than VH, TLH or LASH. Disadvantages of AH (highest rate of complications and medication of analgesics, longest recovery phase) were also observed in the considered group of patients. Recognised advantages of VH (shortest operating time, low rate of complications) were determined, however, differences with other techniques were not obvious for all parameters. Laparoscopic techniques in general revealed a lower need for medication of analgesics and a lower length of stay in the hospital than AH and VH. The shortest length of stay showed patients after LASH. A complication rate of 6 % was observed only after AH. Following VH and LASH in 98 % and after TLH or LAVH in 100 % of the surgeries complications did not occur. Postoperative questioning regarding disorders after hysterectomy, changes in perception of pain, sexuality, duration of postoperative recovery phase as well as satisfaction with the decision for the hysterectomy revealed detectable differences between the techniques of hysterectomy in only a few cases. Hysterectomy, independent of the technique, resulted in a considerable improvement of disorders in more than 80 % of the patients. After laparoscopic hysterectomy patients reported a greater improvement of disorders and perception of pain than patients after AH and VH. More than 30 % of the patients were, however, not able to provide information on the preservation of the cervix uteri. Possible reasons for this (mode of information to patients, interest on the surgery, education and level of knowledge) could not be recorded in this study. Conclusions Results of this study on the comparison of five surgical techniques for hysterectomy reflect the recommendations of the „Guideline of the German Society of Gynecology and Obstetrics“. This applies to both the indications for the single techniques of hysterectomy as well as the peri- and postoperative parameters. The high proportion of 90 % of the patients reporting a high or very high satisfaction with the decision on the surgery reflects the particular success of the hysterectomy. However, also in this study the strong need for a comprehensive information which considers the individual situation of the patients became again evident. Furthermore, it might be recommended to consider in the postoperative phase of hysterectomy not only the physical aftercare of the patients but also the psychological state of health.