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Verbesserung theoretischer und praktischer Fertigkeiten durch zertifizierte Ultraschall-Ausbildungskurse in der Anästhesie
Verbesserung theoretischer und praktischer Fertigkeiten durch zertifizierte Ultraschall-Ausbildungskurse in der Anästhesie
Hintergrund: Ultraschall wird zunehmend in der Anästhesie und Intensivmedizin eingesetzt. Die Ausbildung von Ärzten in ultraschallunterstützten Verfahren ist jedoch herausfordernd, weil dabei die Schwerpunkte sowohl auf der Vermittlung von theoretischem Wissen als auch auf dem Training von psychomotorischen Fähigkeiten liegen müssen. Zu Ausbildungszwecken wurde das modulare Konzept der Anästhesie Fokussierten Sonographie (AFS) von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) etabliert [1-5]. Da eine wissenschaftliche Validierung der fünf AFS-Module bislang noch nicht erfolgt war, sollte untersucht werden, ob die Teilnehmer DGAI-zertifizierter Ultraschallkurse einen theoretischen und praktischen Wissenszuwachs erfahren. Material und Methoden: Die fünf AFS Module wurden auf zwei Kurse à zwei Tage aufgeteilt. Kurs 1 beinhaltete die Grundlagen der Sonographie, Gefäßsonographie und Neurosonographie. Kurs 2 umfasste die transthorakale Kardiosonographie sowie die Sonographie von Thorax und Abdomen (e-FAST, extended focused assessment of sonography in trauma). Die Teilnehmer absolvierten für jeden Kurs jeweils einen Prä- sowie einen Postkurstest mit praktischen und theoretischen Aufgabestellungen. Zudem wurden Daten an Hand von Evaluationen erhoben. Nach Testung auf Normalverteilung wurden die Ergebnisse mit dem Mann-Whitney-Test oder dem paired-t-Test analysiert. Ergebnisse: Im Kurs 1 zeigte sich im theoretischen Test eine signifikante Verbesserung der Teilnehmer (p<0,0001). Die praktischen Übungen konnten signifikant schneller durchgeführt werden (p = 0,03). Die Qualität der ultraschallunterstützten Punktion verbesserte sich nicht (p = 0,52). Bei der Beschriftung der wesentlichen anatomischen Strukturen der Plexus axillaris konnte ebenfalls keine deutliche Verbesserung der Teilnehmer festgestellt werden (p = 0,29). Im Kurs 2 verbesserten sich die Teilnehmer im theoretischen Test und in der Diagnosestellung von Krankheitsbildern signifikant (p = 0,0079). Fazit: Die Studie zeigt, dass das AFS-Kursformat vor allem die theoretischen bzw. diagnostischen Kenntnisse der Teilnehmer verbessert. Im Bereich der psychomotorischen Fähigkeiten konnten, trotz zahlreicher Übungsstationen, nur begrenzte Verbesserungen aufgezeigt werden. Daher müssen diese im Ausbildungskonzept, z.B. durch ein dem Kurs angegliedertes klinisches Training, intensiver geschult werden.
Ultraschall, Ultraschallausbildung, Anästhesie, Intensivmedizin
Stark, Katrin
2021
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Stark, Katrin (2021): Verbesserung theoretischer und praktischer Fertigkeiten durch zertifizierte Ultraschall-Ausbildungskurse in der Anästhesie. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Hintergrund: Ultraschall wird zunehmend in der Anästhesie und Intensivmedizin eingesetzt. Die Ausbildung von Ärzten in ultraschallunterstützten Verfahren ist jedoch herausfordernd, weil dabei die Schwerpunkte sowohl auf der Vermittlung von theoretischem Wissen als auch auf dem Training von psychomotorischen Fähigkeiten liegen müssen. Zu Ausbildungszwecken wurde das modulare Konzept der Anästhesie Fokussierten Sonographie (AFS) von der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) etabliert [1-5]. Da eine wissenschaftliche Validierung der fünf AFS-Module bislang noch nicht erfolgt war, sollte untersucht werden, ob die Teilnehmer DGAI-zertifizierter Ultraschallkurse einen theoretischen und praktischen Wissenszuwachs erfahren. Material und Methoden: Die fünf AFS Module wurden auf zwei Kurse à zwei Tage aufgeteilt. Kurs 1 beinhaltete die Grundlagen der Sonographie, Gefäßsonographie und Neurosonographie. Kurs 2 umfasste die transthorakale Kardiosonographie sowie die Sonographie von Thorax und Abdomen (e-FAST, extended focused assessment of sonography in trauma). Die Teilnehmer absolvierten für jeden Kurs jeweils einen Prä- sowie einen Postkurstest mit praktischen und theoretischen Aufgabestellungen. Zudem wurden Daten an Hand von Evaluationen erhoben. Nach Testung auf Normalverteilung wurden die Ergebnisse mit dem Mann-Whitney-Test oder dem paired-t-Test analysiert. Ergebnisse: Im Kurs 1 zeigte sich im theoretischen Test eine signifikante Verbesserung der Teilnehmer (p<0,0001). Die praktischen Übungen konnten signifikant schneller durchgeführt werden (p = 0,03). Die Qualität der ultraschallunterstützten Punktion verbesserte sich nicht (p = 0,52). Bei der Beschriftung der wesentlichen anatomischen Strukturen der Plexus axillaris konnte ebenfalls keine deutliche Verbesserung der Teilnehmer festgestellt werden (p = 0,29). Im Kurs 2 verbesserten sich die Teilnehmer im theoretischen Test und in der Diagnosestellung von Krankheitsbildern signifikant (p = 0,0079). Fazit: Die Studie zeigt, dass das AFS-Kursformat vor allem die theoretischen bzw. diagnostischen Kenntnisse der Teilnehmer verbessert. Im Bereich der psychomotorischen Fähigkeiten konnten, trotz zahlreicher Übungsstationen, nur begrenzte Verbesserungen aufgezeigt werden. Daher müssen diese im Ausbildungskonzept, z.B. durch ein dem Kurs angegliedertes klinisches Training, intensiver geschult werden.