Logo Logo
Help
Contact
Switch language to German
Eignung des Antiseptikums Polyhexanid im in-vitro Biofilm-Modell zur Bekämpfung pathogener Erreger der Mundhöhle
Eignung des Antiseptikums Polyhexanid im in-vitro Biofilm-Modell zur Bekämpfung pathogener Erreger der Mundhöhle
Pathogene Erreger der Mundhöhle spielen eine wichtige Rolle in der Ätiologie der meisten intraoralen Erkrankungen. Zur Unterstützung der Plaque- und Mikroorganismenbekämpfung haben sich Desinfektionslösungen bewährt. Gerade im professionellen Rahmen stellt Chlorhexidin den Goldstandard in der intraoralen Desinfektion dar. Bei vielen unerwünschten Arzneimittelreaktionen ist es sinnvoll, nach Alternativen zu forschen. In dieser Arbeit sollte der Frage nachgegangen werden, in wie weit sich polihexanidhaltige Lösungen zur Bekämpfung intraoraler Leiterreger der Karies, Parodontitis und der intraoralen Wundheilungsstörung im in-vitro Modell eignen. Hierzu wurden monokulturelle Biofilme aus jeweils Candida albicans, Streptococcus mutans, Actinomyces naeslundii, Aggregatibacter actinomycetemcomitans, MRSA und Fusobacterium nucleatum auf artifiziellem Hydroxylapatit angezüchtet. Anschließend folgte eine Desinfektion mit Listerine, chorhexidin-, beziehungsweise polihexanidhaltigen Lösungen und hiernach eine Spülung mit Kochsalzlösung. Im Anschluss erfolgte eine Anzucht der überlebenden koloniebildenden Einheiten und Auszählen derselben. Um die Anwendung in der zahnärztlichen beziehungsweise oralchirurgischen Praxis zu imitieren, wurden alle Versuche zusätzlich mit einer durch Eintauchen in defibriniertes Schafsblut simulierten Blutkontamination wiederholt. In der statistischen Auswertung der gewonnen Daten konnte gezeigt werden, dass sich polihexanidhaltige Lösungen im Vergleich zu chorhexidinhaltigen Lösungen in Bezug auf Reduktion der koloniebildenden Einheiten als ebenbürtig, in einigen Fällen sogar effektiver, zeigten. Gerade bei gleichzeitiger Kontamination mit Blut erwiesen sich die polihexanidhaltigen Lösungen als im in-vitro Modell wirksam. Den in-vitro Ergebnissen dieser Arbeit nach eignet sich das Antiseptikum Polihexanid gut in der Bekämpfung pathogener Erreger der Mundhöhle.
Not available
Tolksdorf, Konrad
2021
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Tolksdorf, Konrad (2021): Eignung des Antiseptikums Polyhexanid im in-vitro Biofilm-Modell zur Bekämpfung pathogener Erreger der Mundhöhle. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
[img]
Preview
PDF
Tolksdorf_Konrad.pdf

2MB

Abstract

Pathogene Erreger der Mundhöhle spielen eine wichtige Rolle in der Ätiologie der meisten intraoralen Erkrankungen. Zur Unterstützung der Plaque- und Mikroorganismenbekämpfung haben sich Desinfektionslösungen bewährt. Gerade im professionellen Rahmen stellt Chlorhexidin den Goldstandard in der intraoralen Desinfektion dar. Bei vielen unerwünschten Arzneimittelreaktionen ist es sinnvoll, nach Alternativen zu forschen. In dieser Arbeit sollte der Frage nachgegangen werden, in wie weit sich polihexanidhaltige Lösungen zur Bekämpfung intraoraler Leiterreger der Karies, Parodontitis und der intraoralen Wundheilungsstörung im in-vitro Modell eignen. Hierzu wurden monokulturelle Biofilme aus jeweils Candida albicans, Streptococcus mutans, Actinomyces naeslundii, Aggregatibacter actinomycetemcomitans, MRSA und Fusobacterium nucleatum auf artifiziellem Hydroxylapatit angezüchtet. Anschließend folgte eine Desinfektion mit Listerine, chorhexidin-, beziehungsweise polihexanidhaltigen Lösungen und hiernach eine Spülung mit Kochsalzlösung. Im Anschluss erfolgte eine Anzucht der überlebenden koloniebildenden Einheiten und Auszählen derselben. Um die Anwendung in der zahnärztlichen beziehungsweise oralchirurgischen Praxis zu imitieren, wurden alle Versuche zusätzlich mit einer durch Eintauchen in defibriniertes Schafsblut simulierten Blutkontamination wiederholt. In der statistischen Auswertung der gewonnen Daten konnte gezeigt werden, dass sich polihexanidhaltige Lösungen im Vergleich zu chorhexidinhaltigen Lösungen in Bezug auf Reduktion der koloniebildenden Einheiten als ebenbürtig, in einigen Fällen sogar effektiver, zeigten. Gerade bei gleichzeitiger Kontamination mit Blut erwiesen sich die polihexanidhaltigen Lösungen als im in-vitro Modell wirksam. Den in-vitro Ergebnissen dieser Arbeit nach eignet sich das Antiseptikum Polihexanid gut in der Bekämpfung pathogener Erreger der Mundhöhle.