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The effects of multitasking on stress and situational awareness: A multi-source study in the Emergency Department
The effects of multitasking on stress and situational awareness: A multi-source study in the Emergency Department
Emergency Department (ED) providers work in a complex environment, where unknown patients with unknown, sometimes severe diseases need to be taken care of with sometimes minimal time resources. This makes it unavoidable to frequently execute tasks concurrently. The aim of this study was to investigate the prevalence of Multitasking (MT) in an ED as well as the impact of MT on ED providers’ stress and their Situational Awareness (SA). And finally, we aimed at identifying both possible dangers for patients’ safety and also potential for better patient care. A mixed-methods approach was used by observing physicians and nurses in a German interdisciplinary ED during 80 sessions of 90 minutes, respectively. We systematically observed which tasks the providers were performing concurrently (i.e., MT proportion). These findings were compared to the results of a questionnaire completed by the observed provider after each session. We additionally assessed further workload parameters in the ED. On average, ED providers performed MT for 6 minutes per hour (physicians: 8 minutes, nurses: 5 minutes). Most common tasks involved in MT were documentation and communication with patients or colleagues. Self-assessed stress levels were at 2 out of 4 points with low variance. Nurses reported significantly higher stress levels with increasing number of patients; physicians’ stress levels were not associated with any of the workload parameters. Physicians reported higher SA when performing MT to a larger extend, and also when treating high-risk patients. Concerning the individual SA-questions, the impact was judged most prominent on predicting future developments resulting from their efforts. This study shows that MT forms a significant part of ED providers’ daily work. MT as well as professional challenges seem to stimulate ED providers‘ SA with the obvious goal to improve diagnostic and therapeutic decisions. We also found that not all tasks can be combined easily with each other. Based on our findings, we suggest that ED providers are aware of and trained systematically in MT to minimize potential risks of serious mistakes., Mitarbeiter in Notaufnahmen arbeiten in einem komplexen Arbeitsumfeld. Unbekannte Patienten mit teils kritischen Krankheitsbildern müssen in kurzer Zeit untersucht und zumindest anbehandelt werden. Hierbei werden häufig mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausgeführt. Ziel dieser Studie war, herauszufinden wie häufig Multitasking (MT) angewandt wird und ob MT Auswirkungen auf das Stressempfinden der Mitarbeiter sowie deren Situationsbewusstsein hat. Letztendlich sollten mögliche Risiken für die Patientensicherheit, aber auch Chancen für eine bessere Patientenversorgung aufgezeigt werden. In der interdisziplinären Notaufnahme eines kommunalen Krankenhauses der Maximalversorgung wurden Ärzte und Pflegekräfte in 80 Arbeitseinheiten von je 90 Minuten beobachtet und systematisch alle Tätigkeiten notiert. Zusammen mit einem im Anschluss an jede Beobachtungseinheit durch die beobachtete Person ausgefüllten Fragebogen sowie unabhängig erhobenen Daten über die Auslastung der Notaufnahme wurden daraus Schlüsse zu Stressempfinden sowie Situationsempfinden der Mitarbeiter gezogen. Die Mitarbeiter der Notaufnahme führten im Schnitt während mehr als 6 Minuten pro Stunde mehrere Tätigkeiten gleichzeitig aus (ärztliches Personal: 8 Minuten, pflegendes Personal: 5 Minuten). Häufigste MT waren dokumentierende Tätigkeiten und Gespräche mit Patienten oder Kollegen. Der Stress-Pegel war bei allen Gruppen konstant bei etwa 2 von 4 Punkten. Für das pflegende Personal ergaben sich mit steigendem Patientenaufkommen höhere Stress-Pegel, für das ärztliche Personal war kein Einfluss dieser untersuchten Faktoren feststellbar. Für das ärztliche Personal verbesserte sich das Situationsbewusstsein einerseits mit steigendem Zeitanteil von Multitasking und andererseits ebenfalls mit einer steigenden Anzahl an Hochrisikopatienten. Für die Einzelfragen zeigte sich eine Zunahme des Situationsbewusstseins in Bezug auf das Voraussehen der zu erwartenden Entwicklungen. Diese Studie zeigt, dass Multitasking, ebenso wie der Anteil von Hochrisikopatienten mit einem gesteigerten Situationsbewusstsein des Personals einhergehen. Möglicherweise, um Entscheidungen zu Diagnose und Therapie zu verbessern. Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass nicht alle Tätigkeiten beliebig kombiniert werden können. Im klinischen Alltag sollten die Risiken von Multitasking bewusst gemacht oder auch gezielt trainiert werden, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden.
Emergency Department, Multitasking, Stress, Situational Awareness, physicians, nurses
Augenstein, Tobias
2020
English
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Augenstein, Tobias (2020): The effects of multitasking on stress and situational awareness: A multi-source study in the Emergency Department. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Emergency Department (ED) providers work in a complex environment, where unknown patients with unknown, sometimes severe diseases need to be taken care of with sometimes minimal time resources. This makes it unavoidable to frequently execute tasks concurrently. The aim of this study was to investigate the prevalence of Multitasking (MT) in an ED as well as the impact of MT on ED providers’ stress and their Situational Awareness (SA). And finally, we aimed at identifying both possible dangers for patients’ safety and also potential for better patient care. A mixed-methods approach was used by observing physicians and nurses in a German interdisciplinary ED during 80 sessions of 90 minutes, respectively. We systematically observed which tasks the providers were performing concurrently (i.e., MT proportion). These findings were compared to the results of a questionnaire completed by the observed provider after each session. We additionally assessed further workload parameters in the ED. On average, ED providers performed MT for 6 minutes per hour (physicians: 8 minutes, nurses: 5 minutes). Most common tasks involved in MT were documentation and communication with patients or colleagues. Self-assessed stress levels were at 2 out of 4 points with low variance. Nurses reported significantly higher stress levels with increasing number of patients; physicians’ stress levels were not associated with any of the workload parameters. Physicians reported higher SA when performing MT to a larger extend, and also when treating high-risk patients. Concerning the individual SA-questions, the impact was judged most prominent on predicting future developments resulting from their efforts. This study shows that MT forms a significant part of ED providers’ daily work. MT as well as professional challenges seem to stimulate ED providers‘ SA with the obvious goal to improve diagnostic and therapeutic decisions. We also found that not all tasks can be combined easily with each other. Based on our findings, we suggest that ED providers are aware of and trained systematically in MT to minimize potential risks of serious mistakes.

Abstract

Mitarbeiter in Notaufnahmen arbeiten in einem komplexen Arbeitsumfeld. Unbekannte Patienten mit teils kritischen Krankheitsbildern müssen in kurzer Zeit untersucht und zumindest anbehandelt werden. Hierbei werden häufig mehrere Tätigkeiten gleichzeitig ausgeführt. Ziel dieser Studie war, herauszufinden wie häufig Multitasking (MT) angewandt wird und ob MT Auswirkungen auf das Stressempfinden der Mitarbeiter sowie deren Situationsbewusstsein hat. Letztendlich sollten mögliche Risiken für die Patientensicherheit, aber auch Chancen für eine bessere Patientenversorgung aufgezeigt werden. In der interdisziplinären Notaufnahme eines kommunalen Krankenhauses der Maximalversorgung wurden Ärzte und Pflegekräfte in 80 Arbeitseinheiten von je 90 Minuten beobachtet und systematisch alle Tätigkeiten notiert. Zusammen mit einem im Anschluss an jede Beobachtungseinheit durch die beobachtete Person ausgefüllten Fragebogen sowie unabhängig erhobenen Daten über die Auslastung der Notaufnahme wurden daraus Schlüsse zu Stressempfinden sowie Situationsempfinden der Mitarbeiter gezogen. Die Mitarbeiter der Notaufnahme führten im Schnitt während mehr als 6 Minuten pro Stunde mehrere Tätigkeiten gleichzeitig aus (ärztliches Personal: 8 Minuten, pflegendes Personal: 5 Minuten). Häufigste MT waren dokumentierende Tätigkeiten und Gespräche mit Patienten oder Kollegen. Der Stress-Pegel war bei allen Gruppen konstant bei etwa 2 von 4 Punkten. Für das pflegende Personal ergaben sich mit steigendem Patientenaufkommen höhere Stress-Pegel, für das ärztliche Personal war kein Einfluss dieser untersuchten Faktoren feststellbar. Für das ärztliche Personal verbesserte sich das Situationsbewusstsein einerseits mit steigendem Zeitanteil von Multitasking und andererseits ebenfalls mit einer steigenden Anzahl an Hochrisikopatienten. Für die Einzelfragen zeigte sich eine Zunahme des Situationsbewusstseins in Bezug auf das Voraussehen der zu erwartenden Entwicklungen. Diese Studie zeigt, dass Multitasking, ebenso wie der Anteil von Hochrisikopatienten mit einem gesteigerten Situationsbewusstsein des Personals einhergehen. Möglicherweise, um Entscheidungen zu Diagnose und Therapie zu verbessern. Unsere Beobachtungen deuten darauf hin, dass nicht alle Tätigkeiten beliebig kombiniert werden können. Im klinischen Alltag sollten die Risiken von Multitasking bewusst gemacht oder auch gezielt trainiert werden, um schwerwiegende Fehler zu vermeiden.