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Verhältnisprävention nichtübertragbarer Krankheiten. internationale Evidenz und Umsetzung in Deutschland
Verhältnisprävention nichtübertragbarer Krankheiten. internationale Evidenz und Umsetzung in Deutschland
Hintergrund: Seit 1800 hat sich in Deutschland und weltweit die Lebenserwartung bei Geburt mehr als verdoppelt. Das Potential verhältnispräventiver Ansätze, zur Vermeidung von Krankheit und vorzeitigen Tod beizutragen, ist auch heute noch nicht ausgeschöpft. Methodik: Mit einer systematischen Übersichtarbeit mit Meta-Analyse – einem Cochrane-Review – wurde die internationale Evidenz zur Wirksamkeit verhältnispräventiver Ansätze zur Reduktion des Süßgetränkekonsums gesammelt und ausgewertet. In mehreren Einzelprojekten wurde mit Methoden der qualitativen Inhaltsanalyse und unter Nutzung etablierter internationaler methodischer Rahmenwerke untersucht, inwieweit wissenschaftliche Empfehlungen zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Eingang in den politischen Diskurs und die politische sowie gesellschaftliche Praxis in Deutschland gefunden haben. Durch Nutzung von Ansätzen der Co-Produktion von Evidenz wurde ein Beitrag zur Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik und Praxis in Deutschland geleistet. Ergebnisse: Die verfügbare Evidenz zeigt, dass es skalierbare, effektive Maßnahmen zur Reduktion des Süßgetränkekonsums auf Bevölkerungsebene gibt, wobei die Zuverlässigkeit der Evidenz variabel ist und relevante Forschungslücken festzustellen sind. Wissenschaftliche Empfehlungen zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten finden zunehmend Eingang in Politik und Praxis in Deutschland, doch ist die Umsetzung weiterhin lückenhaft. Die Einbindung von Evidenznutzern in den Forschungsprozess kann helfen, die Translation von Forschungsergebnissen zu unterstützen. Schlussfolgerungen: Verhältnispräventive Ansätze können einen Beitrag zur Reduktion des Süßgetränkekonsums auf Bevölkerungsebene leisten. Vermehrte Anstrengungen sind nötig, um die Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Politik und Praxis der Prävention in Deutschland zu fördern., Background: Life expectancy at birth has more than doubled since 1800 in Germany and worldwide. The potential of environmental approaches to prevention and health promotion has not yet been fully realized. Methods: A systematic review with meta-analysis – a Cochrane review – was conducted to synthesize the evidence regarding the effectiveness of environmental interventions to reduce the consumption of sugar-sweetened beverages. In several side-projects, qualitative content analysis and internationally established methodological frameworks were used to analyze to what extent scientific recommendations on the prevention of non-communicable diseases have entered the political discourse and societal practice in Germany. Co-production approaches were used to facilitate the translation of evidence into policy and practice in Germany. Results: The available evidence shows that scalable, effective interventions for reducing the consumption of sugar-sweetened beverages on a population level exist, but the certainty of evidence varies, and relevant research gaps remain. Scientific recommendations on the prevention of non-communicable diseases are increasingly taken into account in policy and practice in Germany, but implementation remains patchy. Engaging evidence users in the research process can help to translate evidence into policy and practice. Conclusions: Environmental interventions can contribute to reducing the consumption of sugar-sweetened beverages on a population level. Increased efforts are needed to promote the uptake of scientific evidence on effective policies for the prevention of non-communicable diseases in Germany.
Gesundheitsförderung, Prävention, nichtübertragbare Krankheiten, Umsetzung, Deutschland
Philipsborn, Peter von
2020
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Philipsborn, Peter von (2020): Verhältnisprävention nichtübertragbarer Krankheiten: internationale Evidenz und Umsetzung in Deutschland. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Hintergrund: Seit 1800 hat sich in Deutschland und weltweit die Lebenserwartung bei Geburt mehr als verdoppelt. Das Potential verhältnispräventiver Ansätze, zur Vermeidung von Krankheit und vorzeitigen Tod beizutragen, ist auch heute noch nicht ausgeschöpft. Methodik: Mit einer systematischen Übersichtarbeit mit Meta-Analyse – einem Cochrane-Review – wurde die internationale Evidenz zur Wirksamkeit verhältnispräventiver Ansätze zur Reduktion des Süßgetränkekonsums gesammelt und ausgewertet. In mehreren Einzelprojekten wurde mit Methoden der qualitativen Inhaltsanalyse und unter Nutzung etablierter internationaler methodischer Rahmenwerke untersucht, inwieweit wissenschaftliche Empfehlungen zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten Eingang in den politischen Diskurs und die politische sowie gesellschaftliche Praxis in Deutschland gefunden haben. Durch Nutzung von Ansätzen der Co-Produktion von Evidenz wurde ein Beitrag zur Translation wissenschaftlicher Erkenntnisse in Politik und Praxis in Deutschland geleistet. Ergebnisse: Die verfügbare Evidenz zeigt, dass es skalierbare, effektive Maßnahmen zur Reduktion des Süßgetränkekonsums auf Bevölkerungsebene gibt, wobei die Zuverlässigkeit der Evidenz variabel ist und relevante Forschungslücken festzustellen sind. Wissenschaftliche Empfehlungen zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten finden zunehmend Eingang in Politik und Praxis in Deutschland, doch ist die Umsetzung weiterhin lückenhaft. Die Einbindung von Evidenznutzern in den Forschungsprozess kann helfen, die Translation von Forschungsergebnissen zu unterstützen. Schlussfolgerungen: Verhältnispräventive Ansätze können einen Beitrag zur Reduktion des Süßgetränkekonsums auf Bevölkerungsebene leisten. Vermehrte Anstrengungen sind nötig, um die Berücksichtigung wissenschaftlicher Erkenntnisse in der Politik und Praxis der Prävention in Deutschland zu fördern.

Abstract

Background: Life expectancy at birth has more than doubled since 1800 in Germany and worldwide. The potential of environmental approaches to prevention and health promotion has not yet been fully realized. Methods: A systematic review with meta-analysis – a Cochrane review – was conducted to synthesize the evidence regarding the effectiveness of environmental interventions to reduce the consumption of sugar-sweetened beverages. In several side-projects, qualitative content analysis and internationally established methodological frameworks were used to analyze to what extent scientific recommendations on the prevention of non-communicable diseases have entered the political discourse and societal practice in Germany. Co-production approaches were used to facilitate the translation of evidence into policy and practice in Germany. Results: The available evidence shows that scalable, effective interventions for reducing the consumption of sugar-sweetened beverages on a population level exist, but the certainty of evidence varies, and relevant research gaps remain. Scientific recommendations on the prevention of non-communicable diseases are increasingly taken into account in policy and practice in Germany, but implementation remains patchy. Engaging evidence users in the research process can help to translate evidence into policy and practice. Conclusions: Environmental interventions can contribute to reducing the consumption of sugar-sweetened beverages on a population level. Increased efforts are needed to promote the uptake of scientific evidence on effective policies for the prevention of non-communicable diseases in Germany.