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Leadership im sich verändernden wirtschaftlichen und sozialen Kontext
Leadership im sich verändernden wirtschaftlichen und sozialen Kontext
Überall, wo Menschen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, braucht es Leadership. [Der Begriff „Leadership“ ist umfassender als der von „Führung“ und hat sich auch im deutschen Sprachraum eingebürgert. Darum werden in der vorliegenden Arbeit beide Begriffe verwendet.]. Diese Führungsarbeit beschränkt sich aber nicht nur auf Koordination und Organisation. Mitarbeitende sollen auch motiviert werden, gemeinsam eine Aufgabe zu lösen. Die vorliegende Arbeit beleuchtet die verschiedenen Facetten von Leadership. Dabei wird dargestellt, dass das Führen von Menschen mit Verstand und Gefühlen auch mit Ratio und Emotionen erfolgen muss. Es existieren verschiedene Führungstheorien, die aufzeigen, dass Leadership nur in Teilbereichen wissenschaftlich erfasst werden kann und eine einfache, allgemeingültige und umfassende Theorie nicht möglich ist. Führung findet nicht im luftleeren Raum statt. Stets erfolgt eine Interaktion zwischen Führungsperson, Geführten und Situation. Eine Veränderung der zukünftigen Rahmenbedingungen, zum Beispiel in den Bereichen demografische Entwicklungen, Globalisierung und besonders Digitalisierung hat darum in zweifacher Hinsicht Konsequenzen für die Führung. Einerseits wirken die veränderten Rahmenbedingungen, andererseits werden sich auch die Menschen den neuen Herausforderungen anpassen und ihr Denken und Handeln verändern. Die wichtigsten Veränderungen sind die Zunahme der Komplexität, die dank der Digitalisierung stete Verfügbarkeit von Information, die weltweite Kommunikation und die Vernetzung von Mensch und Maschine sowie von Maschine und Maschine. Die Struktur der Führung wird mit Hilfe der Führungspyramide visualisiert. Diese Pyramide wird von unten nach oben in vier Bereiche unterteilt. Das unterste Segment bildet das Fachwissen, gleichsam als Basis von Leadership. Die nächste Stufe bildet das Handwerk der Führung und darüber die Kunst der Führung. Den Abschluss bildet schliesslich der Zufall. Die Überprüfung des Modells anhand der wichtigsten Führungstheorien ergab eine grundsätzliche Übereinstimmung. Auch in Zukunft ist die Pyramide anwendbar. Allerdings verändern sich teilweise die Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Segmente. Während das Wissen auch künftig die Basis bildet, wird der Wissensvorsprung der Führungspersonen abnehmen. Das Handwerk wird mehr und mehr von der künstlichen Intelligenz unterstützt und ergänzt und wird sich darum auch verändern. Die Kunst der Führung wird wichtiger und anspruchsvoller und der Zufall wird auch in kritischen Situationen Auswirkungen haben. Die gemachten Erkenntnisse wurden mittels qualitativen Interviews mit Führungskräften sowie einer quantitativen Befragung reflektiert. Die Resultate bestätigen insgesamt die Erkenntnisse des Modells. Allerdings gibt es Abweichungen. So wurde von Führungspersonen auf die Wichtigkeit der Struktur und Kultur innerhalb der zu führenden Institution hingewiesen. Auch sind zwei Experten der Meinung, dass die soziale Kompetenz der Führungspersonen eine untergeordnete Rolle spielt. Die bemerkenswertesten Ergebnisse der quantitativen Befragung sind die Einschätzung der meisten befragten Personen, dass Mut und Zufall eine untergeordnete Bedeutung in der Führung spielen, sowie die Unterschiede von „Digital Natives“ und der älteren Bevölkerung in der Beurteilung der Herausforderungen an zukünftige Führung. Auch zeigt die jüngere Generation ein deutlich geringeres Interesse an der Übernahme von Führungsverantwortung als Angehörige der älteren Generation. Die wichtigsten Qualitäten, Anforderungen und Verhaltensweisen von zukünftigen Führungspersonen werden in folgenden fünf Merksätzen zusammengefasst: 1. Führung ist die Beeinflussung einer Gruppe, um ein definiertes Ziel gemeinsam zu erreichen 2. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Führung, Geführten und der jeweiligen Situation 3. Die Basis von guter Führung ist Fachkompetenz 4. Führung ist Handwerk und Kunst und 5. Führung ist eine Frage der Einstellung., Wherever people are working together to achieve a target, leadership[ The term "leadership" covers more than the German term "Führung" (management) and is also used in the German-speaking world. This is why both terms are used in the present paper.] is required. This leadership, however, involves more than just coordination and organisation. Employees also have to be motivated to solve a task together. The current paper examines the different facets of leadership. In so doing, it shows that, when manging people with their intelligence and feelings, managers must also deploy reason and emotions. Various theories exist to the effect that leadership can only be captured in scientific terms in specific areas and that it is not possible to draw up a simple, universally valid, comprehensive theory. Management does not take place in a vacuum. There will always be interaction between the manager, the person being managed and the particular situation. A future change in the boundary conditions – in respect of demographic developments, globalisation and especially digitisation, for example – will thus have twofold consequences for management. On the one hand, the changed boundary conditions will have an impact per se and, on the other hand, people will also adapt to the new challenges, changing the way they think and act. The most important changes coming about are increased complexity, the constant availability of information by virtue of digitisation, worldwide communication and the networking of humans and machines and of individual machines. The structure of management is visualised with the aid of the management pyramid. This pyramid is divided into four sections from the bottom upwards. The bottom level contains specialist knowledge, constituting the basis for leadership, as it were. The next level is the craft of management and, above it, the art of management. The topmost level is then, finally, chance. A review of the model on the basis of the most important management theories showed fundamental agreement. The pyramid can thus suitably be used in future too. There are, however, certain shifts coming about in the focal points within the individual segments. While knowledge will still form the basis in future too, the knowledge lead of managers will become less important. The craft of management will be increasingly supported and supplemented by artificial intelligence and will thus also undergo changes. The art of management will become more important and demanding, and chance will have an impact in critical situations too. The findings obtained were reflected upon in qualitative interviews with managers and in a quantitative survey. All in all, the results confirm the findings of the model. There are, however, deviations. Managers pointed out the importance of structure and culture within the institution being managed. Two experts are also of the opinion that the social competence of the managers plays a subordinate role. The most striking results of the quantitative survey are, firstly, that the majority of those questioned feel that courage and chance are only of secondary importance in management and, secondly, that differences prevail between digital natives and the older population when it comes to assessing the challenges facing managers of the future. The younger generation also displays considerably less interest in assuming management responsibility than members of the older generation. The most important qualities, requirements and behaviours of future managers are summarised in the following five key sentences: 1. Management involves influencing a group so that it can jointly attain a defined goal 2. Interactions exist between managers, those being managed and the particular situation 3. Specialist competence constitutes the basis for good management 4. Management is a craft and an art and 5. Management is a question of attitude.
Leadership, Führung, Zukunft
Michel, Hans Peter
2020
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Michel, Hans Peter (2020): Leadership im sich verändernden wirtschaftlichen und sozialen Kontext. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Überall, wo Menschen gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten, braucht es Leadership. [Der Begriff „Leadership“ ist umfassender als der von „Führung“ und hat sich auch im deutschen Sprachraum eingebürgert. Darum werden in der vorliegenden Arbeit beide Begriffe verwendet.]. Diese Führungsarbeit beschränkt sich aber nicht nur auf Koordination und Organisation. Mitarbeitende sollen auch motiviert werden, gemeinsam eine Aufgabe zu lösen. Die vorliegende Arbeit beleuchtet die verschiedenen Facetten von Leadership. Dabei wird dargestellt, dass das Führen von Menschen mit Verstand und Gefühlen auch mit Ratio und Emotionen erfolgen muss. Es existieren verschiedene Führungstheorien, die aufzeigen, dass Leadership nur in Teilbereichen wissenschaftlich erfasst werden kann und eine einfache, allgemeingültige und umfassende Theorie nicht möglich ist. Führung findet nicht im luftleeren Raum statt. Stets erfolgt eine Interaktion zwischen Führungsperson, Geführten und Situation. Eine Veränderung der zukünftigen Rahmenbedingungen, zum Beispiel in den Bereichen demografische Entwicklungen, Globalisierung und besonders Digitalisierung hat darum in zweifacher Hinsicht Konsequenzen für die Führung. Einerseits wirken die veränderten Rahmenbedingungen, andererseits werden sich auch die Menschen den neuen Herausforderungen anpassen und ihr Denken und Handeln verändern. Die wichtigsten Veränderungen sind die Zunahme der Komplexität, die dank der Digitalisierung stete Verfügbarkeit von Information, die weltweite Kommunikation und die Vernetzung von Mensch und Maschine sowie von Maschine und Maschine. Die Struktur der Führung wird mit Hilfe der Führungspyramide visualisiert. Diese Pyramide wird von unten nach oben in vier Bereiche unterteilt. Das unterste Segment bildet das Fachwissen, gleichsam als Basis von Leadership. Die nächste Stufe bildet das Handwerk der Führung und darüber die Kunst der Führung. Den Abschluss bildet schliesslich der Zufall. Die Überprüfung des Modells anhand der wichtigsten Führungstheorien ergab eine grundsätzliche Übereinstimmung. Auch in Zukunft ist die Pyramide anwendbar. Allerdings verändern sich teilweise die Schwerpunkte innerhalb der einzelnen Segmente. Während das Wissen auch künftig die Basis bildet, wird der Wissensvorsprung der Führungspersonen abnehmen. Das Handwerk wird mehr und mehr von der künstlichen Intelligenz unterstützt und ergänzt und wird sich darum auch verändern. Die Kunst der Führung wird wichtiger und anspruchsvoller und der Zufall wird auch in kritischen Situationen Auswirkungen haben. Die gemachten Erkenntnisse wurden mittels qualitativen Interviews mit Führungskräften sowie einer quantitativen Befragung reflektiert. Die Resultate bestätigen insgesamt die Erkenntnisse des Modells. Allerdings gibt es Abweichungen. So wurde von Führungspersonen auf die Wichtigkeit der Struktur und Kultur innerhalb der zu führenden Institution hingewiesen. Auch sind zwei Experten der Meinung, dass die soziale Kompetenz der Führungspersonen eine untergeordnete Rolle spielt. Die bemerkenswertesten Ergebnisse der quantitativen Befragung sind die Einschätzung der meisten befragten Personen, dass Mut und Zufall eine untergeordnete Bedeutung in der Führung spielen, sowie die Unterschiede von „Digital Natives“ und der älteren Bevölkerung in der Beurteilung der Herausforderungen an zukünftige Führung. Auch zeigt die jüngere Generation ein deutlich geringeres Interesse an der Übernahme von Führungsverantwortung als Angehörige der älteren Generation. Die wichtigsten Qualitäten, Anforderungen und Verhaltensweisen von zukünftigen Führungspersonen werden in folgenden fünf Merksätzen zusammengefasst: 1. Führung ist die Beeinflussung einer Gruppe, um ein definiertes Ziel gemeinsam zu erreichen 2. Es besteht eine Wechselbeziehung zwischen Führung, Geführten und der jeweiligen Situation 3. Die Basis von guter Führung ist Fachkompetenz 4. Führung ist Handwerk und Kunst und 5. Führung ist eine Frage der Einstellung.

Abstract

Wherever people are working together to achieve a target, leadership[ The term "leadership" covers more than the German term "Führung" (management) and is also used in the German-speaking world. This is why both terms are used in the present paper.] is required. This leadership, however, involves more than just coordination and organisation. Employees also have to be motivated to solve a task together. The current paper examines the different facets of leadership. In so doing, it shows that, when manging people with their intelligence and feelings, managers must also deploy reason and emotions. Various theories exist to the effect that leadership can only be captured in scientific terms in specific areas and that it is not possible to draw up a simple, universally valid, comprehensive theory. Management does not take place in a vacuum. There will always be interaction between the manager, the person being managed and the particular situation. A future change in the boundary conditions – in respect of demographic developments, globalisation and especially digitisation, for example – will thus have twofold consequences for management. On the one hand, the changed boundary conditions will have an impact per se and, on the other hand, people will also adapt to the new challenges, changing the way they think and act. The most important changes coming about are increased complexity, the constant availability of information by virtue of digitisation, worldwide communication and the networking of humans and machines and of individual machines. The structure of management is visualised with the aid of the management pyramid. This pyramid is divided into four sections from the bottom upwards. The bottom level contains specialist knowledge, constituting the basis for leadership, as it were. The next level is the craft of management and, above it, the art of management. The topmost level is then, finally, chance. A review of the model on the basis of the most important management theories showed fundamental agreement. The pyramid can thus suitably be used in future too. There are, however, certain shifts coming about in the focal points within the individual segments. While knowledge will still form the basis in future too, the knowledge lead of managers will become less important. The craft of management will be increasingly supported and supplemented by artificial intelligence and will thus also undergo changes. The art of management will become more important and demanding, and chance will have an impact in critical situations too. The findings obtained were reflected upon in qualitative interviews with managers and in a quantitative survey. All in all, the results confirm the findings of the model. There are, however, deviations. Managers pointed out the importance of structure and culture within the institution being managed. Two experts are also of the opinion that the social competence of the managers plays a subordinate role. The most striking results of the quantitative survey are, firstly, that the majority of those questioned feel that courage and chance are only of secondary importance in management and, secondly, that differences prevail between digital natives and the older population when it comes to assessing the challenges facing managers of the future. The younger generation also displays considerably less interest in assuming management responsibility than members of the older generation. The most important qualities, requirements and behaviours of future managers are summarised in the following five key sentences: 1. Management involves influencing a group so that it can jointly attain a defined goal 2. Interactions exist between managers, those being managed and the particular situation 3. Specialist competence constitutes the basis for good management 4. Management is a craft and an art and 5. Management is a question of attitude.