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Assoziation genetischer Polymorphismen im CCBL2-Gen mit der Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen und phobischem Schwankschwindel
Assoziation genetischer Polymorphismen im CCBL2-Gen mit der Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen und phobischem Schwankschwindel
Psychiatrische Erkrankungen und Persönlichkeitsmerkmale wie Neurotizismus, Extraversion und Ängstlichkeit spielen bei der Entstehung von phobischem Schwankschwindel eine wichtige Rolle. Sie zeigen u.a. Assoziationen zu Genen des Serotoninstoffwechsels. Im Rahmen des Kynureninstoffwechsels besteht über den Abbau von Tryptophan eine Verbindung zum Serotoninstoffwechsel. Außerdem beeinflussen Metabolite des Kynureninstoffwechsels die acetylcholinerge und glutamaterge Neurotransmission, für die ein Zusammenhang mit der Entstehung psychiatrischer Erkrankungen und der Ausprägung von Persönlichkeitsfaktoren diskutiert wird. CCBL2 (Cysteine conjugate-beta lyase 2) katalysiert die Umwandlung von L-Kynurenin in Kynureninsäure. In dieser Arbeit wurden die single nucleotide polymorphisms (SNPs) rs12729558, rs1742003, rs6673179, rs6682686, rs7556189 und rs3738055 des CCBL2-Gens auf eine Assoziation mit Neurotizismus und seinen Facetten untersucht. Mithilfe des revidierten NEO-Persönlichkeitsinventars (NEO-PI-R) wurde die Ausprägung von Neurotizismus und den dazugehörigen Facetten bei 1330 Probanden erfasst und eine Genotypisierung der SNPs des CCBL2-Gens durchgeführt. Für die Facette Soziale Befangenheit zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zur Genotypverteilung der SNPs rs12729558, rs6673179, rs6682686, rs3738055 und rs7556189. Außerdem zeigten mehrere SNPs einen Trend zur Assoziation mit dem Hauptfaktor Neurotizismus sowie den Facetten Depression und Verletzlichkeit. Die Ergebnisse könnten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem CCBL2-Gen und dem Persönlichkeitsfaktor Neurotizismus hindeuten und legen die Untersuchung dieses Gens im Hinblick auf phobischen Schwankschwindel nahe. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen jedoch keine vergleichbaren Studien vor, so dass es für eine fundiertere Beurteilung weiterer Forschungsarbeit unter Einbezug von zusätzlichen SNPs und Persönlichkeitsfaktoren bedarf.
Phobischer Schwankschwindel, Kynureninstoffwechsel, CCBL2, KAT3
Bruin, Caroline
2020
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Bruin, Caroline (2020): Assoziation genetischer Polymorphismen im CCBL2-Gen mit der Ausprägung von Persönlichkeitsmerkmalen und phobischem Schwankschwindel. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Psychiatrische Erkrankungen und Persönlichkeitsmerkmale wie Neurotizismus, Extraversion und Ängstlichkeit spielen bei der Entstehung von phobischem Schwankschwindel eine wichtige Rolle. Sie zeigen u.a. Assoziationen zu Genen des Serotoninstoffwechsels. Im Rahmen des Kynureninstoffwechsels besteht über den Abbau von Tryptophan eine Verbindung zum Serotoninstoffwechsel. Außerdem beeinflussen Metabolite des Kynureninstoffwechsels die acetylcholinerge und glutamaterge Neurotransmission, für die ein Zusammenhang mit der Entstehung psychiatrischer Erkrankungen und der Ausprägung von Persönlichkeitsfaktoren diskutiert wird. CCBL2 (Cysteine conjugate-beta lyase 2) katalysiert die Umwandlung von L-Kynurenin in Kynureninsäure. In dieser Arbeit wurden die single nucleotide polymorphisms (SNPs) rs12729558, rs1742003, rs6673179, rs6682686, rs7556189 und rs3738055 des CCBL2-Gens auf eine Assoziation mit Neurotizismus und seinen Facetten untersucht. Mithilfe des revidierten NEO-Persönlichkeitsinventars (NEO-PI-R) wurde die Ausprägung von Neurotizismus und den dazugehörigen Facetten bei 1330 Probanden erfasst und eine Genotypisierung der SNPs des CCBL2-Gens durchgeführt. Für die Facette Soziale Befangenheit zeigte sich ein signifikanter Zusammenhang zur Genotypverteilung der SNPs rs12729558, rs6673179, rs6682686, rs3738055 und rs7556189. Außerdem zeigten mehrere SNPs einen Trend zur Assoziation mit dem Hauptfaktor Neurotizismus sowie den Facetten Depression und Verletzlichkeit. Die Ergebnisse könnten auf einen möglichen Zusammenhang zwischen dem CCBL2-Gen und dem Persönlichkeitsfaktor Neurotizismus hindeuten und legen die Untersuchung dieses Gens im Hinblick auf phobischen Schwankschwindel nahe. Zum jetzigen Zeitpunkt liegen jedoch keine vergleichbaren Studien vor, so dass es für eine fundiertere Beurteilung weiterer Forschungsarbeit unter Einbezug von zusätzlichen SNPs und Persönlichkeitsfaktoren bedarf.