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Antikörper-basierte Immuntherapie in der AML. Einfluss zytoreduktiver Substanzen auf die CD33/CD3 BiTE®-vermittelte Zytotoxizität und Analyse der Expression von ILT3, CD244 und CD48 auf CD33 positiven AML-Zellen
Antikörper-basierte Immuntherapie in der AML. Einfluss zytoreduktiver Substanzen auf die CD33/CD3 BiTE®-vermittelte Zytotoxizität und Analyse der Expression von ILT3, CD244 und CD48 auf CD33 positiven AML-Zellen
In der vorliegenden Arbeit wurde die Auswirkung von Cytarabin und Hydroxyurea auf T-Zellen untersucht. Ziel war die Identifizierung einer geeigneten Substanz, die zytoreduktiv auf AMLZellen wirkt, ohne die T-Zellfunktion zu beeinträchtigen. Hydroxyurea zeigte unabhängig von der gewählten Konzentration keinen negativen Einfluss auf CD3+ HD-T-Zellen in vitro (TZellproliferation: UT 76.2% vs. 10 μM 74% vs. 100 μM 73.83% vs. 1000 μM 70.5%, AMG330 vermittelte Lyse der HL60-Blasten: UT 99.4% vs. 10 μM 93.21% vs. 100 μM 95.789% vs. 1000 μM 99.78%). Die Ergebnisse trugen zu der Aufnahme von Hydroxyurea in das Studien-Protokoll der klinische Phase-I-Studie von AMG 330 (NCT02520427) bei. Im Hinblick auf weitere Immun-Kontrollpunkte wurden auf CD33+AML-Zellen die Proteinexpression von ILT3, CD244 und CD48 untersucht, welche konstitutiv exprimiert werden. Eine positive Expression von ILT3 wurde bei 63% (medianer SFI(ILT3) 3,139; n=153), für CD244 bei 97,4 % (medianer SFI(CD244) 19,2; n=162) und von CD48 bei 59,3 % (medianer SFI(CD48)1,8; n=145) der AML-Patienten mit einer Erstdiagnose festgestellt. Die Proteine zeigten sich im Verlauf der Erkrankung konstitutiv exprimiert, es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Expression zum Zeitpunkt des Rezidivs festgestellt. Zytokin-vermittelt induzierbar auf CD33+AML-Zellen zeigten sich in vitro die Proteine LAG3 und HVEM (p=0.0313 und p=0.0313). Erstmals wurde gezeigt, dass die Proteinexpression von ILT3, CD244 und CD48 mit zytomorphologischen, zyto- und molekulargenetischen Veränderungen auf CD33+AMLZellen assoziiert ist. Für Patienten mit einer Monoblastenleukämie wurde eine signifikant hohe ILT3 - Proteinexpresison (p=0,01) und für Patienten der WHO-Subgruppe AML mit Myelodysplasie-assoziierten Eigenschaften eine hohe CD244-Proteinexpression (p=0,026) auf den CD33+AML-Zellen festgestellt. Unsere Untersuchungen ergaben, dass die zytogenetisch ungünstige Veränderung eines komplex aberranten Karyotyps assoziiert ist mit einer hohen ILT3- und CD48-Proteinexpression (p=0,0027 und p=0,02). Die Korrelation molekular-genetischer Veränderungen mit der Proteinexpression zeigte für die ITD im FLT3-Gen eine hohe CD48-Proteinexpresison (p=0,007). Im Vergleich der einzelnen Risikogruppen gemäß des MRCs konnte die Assoziation der ILT3- und CD48-Proteinexpression mit einem ungünstigen Risiko (p=0,05 und p=0,011) ebenfalls festgestellt werden. Der ungünstige Einfluss der ILT3 und CD48-Proteinexexpression bestätigte sich auch in unseren Analysen des RFÜ (p=0,028 und p=0,035) und des GÜs (p=0,028).
AML, Immun-Therapie, Immun-Onkologie, Antikörper-basierte Immuntherapie, Immun-Kontrollpunkte, Hydroxyurea, Cytarabin
Brauneck, Franziska
2019
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Brauneck, Franziska (2019): Antikörper-basierte Immuntherapie in der AML: Einfluss zytoreduktiver Substanzen auf die CD33/CD3 BiTE®-vermittelte Zytotoxizität und Analyse der Expression von ILT3, CD244 und CD48 auf CD33 positiven AML-Zellen. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurde die Auswirkung von Cytarabin und Hydroxyurea auf T-Zellen untersucht. Ziel war die Identifizierung einer geeigneten Substanz, die zytoreduktiv auf AMLZellen wirkt, ohne die T-Zellfunktion zu beeinträchtigen. Hydroxyurea zeigte unabhängig von der gewählten Konzentration keinen negativen Einfluss auf CD3+ HD-T-Zellen in vitro (TZellproliferation: UT 76.2% vs. 10 μM 74% vs. 100 μM 73.83% vs. 1000 μM 70.5%, AMG330 vermittelte Lyse der HL60-Blasten: UT 99.4% vs. 10 μM 93.21% vs. 100 μM 95.789% vs. 1000 μM 99.78%). Die Ergebnisse trugen zu der Aufnahme von Hydroxyurea in das Studien-Protokoll der klinische Phase-I-Studie von AMG 330 (NCT02520427) bei. Im Hinblick auf weitere Immun-Kontrollpunkte wurden auf CD33+AML-Zellen die Proteinexpression von ILT3, CD244 und CD48 untersucht, welche konstitutiv exprimiert werden. Eine positive Expression von ILT3 wurde bei 63% (medianer SFI(ILT3) 3,139; n=153), für CD244 bei 97,4 % (medianer SFI(CD244) 19,2; n=162) und von CD48 bei 59,3 % (medianer SFI(CD48)1,8; n=145) der AML-Patienten mit einer Erstdiagnose festgestellt. Die Proteine zeigten sich im Verlauf der Erkrankung konstitutiv exprimiert, es wurden keine signifikanten Unterschiede in der Expression zum Zeitpunkt des Rezidivs festgestellt. Zytokin-vermittelt induzierbar auf CD33+AML-Zellen zeigten sich in vitro die Proteine LAG3 und HVEM (p=0.0313 und p=0.0313). Erstmals wurde gezeigt, dass die Proteinexpression von ILT3, CD244 und CD48 mit zytomorphologischen, zyto- und molekulargenetischen Veränderungen auf CD33+AMLZellen assoziiert ist. Für Patienten mit einer Monoblastenleukämie wurde eine signifikant hohe ILT3 - Proteinexpresison (p=0,01) und für Patienten der WHO-Subgruppe AML mit Myelodysplasie-assoziierten Eigenschaften eine hohe CD244-Proteinexpression (p=0,026) auf den CD33+AML-Zellen festgestellt. Unsere Untersuchungen ergaben, dass die zytogenetisch ungünstige Veränderung eines komplex aberranten Karyotyps assoziiert ist mit einer hohen ILT3- und CD48-Proteinexpression (p=0,0027 und p=0,02). Die Korrelation molekular-genetischer Veränderungen mit der Proteinexpression zeigte für die ITD im FLT3-Gen eine hohe CD48-Proteinexpresison (p=0,007). Im Vergleich der einzelnen Risikogruppen gemäß des MRCs konnte die Assoziation der ILT3- und CD48-Proteinexpression mit einem ungünstigen Risiko (p=0,05 und p=0,011) ebenfalls festgestellt werden. Der ungünstige Einfluss der ILT3 und CD48-Proteinexexpression bestätigte sich auch in unseren Analysen des RFÜ (p=0,028 und p=0,035) und des GÜs (p=0,028).