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Analyse von Unterschieden zwischen Hausarztpraxen mit und ohne Angebot von Komplementärverfahren. der Schmerzpatient mit chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat im Fokus der Untersuchung
Analyse von Unterschieden zwischen Hausarztpraxen mit und ohne Angebot von Komplementärverfahren. der Schmerzpatient mit chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat im Fokus der Untersuchung
Hintergrund: In Deutschland sind etwa 17% der Bevölkerung von chronischen Schmerzen betroffen. Das entspricht einer Gesamtzahl von mehr als 12 Millionen Schmerzpatienten, die auf eine entsprechende Versorgung durch Ihren Hausarzt angewiesen sind [1]. Fragestellung: Ziel unserer Arbeit war ein Vergleich der Schmerzpatienten von fünf Hausarztpraxen, wobei zwei der Praxen überwiegend mit alternativ- und komplementärmedizinischen Verfahren (CAM) arbeiten. Es wurden Unterschiede hinsichtlich der Abrechnungsmöglichkeiten, des Patientenguts, des Erfolgs der Schmerztherapie, der Patientenzufriedenheit und der Effekte von einer Mitbehandlung durch weitere Fachärzte und/oder Physiotherapeuten erarbeitet. Methode: Wir befragten 157 chronische Schmerzpatienten in zwei CAM-Praxen (103 Pat.) und drei Vergleichspraxen (54 Pat.). Der Fragebogen erfasste neben soziodemographischen Daten, die Symptomatik der Patienten, sowie bereits erfolgte Vorbehandlungen und die aktuelle Therapie. Ergebnisse: Die Patienten der CAM-Praxen sind älter, (Mittelwert 59,41 Jahre vs. 54,46 Jahre), sowie der Frauenanteil deutlich höher. (78,6% weiblich vs. 40,7% weiblich). Die Patienten aus den CAM-Praxen konnten häufiger eine Besserung der Schmerzen nach der Behandlung feststellen (95,8% vs. 77,8%). Bezüglich der Patientenzufriedenheit, gaben die Patienten der CAM-Praxis eine durchschnittlich bessere Schulnote (1,45) im Vergleich zu den Patienten der Vergleichspraxis (2,26) an. Diskussion: Es liegen nur wenige Untersuchungen vor, die eine schulmedizinische multimodale Therapie in Hausarztpraxen mit einer CAM-Therapie bei chronischen Schmerzpatienten am Bewegungsapparat vergleichen. Eine ähnliche prospektive Studie konnte keinen Unterschied in der Schmerzreduktion bei chronischen Rückenschmerzpatienten feststellen, verglich man die konservative orthopädische Therapie mit einer stationären naturheilkundlichen Therapie [2]. In unserer Arbeit hingegen beobachteten wir eine stärkere Schmerzreduktion bei chronischen Schmerzpatienten in der ambulanten Therapie der CAM-Hausarztpraxen.
chronische Schmerzen, Allgemeinmedizin, Komplementärverfahren, Bewegungsapparat, Schmerzpatient,
Barz, Benjamin Benedikt
2019
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Barz, Benjamin Benedikt (2019): Analyse von Unterschieden zwischen Hausarztpraxen mit und ohne Angebot von Komplementärverfahren: der Schmerzpatient mit chronischen Schmerzen am Bewegungsapparat im Fokus der Untersuchung. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Hintergrund: In Deutschland sind etwa 17% der Bevölkerung von chronischen Schmerzen betroffen. Das entspricht einer Gesamtzahl von mehr als 12 Millionen Schmerzpatienten, die auf eine entsprechende Versorgung durch Ihren Hausarzt angewiesen sind [1]. Fragestellung: Ziel unserer Arbeit war ein Vergleich der Schmerzpatienten von fünf Hausarztpraxen, wobei zwei der Praxen überwiegend mit alternativ- und komplementärmedizinischen Verfahren (CAM) arbeiten. Es wurden Unterschiede hinsichtlich der Abrechnungsmöglichkeiten, des Patientenguts, des Erfolgs der Schmerztherapie, der Patientenzufriedenheit und der Effekte von einer Mitbehandlung durch weitere Fachärzte und/oder Physiotherapeuten erarbeitet. Methode: Wir befragten 157 chronische Schmerzpatienten in zwei CAM-Praxen (103 Pat.) und drei Vergleichspraxen (54 Pat.). Der Fragebogen erfasste neben soziodemographischen Daten, die Symptomatik der Patienten, sowie bereits erfolgte Vorbehandlungen und die aktuelle Therapie. Ergebnisse: Die Patienten der CAM-Praxen sind älter, (Mittelwert 59,41 Jahre vs. 54,46 Jahre), sowie der Frauenanteil deutlich höher. (78,6% weiblich vs. 40,7% weiblich). Die Patienten aus den CAM-Praxen konnten häufiger eine Besserung der Schmerzen nach der Behandlung feststellen (95,8% vs. 77,8%). Bezüglich der Patientenzufriedenheit, gaben die Patienten der CAM-Praxis eine durchschnittlich bessere Schulnote (1,45) im Vergleich zu den Patienten der Vergleichspraxis (2,26) an. Diskussion: Es liegen nur wenige Untersuchungen vor, die eine schulmedizinische multimodale Therapie in Hausarztpraxen mit einer CAM-Therapie bei chronischen Schmerzpatienten am Bewegungsapparat vergleichen. Eine ähnliche prospektive Studie konnte keinen Unterschied in der Schmerzreduktion bei chronischen Rückenschmerzpatienten feststellen, verglich man die konservative orthopädische Therapie mit einer stationären naturheilkundlichen Therapie [2]. In unserer Arbeit hingegen beobachteten wir eine stärkere Schmerzreduktion bei chronischen Schmerzpatienten in der ambulanten Therapie der CAM-Hausarztpraxen.