Logo Logo
Help
Contact
Switch language to German
Radium-223-dichlorid beim ossär metastasierten Prostatakarzinom in der klinischen Routine
Radium-223-dichlorid beim ossär metastasierten Prostatakarzinom in der klinischen Routine
Zur Behandlung von Knochenmetastasen beim ossär metastasierten Prostatakarzinom gibt es zahlreiche Therapieansätze. Dazu zählen Bisphosphonate oder Denosumab sowie auch Radiopharmaka wie Strontium und Samarium. Im Gegensatz zu diesen ist Ra-223 das einzige Radiopharmakon, welches zu einer signifikanten Lebensverlängerung führt. Es ist nur geringgradig myelotoxisch und die Nebenwirkungsraten sind überschaubar. In dieser Studie wurde zum einen die Wirksamkeit und zum anderen das Sicherheitsprofil der Ra-223-Therapie anhand von 46 Patienten mit einem ossär metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom untersucht. Das Therapieansprechen wurde anhand von PSA- und AP- Verlauf, der Schmerzintensität, ermittelt anhand von Schmerzfragebögen, sowie anhand von Skelettszintigraphie- und SPECT/CT-Akquisitionen analysiert. Diese Studie war zudem die erste, welche den SUVmax-Wert als quantitativen Marker in der SPECT/CT zur Analyse des Therapieansprechens herangezogen hat. Das Sicherheitsprofil wurde anhand von Blutwertveränderungen sowie nicht-hämatologischen Nebenwirkungen untersucht. Von den 46 Patienten erhielten 29 Patienten (63%) alle sechs Zyklen, 17 Patienten (37%) brachen die Therapie ab. Von den 29 Patienten, welche alle sechs Zyklen der Ra-223-Therapie erhalten haben, kam es unter der Therapie bei 11 Patienten (38%) zu einem PSA-Abfall und bei 18 Patienten (62%) zu einem PSA-Anstieg. Die alkalische Phosphatase sank bis zum 6. Zyklus bei 22 Patienten (76%) ab und stieg bei 5 Patienten (17%) an. Bei Analyse der Mittelwerte aus den Schmerzfragebögen zeigte sich eine Abnahme der Schmerzintensität. Von den 17 Patienten, welche die Fragebögen vollständig ausgefüllt haben, kam es unter der Therapie bei 8 Patienten zu einer Schmerzabnahme und bei 7 Patienten zu einer Schmerzzunahme. 2 Patienten beschrieben eine gleichbleibende Schmerzintensität. Die visuelle Analyse der Skelettszintigraphieakquisitionen zeigte bei 9 Patienten (31%) einen stabilen Befund, bei 7 Patienten (24%) ein Therapieansprechen, bei 9 Patienten (31%) einen Progress sowie bei 2 Patienten (7%) eine mixed response. 2 Patienten (7%) haben in der Nachbesprechung keine Bildgebung erhalten. Die mittleren SUVmax-Werte der Knochenmetastasen sanken mit Ausnahme von 3 Patienten bei allen Patienten ab. Eine Korrelation zwischen SUVmax sowie visuellem Befund der Skelettszintigraphie konnte nachgewiesen werden (p = 0,018). Sämtliche Blutwerte sanken unter der Therapie kontinuierlich ab, besonders stark betroffen waren die Lymphozytenwerte. Nach den CTCAE-Kriterien kam es jedoch zu keinem einzigen Fall einer Grad-4-Toxizität und lediglich zu einem Fall einer Grad-3-Anämie, 7 Fällen einer Grad-3-Lymphopenie sowie einem Fall einer Grad-3-Neutropenie. Die meisten Patienten hatten folglich nur einen diskreten Abfall der Blutwerte. Bei 24 Patienten (52%) kam es zu therapieassoziierten Nebenwirkungen, am häufigsten traten hierbei Übelkeit (N = 6, 13%), Appetitlosigkeit (N = 8, 17%) und Diarrhoe (N = 6, 13%) sowie Knochenschmerzen (N = 8, 17%) und Fatigue (N = 6, 13%) auf. Neben denjenigen Patienten, die sehr gut von der Ra-223-Therapie profitierten, gab es aber auch einige, bei welchen es zu einem deutlichen Progress unter der Therapie kam. Eine individuelle Entscheidung über das jeweilige geeignete Therapieverfahren für die Patienten im Vorfeld ist obligatorisch, hierfür sind jedoch noch weitere Studien notwendig
Not available
Tirichter, Natalia
2019
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Tirichter, Natalia (2019): Radium-223-dichlorid beim ossär metastasierten Prostatakarzinom in der klinischen Routine. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
[img]
Preview
PDF
Tirichter_Natalia.pdf

10MB

Abstract

Zur Behandlung von Knochenmetastasen beim ossär metastasierten Prostatakarzinom gibt es zahlreiche Therapieansätze. Dazu zählen Bisphosphonate oder Denosumab sowie auch Radiopharmaka wie Strontium und Samarium. Im Gegensatz zu diesen ist Ra-223 das einzige Radiopharmakon, welches zu einer signifikanten Lebensverlängerung führt. Es ist nur geringgradig myelotoxisch und die Nebenwirkungsraten sind überschaubar. In dieser Studie wurde zum einen die Wirksamkeit und zum anderen das Sicherheitsprofil der Ra-223-Therapie anhand von 46 Patienten mit einem ossär metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom untersucht. Das Therapieansprechen wurde anhand von PSA- und AP- Verlauf, der Schmerzintensität, ermittelt anhand von Schmerzfragebögen, sowie anhand von Skelettszintigraphie- und SPECT/CT-Akquisitionen analysiert. Diese Studie war zudem die erste, welche den SUVmax-Wert als quantitativen Marker in der SPECT/CT zur Analyse des Therapieansprechens herangezogen hat. Das Sicherheitsprofil wurde anhand von Blutwertveränderungen sowie nicht-hämatologischen Nebenwirkungen untersucht. Von den 46 Patienten erhielten 29 Patienten (63%) alle sechs Zyklen, 17 Patienten (37%) brachen die Therapie ab. Von den 29 Patienten, welche alle sechs Zyklen der Ra-223-Therapie erhalten haben, kam es unter der Therapie bei 11 Patienten (38%) zu einem PSA-Abfall und bei 18 Patienten (62%) zu einem PSA-Anstieg. Die alkalische Phosphatase sank bis zum 6. Zyklus bei 22 Patienten (76%) ab und stieg bei 5 Patienten (17%) an. Bei Analyse der Mittelwerte aus den Schmerzfragebögen zeigte sich eine Abnahme der Schmerzintensität. Von den 17 Patienten, welche die Fragebögen vollständig ausgefüllt haben, kam es unter der Therapie bei 8 Patienten zu einer Schmerzabnahme und bei 7 Patienten zu einer Schmerzzunahme. 2 Patienten beschrieben eine gleichbleibende Schmerzintensität. Die visuelle Analyse der Skelettszintigraphieakquisitionen zeigte bei 9 Patienten (31%) einen stabilen Befund, bei 7 Patienten (24%) ein Therapieansprechen, bei 9 Patienten (31%) einen Progress sowie bei 2 Patienten (7%) eine mixed response. 2 Patienten (7%) haben in der Nachbesprechung keine Bildgebung erhalten. Die mittleren SUVmax-Werte der Knochenmetastasen sanken mit Ausnahme von 3 Patienten bei allen Patienten ab. Eine Korrelation zwischen SUVmax sowie visuellem Befund der Skelettszintigraphie konnte nachgewiesen werden (p = 0,018). Sämtliche Blutwerte sanken unter der Therapie kontinuierlich ab, besonders stark betroffen waren die Lymphozytenwerte. Nach den CTCAE-Kriterien kam es jedoch zu keinem einzigen Fall einer Grad-4-Toxizität und lediglich zu einem Fall einer Grad-3-Anämie, 7 Fällen einer Grad-3-Lymphopenie sowie einem Fall einer Grad-3-Neutropenie. Die meisten Patienten hatten folglich nur einen diskreten Abfall der Blutwerte. Bei 24 Patienten (52%) kam es zu therapieassoziierten Nebenwirkungen, am häufigsten traten hierbei Übelkeit (N = 6, 13%), Appetitlosigkeit (N = 8, 17%) und Diarrhoe (N = 6, 13%) sowie Knochenschmerzen (N = 8, 17%) und Fatigue (N = 6, 13%) auf. Neben denjenigen Patienten, die sehr gut von der Ra-223-Therapie profitierten, gab es aber auch einige, bei welchen es zu einem deutlichen Progress unter der Therapie kam. Eine individuelle Entscheidung über das jeweilige geeignete Therapieverfahren für die Patienten im Vorfeld ist obligatorisch, hierfür sind jedoch noch weitere Studien notwendig