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Auftreten von Entwicklungsverzögerungen und deren soziale Determinanten bei Kindern. eine kritische Analyse von Ergebnissen aus Schuleingangsuntersuchungen in Bayern
Auftreten von Entwicklungsverzögerungen und deren soziale Determinanten bei Kindern. eine kritische Analyse von Ergebnissen aus Schuleingangsuntersuchungen in Bayern
Die körperliche, seelische und soziale Individualentwicklung von Kindern wird von einer Vielzahl an Einflussfaktoren mitbestimmt. Mitunter sind der Besuch einer vorschulischen Einrichtung und die Einschulung eines Kindes die ersten bedeutenden Zäsuren, welche die Entwicklungschancen von Kindern nachhaltig beeinflussen können. In der vorliegenden kumulativen Habilitationsschrift wurde innerhalb des ersten Themenschwerpunktes erstmals ein modifiziertes „Bayerisches Modell“ für Schuleingangsuntersuchungen hinsichtlich seiner prädiktiven Validität und seiner konkurrierenden Validität genauer analysiert. Basierend auf bis zu 14 konsekutiven Einschulungsjahrgängen wurden in der Folge mittels eines innovativen Ansatzes und unter streng standardisierten Studienbedingungen die Prävalenzen, deren zeitliche Trends, ausgewählte Determinanten und die Verteilungsmuster von singulären und von multiplen Entwicklungsverzögerungen innerhalb einer streng umschriebenen Studienpopulation zusammenhängend identifiziert. Im Rahmen des dritten Themenschwerpunktes erfolgten eingehende quantitative Untersuchungen zur Einflussnahme des Besuches eines Kindergartens als soziale Determinante auf die Entwicklungschancen von einschulungspflichtigen Kindern. Durch die gewonnenen Erkenntnisse sind eine Weiterentwicklung und eine zunehmend kritischere Bewertung von Instrumenten zur Entwicklungsdiagnostik zu erwarten, was einen relevanten Beitrag zur Qualitätssicherung bei Schuleingangsuntersuchungen darstellt. Zudem sollte aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht der Risikopopulation von Einschulungskindern mit multiplen Entwicklungsverzögerungen eine vermehrte Aufmerksamkeit gezollt werden und das Setting eines Kindergartens für Interventionsmaßnahmen zur Optimierung der Entwicklungschancen von Kindern zukünftig eine verstärkte Berücksichtigung finden.
Kindesentwicklung, Schuleingangsuntersuchungen, Entwicklungsverzögerungen, Validität, Prävalenzen, Determinanten, Kindergarten
Stich, Heribert Ludwig
2018
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Stich, Heribert Ludwig (2018): Auftreten von Entwicklungsverzögerungen und deren soziale Determinanten bei Kindern: eine kritische Analyse von Ergebnissen aus Schuleingangsuntersuchungen in Bayern. Habilitationsschrift, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Die körperliche, seelische und soziale Individualentwicklung von Kindern wird von einer Vielzahl an Einflussfaktoren mitbestimmt. Mitunter sind der Besuch einer vorschulischen Einrichtung und die Einschulung eines Kindes die ersten bedeutenden Zäsuren, welche die Entwicklungschancen von Kindern nachhaltig beeinflussen können. In der vorliegenden kumulativen Habilitationsschrift wurde innerhalb des ersten Themenschwerpunktes erstmals ein modifiziertes „Bayerisches Modell“ für Schuleingangsuntersuchungen hinsichtlich seiner prädiktiven Validität und seiner konkurrierenden Validität genauer analysiert. Basierend auf bis zu 14 konsekutiven Einschulungsjahrgängen wurden in der Folge mittels eines innovativen Ansatzes und unter streng standardisierten Studienbedingungen die Prävalenzen, deren zeitliche Trends, ausgewählte Determinanten und die Verteilungsmuster von singulären und von multiplen Entwicklungsverzögerungen innerhalb einer streng umschriebenen Studienpopulation zusammenhängend identifiziert. Im Rahmen des dritten Themenschwerpunktes erfolgten eingehende quantitative Untersuchungen zur Einflussnahme des Besuches eines Kindergartens als soziale Determinante auf die Entwicklungschancen von einschulungspflichtigen Kindern. Durch die gewonnenen Erkenntnisse sind eine Weiterentwicklung und eine zunehmend kritischere Bewertung von Instrumenten zur Entwicklungsdiagnostik zu erwarten, was einen relevanten Beitrag zur Qualitätssicherung bei Schuleingangsuntersuchungen darstellt. Zudem sollte aus gesundheitswissenschaftlicher Sicht der Risikopopulation von Einschulungskindern mit multiplen Entwicklungsverzögerungen eine vermehrte Aufmerksamkeit gezollt werden und das Setting eines Kindergartens für Interventionsmaßnahmen zur Optimierung der Entwicklungschancen von Kindern zukünftig eine verstärkte Berücksichtigung finden.