Logo Logo
Help
Contact
Switch language to German
Muskeltransfer bei chronisch irreparablen postero-superioren Rotatorenmanschettenmassenrupturen. ein prospektiver randomisierter Vergleich zwischen M. latissimus dorsi und M. teres major Transfer
Muskeltransfer bei chronisch irreparablen postero-superioren Rotatorenmanschettenmassenrupturen. ein prospektiver randomisierter Vergleich zwischen M. latissimus dorsi und M. teres major Transfer
Massive irreparable posterosuperiore Rotatorenmanschettenrupturen können mit schwerer funktioneller Beeinträchtigung und heftigen Schmerzen einhergehen. In diesen Fällen, meist nach frustraner konservativer Therapie stehen verschiedene operative Möglichkeiten zur Verfügung. Als etabliertes Verfahren gilt der Latissimus dorsi Muskeltransfer. Anatomische und biomechanische Studien zeigten, dass der M. teres major Flap hinsichtlich seines Kraftvektors und seiner Sehnenlänge und –breite Vorteile bieten könnte. Wobei der Muskel Latissimus dorsi beim Transfer relativ gesehen weniger verlängert wird. Ziel dieser Arbeit ist es in einer prospektiv randomisierten Studie das klinische Outcome zwischen beiden OP- Verfahren bei massiven irreparablen posterosuperioren Rotatorenmanschettenrupturen zu vergleichen und Unterschiede heraus zu arbeiten. Es wurden 20 Patienten (sieben weiblich/ 13 männlich) mittels einem Latissimus dorsi Flap versorgt und 25 Patienten (sieben weiblich/ 18 männlich) mit einem Teres major Muskeltransfer. Alle Patienten wiesen eine posterosuperiore Massenruptur der Rotatorenmanschette auf mit einer Sehnenretraktion Grad drei nach Patte [92] und einer Muskelatrophie Grad drei nach Thomazeau.[94] Vorausgesetzt wurde ein intakter M. subscapularis und M. deltoideus. Beide Patientengruppen wurden nach einem Mindestzeitraum von zwei Jahren nachuntersucht. In der Gruppe mit Latissimus dorsi Transfer fand dies durchschnittlich nach 29 Monaten und mit Teres major Flap im Median nach 30 Monaten statt. Beurteilt wurde in der klinischen Untersuchung die Funktionalität, Kraft und Schmerzhaftigkeit des betroffenen Schultergelenks. Radiologisch wurde der Arthrosegrad nach Hamada [105] bestimmt, sowie der Akromiohumerale Abstand gemessen zur Dokumentation der Kranialisierung des Humeruskopfes. Zuletzt fand eine sonographische Bewertung der Integrität des transferierten Muskels und Rotatorenmanschette statt. Beide Operationsmethoden mit M. teres major als auch mit M. latissimus dorsi Muskeltransfer erzielten sehr zufriedenstellende Ergebnisse auch bei älteren sowie voroperierten Patienten. Es konnte gezeigt werden, dass sich in beiden Gruppen der gesamte Constant Murley Score, sowie die aktive Flexion und Abduktion signifikant (P<0,05) im Verlauf verbesserte. Außerdem wurde in beiden Gruppen ein Fortschreiten der Arthrose verhindert. Vielmehr konnte radiologisch in der Nachuntersuchung eine leichte (P≥0,05) Zunahme des akromiohumeralen Abstands innerhalb der Gruppe mit M. Latissimus dorsi Flap nachgewiesen werden. In der Kategorie ROM zeigte sich im Vergleich ein signifikant höherer Bewegungsumfang in der Gruppe mit Latissimus dorsi Transfer. Während die aktive Aussenrotation bei Patienten mit M. teres major Transfer unverändert blieb, verbesserte sie sich bei denjenigen mit M. latissimus dorsi Transfer signifikant (P<0,05). Zusätzlich war bei LD Transfer das ARO-lag Zeichen signifikant (P<0,05) vermindert wobei es bei M. teres major Transfer unverändert blieb. Optimale Ergebnisse erzielten beide Operationstechniken. Die Komplikationsrate lag bei der Gruppe mit M. teres major Transfer bei einer Flapruptur und einem Ankerausriss. Während in der Gruppe mit M. latissimus doris Transfer es zu keinen Rupturen kam. In Bezug auf das funktionelle Versagen erreichten bei intaktem Flap mit Latissimus dorsi Flap zwei Patienten keine 90 Grad bei Abduktion und Flexion, während es bei drei Patienten mit M. teres major Transfer der Fall war. Aufgrund der Ergebnisse dieser Studie ist die aktuelle Empfehlung bei gut vorselektierten Patienten mit massiven irreparablen posterosuperioren Rotatorenmanschettenrupturen die Durchführung des Latissimus dorsi Muskeltransfers.
Rotatorenmannschette, Latissimus, Teres Major
Schiegnitz, Jan
2018
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Schiegnitz, Jan (2018): Muskeltransfer bei chronisch irreparablen postero-superioren Rotatorenmanschettenmassenrupturen: ein prospektiver randomisierter Vergleich zwischen M. latissimus dorsi und M. teres major Transfer. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
[img] PDF
Schiegnitz_Jan.pdf

2MB

Abstract

Massive irreparable posterosuperiore Rotatorenmanschettenrupturen können mit schwerer funktioneller Beeinträchtigung und heftigen Schmerzen einhergehen. In diesen Fällen, meist nach frustraner konservativer Therapie stehen verschiedene operative Möglichkeiten zur Verfügung. Als etabliertes Verfahren gilt der Latissimus dorsi Muskeltransfer. Anatomische und biomechanische Studien zeigten, dass der M. teres major Flap hinsichtlich seines Kraftvektors und seiner Sehnenlänge und –breite Vorteile bieten könnte. Wobei der Muskel Latissimus dorsi beim Transfer relativ gesehen weniger verlängert wird. Ziel dieser Arbeit ist es in einer prospektiv randomisierten Studie das klinische Outcome zwischen beiden OP- Verfahren bei massiven irreparablen posterosuperioren Rotatorenmanschettenrupturen zu vergleichen und Unterschiede heraus zu arbeiten. Es wurden 20 Patienten (sieben weiblich/ 13 männlich) mittels einem Latissimus dorsi Flap versorgt und 25 Patienten (sieben weiblich/ 18 männlich) mit einem Teres major Muskeltransfer. Alle Patienten wiesen eine posterosuperiore Massenruptur der Rotatorenmanschette auf mit einer Sehnenretraktion Grad drei nach Patte [92] und einer Muskelatrophie Grad drei nach Thomazeau.[94] Vorausgesetzt wurde ein intakter M. subscapularis und M. deltoideus. Beide Patientengruppen wurden nach einem Mindestzeitraum von zwei Jahren nachuntersucht. In der Gruppe mit Latissimus dorsi Transfer fand dies durchschnittlich nach 29 Monaten und mit Teres major Flap im Median nach 30 Monaten statt. Beurteilt wurde in der klinischen Untersuchung die Funktionalität, Kraft und Schmerzhaftigkeit des betroffenen Schultergelenks. Radiologisch wurde der Arthrosegrad nach Hamada [105] bestimmt, sowie der Akromiohumerale Abstand gemessen zur Dokumentation der Kranialisierung des Humeruskopfes. Zuletzt fand eine sonographische Bewertung der Integrität des transferierten Muskels und Rotatorenmanschette statt. Beide Operationsmethoden mit M. teres major als auch mit M. latissimus dorsi Muskeltransfer erzielten sehr zufriedenstellende Ergebnisse auch bei älteren sowie voroperierten Patienten. Es konnte gezeigt werden, dass sich in beiden Gruppen der gesamte Constant Murley Score, sowie die aktive Flexion und Abduktion signifikant (P<0,05) im Verlauf verbesserte. Außerdem wurde in beiden Gruppen ein Fortschreiten der Arthrose verhindert. Vielmehr konnte radiologisch in der Nachuntersuchung eine leichte (P≥0,05) Zunahme des akromiohumeralen Abstands innerhalb der Gruppe mit M. Latissimus dorsi Flap nachgewiesen werden. In der Kategorie ROM zeigte sich im Vergleich ein signifikant höherer Bewegungsumfang in der Gruppe mit Latissimus dorsi Transfer. Während die aktive Aussenrotation bei Patienten mit M. teres major Transfer unverändert blieb, verbesserte sie sich bei denjenigen mit M. latissimus dorsi Transfer signifikant (P<0,05). Zusätzlich war bei LD Transfer das ARO-lag Zeichen signifikant (P<0,05) vermindert wobei es bei M. teres major Transfer unverändert blieb. Optimale Ergebnisse erzielten beide Operationstechniken. Die Komplikationsrate lag bei der Gruppe mit M. teres major Transfer bei einer Flapruptur und einem Ankerausriss. Während in der Gruppe mit M. latissimus doris Transfer es zu keinen Rupturen kam. In Bezug auf das funktionelle Versagen erreichten bei intaktem Flap mit Latissimus dorsi Flap zwei Patienten keine 90 Grad bei Abduktion und Flexion, während es bei drei Patienten mit M. teres major Transfer der Fall war. Aufgrund der Ergebnisse dieser Studie ist die aktuelle Empfehlung bei gut vorselektierten Patienten mit massiven irreparablen posterosuperioren Rotatorenmanschettenrupturen die Durchführung des Latissimus dorsi Muskeltransfers.