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Entwicklung von Erklärvideos für einen Englisch Selbstlernkurs im Rahmen des 'Flipped Classroom' Prinzips
Entwicklung von Erklärvideos für einen Englisch Selbstlernkurs im Rahmen des 'Flipped Classroom' Prinzips
Erklärvideos gewinnen im (Lern-)Alltag immer weiter an Bedeutung. Zu unterschiedlichsten Themen laden sie dabei zum eigenständigen, meist problembasierten Lernen ein. Grund genug sich die Frage zu stellen, wie didaktisch sinnvolle Erklärvideos im Kontext des sogenannten 'Flipped Classroom' zum Sprachenlernen aussehen und funktionieren können. Das Ziel der Arbeit war die Entwicklung und Evaluation von mehreren Erklärvideos für den universitären Englisch Selbstlernkurs FLIP ('Flexible Language-Learning Individualized Programme') Englisch am Sprachenzentrum der LMU München. Es sollte dabei keine retrospektive Betrachtung und Analyse eines bereits bestehenden Phänomens vorgenommen werden, sondern eine bewusst prospektive Schöpfung und Beforschung von neuen Lernmedien. In der Produktion wurde dabei mit dem deutschen Erklärvideopionier 'simpleshow' kooperiert, welcher das neue Konzept technisch umsetzen sollte. Die Studie basierte im methodischen Vorgehen auf der Methodik des sogenannten 'Design-Based Research'. Ziel war es dabei, durch systematische Gestaltung, Durchführung, Überprüfung und Re-Design die Komplexität des neuen Mediums und der neuen Methode zu durchdringen. Dafür wurde in der vorliegenden Studie der Erstellungsprozess der Erklärvideos ausführlich dokumentiert, sowie die Bewertung und Nutzung der insgesamt 98 TeilnehmerInnen des Englisch Selbstlernkurses 'FLIP Englisch' über Fragebögen beforscht. Außerdem wurden aus der Kohorte insgesamt 17 TeilnehmerInnen vertiefend interviewt und deren erledigte Aufgaben hinsichtlich formaler, sprachlicher und inhaltlicher Erfüllung analysiert. In den Ergebnissen aus dem Theorieteil konnten vor allem Merkmale und Funktionen von Erklärvideos im 'Flipped Classroom' zum autonomen Lernen, wie z.B. der sinnvollen eigenständigen Materialnutzung in eigenem Tempo und nach persönlichen Lernpräferenzen, identifiziert werden. Als Erkenntnisse zu Erstellungsprinzipien von Erklärvideos konnten u.a. die sinnhafte Wahl von sprachlichen und nicht-sprachlichen Inhalten, die Reduktion von inhaltlicher und gestalterischer Komplexität sowie die möglichst kreativen Visualisierungen ausgemacht werden. Im Rahmen der Arbeit wurden drei Erklärvideos mit Sprechertext und Visualisierungen zum übergreifenden Themenkomplex 'English job applications' produziert, die dann wie geplant im Selbstlernkurs 'FLIP Englisch' unter realen Bedingungen eingesetzt wurden. Die konkreten Themen waren 'How to write a cover letter', 'How to prepare for a job interview' und 'How to write a CV/resume'. Die Videos stehen dabei auf YouTube auch der Öffentlichkeit kostenlos als 'Open Educational Resources' zur Verfügung und wurden bereits über 90.000 mal angesehen (Stand 07/18). Die Erklärvideos wurden von den Befragten hinsichtlich der Gestaltungsmerkmale und Motivation durchweg positiv bewertet, allerdings gab es Kritikpunkte bezüglich vorhandener Vorerfahrung bzw. Vorwissen: War davon wenig vorhanden, waren die Informationen für einige Studierende nicht ausreichend, waren die Inhalte bereits bekannt, war das Erklärvideo 'nur' eine Wiederholung. Abschließend konnte ein großer Teil der theoretisch identifizierten Funktionen u.a. zur Lernautonomie und Differenzierung sowie von didaktisch sinnvollen Merkmalen des instruierten Inputs aus Erklärvideos validiert werden. Dies lässt abschließend eine Vielzahl an praktischen Implikationen und identifizierten Forschungsdesideraten zu, die zu weiterer Forschung und Praxisarbeit einladen sollen. Die Anknüpfungspunkte ergaben sich dabei vor allem aus der engen Verzahnung von wissenschaftlicher Arbeit und Unterrichtspraxis aus dem gewählten 'Design-Based Reseach' Ansatz der Arbeit. Übergreifend sollen die Ergebnisse, neben den drei entwickelten und nutzbaren Erklärvideos, einen zielführenden Beitrag zur Entwicklung von autonomeren Lernformen für die Anforderungen einer zunehmend digitalen Welt leisten.
Erklärvideos, Flipped Classroom, Design-Based Research, Englisch, Didaktik
Ullmann, Jan
2018
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Ullmann, Jan (2018): Entwicklung von Erklärvideos für einen Englisch Selbstlernkurs im Rahmen des 'Flipped Classroom' Prinzips. Dissertation, LMU München: Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
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Abstract

Erklärvideos gewinnen im (Lern-)Alltag immer weiter an Bedeutung. Zu unterschiedlichsten Themen laden sie dabei zum eigenständigen, meist problembasierten Lernen ein. Grund genug sich die Frage zu stellen, wie didaktisch sinnvolle Erklärvideos im Kontext des sogenannten 'Flipped Classroom' zum Sprachenlernen aussehen und funktionieren können. Das Ziel der Arbeit war die Entwicklung und Evaluation von mehreren Erklärvideos für den universitären Englisch Selbstlernkurs FLIP ('Flexible Language-Learning Individualized Programme') Englisch am Sprachenzentrum der LMU München. Es sollte dabei keine retrospektive Betrachtung und Analyse eines bereits bestehenden Phänomens vorgenommen werden, sondern eine bewusst prospektive Schöpfung und Beforschung von neuen Lernmedien. In der Produktion wurde dabei mit dem deutschen Erklärvideopionier 'simpleshow' kooperiert, welcher das neue Konzept technisch umsetzen sollte. Die Studie basierte im methodischen Vorgehen auf der Methodik des sogenannten 'Design-Based Research'. Ziel war es dabei, durch systematische Gestaltung, Durchführung, Überprüfung und Re-Design die Komplexität des neuen Mediums und der neuen Methode zu durchdringen. Dafür wurde in der vorliegenden Studie der Erstellungsprozess der Erklärvideos ausführlich dokumentiert, sowie die Bewertung und Nutzung der insgesamt 98 TeilnehmerInnen des Englisch Selbstlernkurses 'FLIP Englisch' über Fragebögen beforscht. Außerdem wurden aus der Kohorte insgesamt 17 TeilnehmerInnen vertiefend interviewt und deren erledigte Aufgaben hinsichtlich formaler, sprachlicher und inhaltlicher Erfüllung analysiert. In den Ergebnissen aus dem Theorieteil konnten vor allem Merkmale und Funktionen von Erklärvideos im 'Flipped Classroom' zum autonomen Lernen, wie z.B. der sinnvollen eigenständigen Materialnutzung in eigenem Tempo und nach persönlichen Lernpräferenzen, identifiziert werden. Als Erkenntnisse zu Erstellungsprinzipien von Erklärvideos konnten u.a. die sinnhafte Wahl von sprachlichen und nicht-sprachlichen Inhalten, die Reduktion von inhaltlicher und gestalterischer Komplexität sowie die möglichst kreativen Visualisierungen ausgemacht werden. Im Rahmen der Arbeit wurden drei Erklärvideos mit Sprechertext und Visualisierungen zum übergreifenden Themenkomplex 'English job applications' produziert, die dann wie geplant im Selbstlernkurs 'FLIP Englisch' unter realen Bedingungen eingesetzt wurden. Die konkreten Themen waren 'How to write a cover letter', 'How to prepare for a job interview' und 'How to write a CV/resume'. Die Videos stehen dabei auf YouTube auch der Öffentlichkeit kostenlos als 'Open Educational Resources' zur Verfügung und wurden bereits über 90.000 mal angesehen (Stand 07/18). Die Erklärvideos wurden von den Befragten hinsichtlich der Gestaltungsmerkmale und Motivation durchweg positiv bewertet, allerdings gab es Kritikpunkte bezüglich vorhandener Vorerfahrung bzw. Vorwissen: War davon wenig vorhanden, waren die Informationen für einige Studierende nicht ausreichend, waren die Inhalte bereits bekannt, war das Erklärvideo 'nur' eine Wiederholung. Abschließend konnte ein großer Teil der theoretisch identifizierten Funktionen u.a. zur Lernautonomie und Differenzierung sowie von didaktisch sinnvollen Merkmalen des instruierten Inputs aus Erklärvideos validiert werden. Dies lässt abschließend eine Vielzahl an praktischen Implikationen und identifizierten Forschungsdesideraten zu, die zu weiterer Forschung und Praxisarbeit einladen sollen. Die Anknüpfungspunkte ergaben sich dabei vor allem aus der engen Verzahnung von wissenschaftlicher Arbeit und Unterrichtspraxis aus dem gewählten 'Design-Based Reseach' Ansatz der Arbeit. Übergreifend sollen die Ergebnisse, neben den drei entwickelten und nutzbaren Erklärvideos, einen zielführenden Beitrag zur Entwicklung von autonomeren Lernformen für die Anforderungen einer zunehmend digitalen Welt leisten.