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Monitoring und Evaluation von Health Research Capacity Development auf individueller und organisatorischer Ebene
Monitoring und Evaluation von Health Research Capacity Development auf individueller und organisatorischer Ebene
Drei der insgesamt „Acht Millenniums-Entwicklungsziele“ der Vereinten Nationen adressieren die Gesundheit des Menschen, z. B. die Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten. Für die erfolgreiche Umsetzung dieser Gesundheitsziele stellt die Durchführung adäquater Forschung eine fundamentale Voraussetzung dar. Es ist daher erforderlich, gesundheitsbezogene Forschungskompetenzen systematisch und zielorientiert aufzubauen, weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Health Research Capacity Development (HRCD) kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Denn HRCD befähigt Individuen, Organisationen und Nationen dazu, wertvolle gesundheitsbezogene Forschung durchzuführen. Das Ziel dieser Arbeit war es, HRCD auf individueller und organisatorischer Ebene am Beispiel einer Forschungseinrichtung in Tansania zu evaluieren. Hierbei wurden zwei Forschungsfragen fokussiert betrachtet: 1) Die Vision der untersuchten Forschungseinrichtung und 2) der Abgleich der institutionellen Vision mit den forschungsbezogenen Kompetenzbedarfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zur Beantwortung der beiden Forschungsfragen wurde eine klinische Forschergruppe am Mbeya Medical Research Center (MMRC) in Tansania an zwei Erhebungszeitpunkten qualitativ und quantitativ befragt. Die qualitativen Interviews behandelten u. a. die Themen „Selbsteinschätzung der Motivation und Forschungskompetenzen“, „Capacity Development am MMRC“ und „Karriereentwicklung“. Zur Messung der Forschungskompetenzen wurden neben den Fragen in den Interviews die quantitative „Research Spider“ von Smith et al. 2002 verwendet. Die Interviews wurden mit der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring 2010 ausgewertet und analysiert. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die institutionelle Vision den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht vollständig bekannt ist und sie die Ziele der Institution nur teilweise benennen können. Der Vergleich zwischen den qualitativ und quantitativ erhobenen Forschungskompetenzen wies eine hohe Deckungsgleichheit auf. Zugleich wurde deutlich, dass die Forscherinnen und Forscher bei einigen Forschungskompetenzen Defizite aufweisen, beispielsweise dem Publizieren von Artikeln in Fachzeitschriften, dem Management von Forschungsprojekten und der Leitung von Forschungsteams. In Zukunft sollte der Einfluss einer institutionellen Vision auf die individuelle Entwicklung von Forscherinnen und Forschern stärker beachtet und insbesondere Führungskompetenzen gefördert werden.
Monitoring, Evaluation, Health Research Capacity Development, Vision, Forschungskompetenzen
Huber, Johanna
2018
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Huber, Johanna (2018): Monitoring und Evaluation von Health Research Capacity Development auf individueller und organisatorischer Ebene. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Drei der insgesamt „Acht Millenniums-Entwicklungsziele“ der Vereinten Nationen adressieren die Gesundheit des Menschen, z. B. die Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten. Für die erfolgreiche Umsetzung dieser Gesundheitsziele stellt die Durchführung adäquater Forschung eine fundamentale Voraussetzung dar. Es ist daher erforderlich, gesundheitsbezogene Forschungskompetenzen systematisch und zielorientiert aufzubauen, weiterzuentwickeln und zu verbreiten. Health Research Capacity Development (HRCD) kann hierzu einen wertvollen Beitrag leisten. Denn HRCD befähigt Individuen, Organisationen und Nationen dazu, wertvolle gesundheitsbezogene Forschung durchzuführen. Das Ziel dieser Arbeit war es, HRCD auf individueller und organisatorischer Ebene am Beispiel einer Forschungseinrichtung in Tansania zu evaluieren. Hierbei wurden zwei Forschungsfragen fokussiert betrachtet: 1) Die Vision der untersuchten Forschungseinrichtung und 2) der Abgleich der institutionellen Vision mit den forschungsbezogenen Kompetenzbedarfen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Zur Beantwortung der beiden Forschungsfragen wurde eine klinische Forschergruppe am Mbeya Medical Research Center (MMRC) in Tansania an zwei Erhebungszeitpunkten qualitativ und quantitativ befragt. Die qualitativen Interviews behandelten u. a. die Themen „Selbsteinschätzung der Motivation und Forschungskompetenzen“, „Capacity Development am MMRC“ und „Karriereentwicklung“. Zur Messung der Forschungskompetenzen wurden neben den Fragen in den Interviews die quantitative „Research Spider“ von Smith et al. 2002 verwendet. Die Interviews wurden mit der strukturierenden Inhaltsanalyse nach Mayring 2010 ausgewertet und analysiert. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die institutionelle Vision den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht vollständig bekannt ist und sie die Ziele der Institution nur teilweise benennen können. Der Vergleich zwischen den qualitativ und quantitativ erhobenen Forschungskompetenzen wies eine hohe Deckungsgleichheit auf. Zugleich wurde deutlich, dass die Forscherinnen und Forscher bei einigen Forschungskompetenzen Defizite aufweisen, beispielsweise dem Publizieren von Artikeln in Fachzeitschriften, dem Management von Forschungsprojekten und der Leitung von Forschungsteams. In Zukunft sollte der Einfluss einer institutionellen Vision auf die individuelle Entwicklung von Forscherinnen und Forschern stärker beachtet und insbesondere Führungskompetenzen gefördert werden.