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Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I und der Einfluss von psycho-sozialen Faktoren auf die Körperschemastörung
Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I und der Einfluss von psycho-sozialen Faktoren auf die Körperschemastörung
Diese Querschnittstudie untersuchte, ob beim CRPS ein Zusammenhang existiert zwischen dem Ausprägungsgrad einer Körperschemastörung (KSS) versus psycho-sozialen Faktoren, Schmerzintensität und Erkrankungsdauer. Zu diesem Zweck wurden 60 Patienten untersucht, die seit mindestens 6 Monaten an einem CRPS Typ I der rechten oder linken Hand erkrankt waren. Mittels validierter Erhebungsinstrumente wurden umfangreiche medizinische und psycho-soziale Variablen erfasst. Zur Erhebung der KSS kamen sowohl der Galer and Jensen Behavioral Questionnaire als auch die im Rahmen dieser Arbeit übersetzte und geänderte BATH CRPS Body Perception Disturbance Scale zum Einsatz. Es zeigte sich eine geringe motorische und kognitive Ausprägung der KSS. Die von den Teilnehmern angefertigten Zeichnungen der erkrankten Hand belegte jedoch, dass 84 % unter Verzerrung ihres Körperschemas litten. Der Ausprägungsgrad der KSS stand in einem signifikanten Zusammenhang mit Depression, Angst, gegenwärtigem Stress, Lebensqualität sowie Schmerzintensität. Stress in den 12 Monaten vor Beginn des CRPS, Trauma in der Kindheit sowie Erkrankungsdauer zeigten hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit KSS. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KSS beim CRPS einen multifaktoriellen Prozess darstellt, in dem sich physiologische, kognitive sowie psycho-soziale Komponenten gegenseitig beeinflussen. Eine optimale Behandlung sollte daher diese Mechanismen adressieren.
CRPS Depression Angst Stress Schmerzintensität Erkrankungsdauer
Schulte-Göcking, Heike
2018
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Schulte-Göcking, Heike (2018): Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) Typ I und der Einfluss von psycho-sozialen Faktoren auf die Körperschemastörung. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Diese Querschnittstudie untersuchte, ob beim CRPS ein Zusammenhang existiert zwischen dem Ausprägungsgrad einer Körperschemastörung (KSS) versus psycho-sozialen Faktoren, Schmerzintensität und Erkrankungsdauer. Zu diesem Zweck wurden 60 Patienten untersucht, die seit mindestens 6 Monaten an einem CRPS Typ I der rechten oder linken Hand erkrankt waren. Mittels validierter Erhebungsinstrumente wurden umfangreiche medizinische und psycho-soziale Variablen erfasst. Zur Erhebung der KSS kamen sowohl der Galer and Jensen Behavioral Questionnaire als auch die im Rahmen dieser Arbeit übersetzte und geänderte BATH CRPS Body Perception Disturbance Scale zum Einsatz. Es zeigte sich eine geringe motorische und kognitive Ausprägung der KSS. Die von den Teilnehmern angefertigten Zeichnungen der erkrankten Hand belegte jedoch, dass 84 % unter Verzerrung ihres Körperschemas litten. Der Ausprägungsgrad der KSS stand in einem signifikanten Zusammenhang mit Depression, Angst, gegenwärtigem Stress, Lebensqualität sowie Schmerzintensität. Stress in den 12 Monaten vor Beginn des CRPS, Trauma in der Kindheit sowie Erkrankungsdauer zeigten hingegen keinen signifikanten Zusammenhang mit KSS. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KSS beim CRPS einen multifaktoriellen Prozess darstellt, in dem sich physiologische, kognitive sowie psycho-soziale Komponenten gegenseitig beeinflussen. Eine optimale Behandlung sollte daher diese Mechanismen adressieren.