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Diagnostik und Therapie der koronaren Herzerkrankung. Geschlechtsunterschiede, nicht-invasive Diagnostik mittels Cardio-MR und medikamentöse Therapie des akuten Koronarsyndroms
Diagnostik und Therapie der koronaren Herzerkrankung. Geschlechtsunterschiede, nicht-invasive Diagnostik mittels Cardio-MR und medikamentöse Therapie des akuten Koronarsyndroms
Zusammenfassend konnten wir zeigen, dass die Mortalität des akuten Koronarsyndroms, insbesondere des STEMI, in den letzten beiden Jahrzehnten bei Frauen und bei Männern dramatisch gesunken ist. Die hospitale Mortalität des STEMI ist bei Frauen jedoch um 20% höher als bei Männern trotz des technisch gleichen Erfolges bei beiden Geschlechtern. Wenn in der diagnostischen Koronarangiographie die Diagnose einer KHK gestellt wird, gibt es keinen Unterschied in der Häufigkeit einer Empfehlung für eine akute Reperfusionstherapie. Frauen haben häufiger eine nicht-stenosierende KHK. Möglicherweise hängt dies mit den bei Frauen häufiger vorkommenden Risikofaktoren Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie zusammen. Nach Adjustierung für Alter und weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren fanden sich keine Unterschiede in der Langzeitmortalität nach STEMI und NSTEMI bei Männern und Frauen. Es gibt verschiedene Gründe für die sinkende Mortalität der KHK. Ein möglicher Grund ist die verbesserte und früher einsetzende nicht-invasive Diagnostik. Wir konnten dazu einen kleinen Beitrag leisten und zeigten, dass die Gabe von sublingual appliziertem Nitroglycerin die Performance der Magnetresonanz-Koronarangiographie (MRCA) verbessern kann. Weiterhin entwickelten wir einen Algorithmus, der die funktionelle Adenosin-Stress-CMR und die morphologische MRCA verbindet und somit die Spezifität bei der Diagnostik einer KHK verbessern kann. Ein weiterer Grund für die sinkende KHK-Mortalität ist die verbesserte medikamentöse Therapie. Zum einen in der Primär- und Sekundärprophylaxe, zum anderen in der Akutbehandlung des akuten Koronarsyndroms. Wir konnten zeigen, dass Abciximab im klinischen Alltag bei der Therapie des STEMIs mit einer niedrigeren Einjahresmortalität assoziiert ist. Bei Frauen scheint dieser Effekt weniger ausgeprägt zu sein. Daneben konnten wir zeigen, dass eine kombinierte adjuvante Therapie mit ASS, Clopidogrel und Enoxaparin bei der Therapie des akuten Koronarsyndroms im klinischen Alltag effektiver ist als jene mit ASS und unfraktioniertem Heparin.
Koronare Herzerkrankung Frauen Akutes Koronarsyndrom Geschlechtsunterschiede Medikamentöse Therapie Cardio-MRT Nicht-invasive Diagnostik
Heer, Tobias
2018
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Heer, Tobias (2018): Diagnostik und Therapie der koronaren Herzerkrankung: Geschlechtsunterschiede, nicht-invasive Diagnostik mittels Cardio-MR und medikamentöse Therapie des akuten Koronarsyndroms. Habilitationsschrift, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Zusammenfassend konnten wir zeigen, dass die Mortalität des akuten Koronarsyndroms, insbesondere des STEMI, in den letzten beiden Jahrzehnten bei Frauen und bei Männern dramatisch gesunken ist. Die hospitale Mortalität des STEMI ist bei Frauen jedoch um 20% höher als bei Männern trotz des technisch gleichen Erfolges bei beiden Geschlechtern. Wenn in der diagnostischen Koronarangiographie die Diagnose einer KHK gestellt wird, gibt es keinen Unterschied in der Häufigkeit einer Empfehlung für eine akute Reperfusionstherapie. Frauen haben häufiger eine nicht-stenosierende KHK. Möglicherweise hängt dies mit den bei Frauen häufiger vorkommenden Risikofaktoren Diabetes mellitus und arterielle Hypertonie zusammen. Nach Adjustierung für Alter und weitere kardiovaskuläre Risikofaktoren fanden sich keine Unterschiede in der Langzeitmortalität nach STEMI und NSTEMI bei Männern und Frauen. Es gibt verschiedene Gründe für die sinkende Mortalität der KHK. Ein möglicher Grund ist die verbesserte und früher einsetzende nicht-invasive Diagnostik. Wir konnten dazu einen kleinen Beitrag leisten und zeigten, dass die Gabe von sublingual appliziertem Nitroglycerin die Performance der Magnetresonanz-Koronarangiographie (MRCA) verbessern kann. Weiterhin entwickelten wir einen Algorithmus, der die funktionelle Adenosin-Stress-CMR und die morphologische MRCA verbindet und somit die Spezifität bei der Diagnostik einer KHK verbessern kann. Ein weiterer Grund für die sinkende KHK-Mortalität ist die verbesserte medikamentöse Therapie. Zum einen in der Primär- und Sekundärprophylaxe, zum anderen in der Akutbehandlung des akuten Koronarsyndroms. Wir konnten zeigen, dass Abciximab im klinischen Alltag bei der Therapie des STEMIs mit einer niedrigeren Einjahresmortalität assoziiert ist. Bei Frauen scheint dieser Effekt weniger ausgeprägt zu sein. Daneben konnten wir zeigen, dass eine kombinierte adjuvante Therapie mit ASS, Clopidogrel und Enoxaparin bei der Therapie des akuten Koronarsyndroms im klinischen Alltag effektiver ist als jene mit ASS und unfraktioniertem Heparin.