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Baudisch, Franziska (2018): Die Optische Kohärenztomographie (OCT) - Analyse der retinalen Nervenfaserschicht und der Retinafundusdicke nach Alter, Papillengröße und Refraktionsfehler sowie bei Patienten mit Optikopathien und arterieller Hypertonie. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Verschiedene Optikopathien können zu charakteristischen Veränderungen der retinalen Nervenfaserschicht (RNFL) und der retinalen Dicke des hinteren Augenpols (Fundus) führen. Um möglichst früh schon kleinste strukturelle Schäden der Netzhaut festzustellen, nutzt man die Optische Kohärenztomographie (OCT). Diese kann hochauflösende zwei-und dreidimensionale Bilder des Augenhintergrundes erzeugen und ermöglicht dadurch eine Früherkennung und bessere Kontrollierbarkeit verschiedener Optikopathien. Die OCT wird in der heutigen modernen Augenheilkunde als Routineuntersuchung bei Verdacht auf pathologische Veränderungen im Bereich des hinteren Augenabschnittes und zur Früherkennung verschiedener Erkrankungen eingesetzt. Die Frage, die sich uns stellte, in wie weit nimmt die Größe des Sehnervenkopfes, das Alter und die Sehschärfe eines Patienten Einfluss auf die Ergebnisse der OCT-Messungen. Dies führte zur Überlegung, ob durch Nichtbeachtung dieser Einflussfaktoren falsche Befunde erhoben werden. Bereits bestehende Studien konnten einen bedeutenden Zusammenhang dieser Einflussfaktoren auf die Dicke der retinalen Nervenfaserschicht feststellen. Ziel der Arbeit war es, eine weitere große Anzahl an Normwerten zu ermitteln und auszuwerten, um die Differenzierung zwischen „fraglich-pathologischen“ und „gesunden" Befunden zu erhöhen sowie falsch positive Befunde zu vermeiden. Zudem wurde hinterfragt, wie groß sich der Nutzen der OCT in der Früherkennung und Verlaufskontrolle einiger wichtiger Optikopathien darstellt. Auch hier zeigen bereits viele Studien eindrückliche Ergebnisse, die in unserer Studie ggf. bestätigt werden sollten. In unserer Studie wurden 170 Patienten mittels OCT und automatischer Refraktometrie untersucht, davon wurden 300 „normale“ Augen und 39 „pathologische“ Augen ausgewertet. Alle Messungen wurden anschließend bearbeitet, um reproduzierbare und zuverlässige Daten zu erhalten.Wir konnten einen relativ starken Zusammenhang des Alters auf die RNFL-Dicke und retinalen Fundusdicke feststellen. Auch die Papillengröße und der Refraktionsfehler der Patienten zeigte in einigen Bereichen eine schwache lineare Korrelation mit der Dicke der retinalen Nervenfaserschicht und der Fundusdicke. In fast allen Bereichen wurde eine signifikante Reduktion der RNFL-Dicke und retinalen Fundusdicke zwischen der "Norm-Gruppe" und der einzelnen Optikopathien festgestellt. Ergänzt wurden diese Ergebnisse durch weitere Tests mit einer altersbegrenzten Normgruppe (20-45 Jahre) und einer "älteren" Gruppe (60-80 Jahre). Hier zeigten sich unterschiedliche Ergebnisse, was an der geringen Fallzahl sowie Altersstreuung liegen könnte. Zukünftige Studien an größeren Fallzahlen scheinen hier durchaus sinnvoll, um reproduzierbare Daten zu erhalten. Durch unserer Ergebnisse lässt sich wiederholt feststellen, dass die Optische Kohärenztomographie ein unverzichtbares und wegweisendes Diagnostikinstrument in der Ophthalmolgie darstellt. Die zunehmende Reduktion der RNFL-Dicke mit Zunahme des Alters der Patienten sollte in zukünftigen OCT-Messungen berücksichtigt werden. Ebenso sollte die Sehstärke des Patienten und die Papillengröße in der OCT- Befundung nicht vernachlässigt werden. Die signifikante Abnahme der RNFL-Dicke und retinalen Fundusdicke bei fast allen Optikopathien spiegelt den hohen Wert, den die OCT in der Früherkennung und Verlaufskontrolle verschiedener Optikopathien einnimmt, wider, da andere Untersuchungsmethoden keine vergleichbaren Messungen in diesem Sektor erfassen können.