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Radioembolisation zur Behandlung von Lebermetastasen des Mammakarzinoms: Nebenwirkung, Therapieansprechen und prognostische Faktoren
Radioembolisation zur Behandlung von Lebermetastasen des Mammakarzinoms: Nebenwirkung, Therapieansprechen und prognostische Faktoren
Ziel der vorliegenden Studie ist es, Nebenwirkung, Therapieansprechen und prognostische Faktoren der 90Y Mikrosphären-RE bei nicht resezierbaren Lebermetastasen des Mammakarzinoms retrospektiv zu untersuchen. Die in der vorliegenden Studie eingeschlossenen 81 Patientinnen mit hepatisch metastasiertem Mammakarzinom erhielten eine RE im Zeitraum von März 2003 bis August 2013. Insgesamt haben 58 Patientinnen eine RE in einer Sitzung (GL-Gruppe) und die übrigen 23 Patientinnen in zwei Sitzungen (SL-Gruppe) erhalten. Eine akute Toxizität wurde anhand von täglichen klinischen Untersuchungen und Bluttests bis zu drei Tage nach RE kontrolliert. Eine späte Toxizität wurde bis zu 12 Wochen nach RE beurteilt. Das Gesamtüberleben, das Ansprechen im 18F-Fluoro-2-desoxyglucose-Positronenemissionstomogramm (18F-FDG-PET; definiert als Abnahme der 18F-FDG Aufnahme > 30% nach RE) und der Carbohydrate Antigen 15-3 (Ca 15-3) Spiegel im Serum (jede Abnahme) wurden dokumentiert. Die prognostische Wertigkeit prätherapeutischer Charakteristika, Vortherapien, Leberfunktionstests und Positronenemsissionstomogramm / Computertomographie (PET/CT) - Parameter wurden anhand einer univariaten und multivariaten Cox Regression untersucht. Ein Toxizitätsgrad ≥ 3 basierend auf klinischen Symptomen, Bilirubin, Ulzerationen, Pankreatitis, Aszites oder einer radioembolization induced liver disease (REILD; definiert als Serumbilirubinwert ≥ 3 mg/dl und Auftreten von Aszites ein oder zwei Monate nach RE) trat bei ≤ 10% der Patientinnen auf. Zwei Patientinnen verstarben an einer REILD. Eine RE in separaten Sitzungen - und das Fehlen einer vorherigen gefäßsupprimierenden Therapie, waren mit einer niedrigeren Rate an schwerwiegend unerwünschten Ereignissen verbunden. Insgesamt zeigten 29 Patientinnen (29 von 56, 52%) der Gesamtkohorte ein metabolisches Ansprechen im 18F-FDG PET (GL: 22 von 42, 29%; SL: 7 von 14, 50%). Vor Therapiebeginn hatten 46 von 81 Patientinnen (57%) einen erhöhten Ca 15-3 Serumspiegel. Drei Monate nach RE zeigten 28 Patientinnen (28 von 46, 61%) in der Nachsorgeuntersuchung ein Ansprechen auf die RE, basierend auf einem Rückgang des Ca 15-3-Spiegels (GL: 22 von 34, 65%; SL: 6 von 12, 50%)). Das mittlere Gesamtüberleben nach RE betrug 35 Wochen (Interquartilsabstand von 41 Wochen). Ein Tumorleberverhältnis von ≥ 50% (p < 0,001) und eine Transaminasentoxizität ≥ Grad 2 zum Zeitpunkt der Vordiagnostik (p = 0,009) waren unabhängig mit einer signifikanten Reduktion des Gesamtüberlebens nach RE verbunden. Insgesamt ist die RE bei Patientinnen mit einem hepatisch metastasierten Mammakarzinom ein palliatives Therapieverfahren, mit hohen lokalen Ansprechraten und einer relativ niedrigen Inzidenz für schwerwiegend unerwünschte Ereignisse insbesondere für die Patientinnen, die eine Behandlung der Leberlappen in separaten Sitzungen oder keine vorherige gefäßsupprimierende Therapie erhalten haben. Eine hohe Lebertransaminasentoxizität vor Therapiebeginn, sowie ein ausgedehnter Tumorbefall der Leber (Tumorleberverhältnis ≥ 50%) sind mit einem kürzeren Überleben verbunden. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie geben wichtige Anhaltspunkte zur Verträglichkeit einer RE, sowie zur Vermeidung schwerwiegender unerwünschter Ereignisse.
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Lechner, Hanna
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Lechner, Hanna (2017): Radioembolisation zur Behandlung von Lebermetastasen des Mammakarzinoms: Nebenwirkung, Therapieansprechen und prognostische Faktoren. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Ziel der vorliegenden Studie ist es, Nebenwirkung, Therapieansprechen und prognostische Faktoren der 90Y Mikrosphären-RE bei nicht resezierbaren Lebermetastasen des Mammakarzinoms retrospektiv zu untersuchen. Die in der vorliegenden Studie eingeschlossenen 81 Patientinnen mit hepatisch metastasiertem Mammakarzinom erhielten eine RE im Zeitraum von März 2003 bis August 2013. Insgesamt haben 58 Patientinnen eine RE in einer Sitzung (GL-Gruppe) und die übrigen 23 Patientinnen in zwei Sitzungen (SL-Gruppe) erhalten. Eine akute Toxizität wurde anhand von täglichen klinischen Untersuchungen und Bluttests bis zu drei Tage nach RE kontrolliert. Eine späte Toxizität wurde bis zu 12 Wochen nach RE beurteilt. Das Gesamtüberleben, das Ansprechen im 18F-Fluoro-2-desoxyglucose-Positronenemissionstomogramm (18F-FDG-PET; definiert als Abnahme der 18F-FDG Aufnahme > 30% nach RE) und der Carbohydrate Antigen 15-3 (Ca 15-3) Spiegel im Serum (jede Abnahme) wurden dokumentiert. Die prognostische Wertigkeit prätherapeutischer Charakteristika, Vortherapien, Leberfunktionstests und Positronenemsissionstomogramm / Computertomographie (PET/CT) - Parameter wurden anhand einer univariaten und multivariaten Cox Regression untersucht. Ein Toxizitätsgrad ≥ 3 basierend auf klinischen Symptomen, Bilirubin, Ulzerationen, Pankreatitis, Aszites oder einer radioembolization induced liver disease (REILD; definiert als Serumbilirubinwert ≥ 3 mg/dl und Auftreten von Aszites ein oder zwei Monate nach RE) trat bei ≤ 10% der Patientinnen auf. Zwei Patientinnen verstarben an einer REILD. Eine RE in separaten Sitzungen - und das Fehlen einer vorherigen gefäßsupprimierenden Therapie, waren mit einer niedrigeren Rate an schwerwiegend unerwünschten Ereignissen verbunden. Insgesamt zeigten 29 Patientinnen (29 von 56, 52%) der Gesamtkohorte ein metabolisches Ansprechen im 18F-FDG PET (GL: 22 von 42, 29%; SL: 7 von 14, 50%). Vor Therapiebeginn hatten 46 von 81 Patientinnen (57%) einen erhöhten Ca 15-3 Serumspiegel. Drei Monate nach RE zeigten 28 Patientinnen (28 von 46, 61%) in der Nachsorgeuntersuchung ein Ansprechen auf die RE, basierend auf einem Rückgang des Ca 15-3-Spiegels (GL: 22 von 34, 65%; SL: 6 von 12, 50%)). Das mittlere Gesamtüberleben nach RE betrug 35 Wochen (Interquartilsabstand von 41 Wochen). Ein Tumorleberverhältnis von ≥ 50% (p < 0,001) und eine Transaminasentoxizität ≥ Grad 2 zum Zeitpunkt der Vordiagnostik (p = 0,009) waren unabhängig mit einer signifikanten Reduktion des Gesamtüberlebens nach RE verbunden. Insgesamt ist die RE bei Patientinnen mit einem hepatisch metastasierten Mammakarzinom ein palliatives Therapieverfahren, mit hohen lokalen Ansprechraten und einer relativ niedrigen Inzidenz für schwerwiegend unerwünschte Ereignisse insbesondere für die Patientinnen, die eine Behandlung der Leberlappen in separaten Sitzungen oder keine vorherige gefäßsupprimierende Therapie erhalten haben. Eine hohe Lebertransaminasentoxizität vor Therapiebeginn, sowie ein ausgedehnter Tumorbefall der Leber (Tumorleberverhältnis ≥ 50%) sind mit einem kürzeren Überleben verbunden. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie geben wichtige Anhaltspunkte zur Verträglichkeit einer RE, sowie zur Vermeidung schwerwiegender unerwünschter Ereignisse.