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Epidemiologie von Asthma bronchiale, allergischer Rhinitis und Ekzem bei Schulkindern in Madagaskar
Epidemiologie von Asthma bronchiale, allergischer Rhinitis und Ekzem bei Schulkindern in Madagaskar
Nach wie vor herrscht großer Mangel an validen Daten betreffend atopischer Erkrankungen bei Kindern in Afrika. Dazu gehören Asthma bronchiale, allergische Rhinitis und atopisches Ekzem. Die Überprüfung von Theorien zur Ätiologie sowie der Evaluation von Risikofaktoren ist wünschenswert. Dafür ist das Miteinbeziehen neuer Studienorte obligat. Für die Studie wurden 212 Kinder zwischen 8 und 15 Jahren in 8 Dörfern im Distrikt Fihaonana, nahe Antananarivo (Luftlinie ca. 85 km), rekrutiert. Es wurden empirische Daten anhand eines modifizierten Fragebogens der International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC), mit Spirometrie einschließlich Bronchospasmolyse und Prick-Test erhoben. Die vorliegenden Daten wurden mit der Vorgängerstudie VAVANY (Durchführung in der Hauptstadt) verglichen. Die Symptome von Asthma bronchiale zeigen in Madagaskar eine hohe Prävalenz. Diese lagen bei 36,0% für Wheeze ever und 28,2% für Wheeze letzte 12 Monate. Die anamnestischen Angaben ließen sich durch die Lungenfunktionsprüfung verifizieren. Durch eine positive Hautreaktion im Prick-Test, vornehmlich durch Kakerlake, stellte sich ein vorwiegend atopisches Asthma bronchiale dar. Die hohe Prävalenz von Asthma bronchiale sowie ein vorrangig atopischer Phänotyp ist in einem Entwicklungsland überraschend. Bisherige Studien wiesen dies vornehmlich Industrieländern mit hohem sozioökonomischen Status zu. Entwicklungsregionen mit einer mehrfach nachgewiesenen, hohen Asthma-Prävalenz, wie Südamerika, zeigen hauptsächlich ein nicht-allergisches Asthma. Der dokumentierte Phänotyp in Madagaskar stellt diesbezügliche Annahmen weiter in Frage. Rhinitische Symptome wurden ebenfalls häufig angegeben. Nasenprobleme jemals von 64,1% und Nasenprobleme letzte 12 M. von 64,9% der befragten Kinder. Dagegen lagen ekzematöse Symptome mit Hautausschlag juckend jemals 7,9% und Hautausschlag juckend letzte 12 Monate 5,3% im globalen Durchschnitt nach ISAAC. Die rhinitischen und ekzematösen Symptome erwiesen keinen signifikanten Zusammenhang zur Atopie. Damit sind hierfür eine nicht-allergische Genese anzunehmen, am ehesten infektiös.
Asthma bronchiale, allergische Rhinitis, Ekzem, Madagaskar, Schulkinder
Götschke, Melanie
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Götschke, Melanie (2017): Epidemiologie von Asthma bronchiale, allergischer Rhinitis und Ekzem bei Schulkindern in Madagaskar. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Licence: Creative Commons: Attribution 4.0 (CC-BY)
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Abstract

Nach wie vor herrscht großer Mangel an validen Daten betreffend atopischer Erkrankungen bei Kindern in Afrika. Dazu gehören Asthma bronchiale, allergische Rhinitis und atopisches Ekzem. Die Überprüfung von Theorien zur Ätiologie sowie der Evaluation von Risikofaktoren ist wünschenswert. Dafür ist das Miteinbeziehen neuer Studienorte obligat. Für die Studie wurden 212 Kinder zwischen 8 und 15 Jahren in 8 Dörfern im Distrikt Fihaonana, nahe Antananarivo (Luftlinie ca. 85 km), rekrutiert. Es wurden empirische Daten anhand eines modifizierten Fragebogens der International Study of Asthma and Allergies in Childhood (ISAAC), mit Spirometrie einschließlich Bronchospasmolyse und Prick-Test erhoben. Die vorliegenden Daten wurden mit der Vorgängerstudie VAVANY (Durchführung in der Hauptstadt) verglichen. Die Symptome von Asthma bronchiale zeigen in Madagaskar eine hohe Prävalenz. Diese lagen bei 36,0% für Wheeze ever und 28,2% für Wheeze letzte 12 Monate. Die anamnestischen Angaben ließen sich durch die Lungenfunktionsprüfung verifizieren. Durch eine positive Hautreaktion im Prick-Test, vornehmlich durch Kakerlake, stellte sich ein vorwiegend atopisches Asthma bronchiale dar. Die hohe Prävalenz von Asthma bronchiale sowie ein vorrangig atopischer Phänotyp ist in einem Entwicklungsland überraschend. Bisherige Studien wiesen dies vornehmlich Industrieländern mit hohem sozioökonomischen Status zu. Entwicklungsregionen mit einer mehrfach nachgewiesenen, hohen Asthma-Prävalenz, wie Südamerika, zeigen hauptsächlich ein nicht-allergisches Asthma. Der dokumentierte Phänotyp in Madagaskar stellt diesbezügliche Annahmen weiter in Frage. Rhinitische Symptome wurden ebenfalls häufig angegeben. Nasenprobleme jemals von 64,1% und Nasenprobleme letzte 12 M. von 64,9% der befragten Kinder. Dagegen lagen ekzematöse Symptome mit Hautausschlag juckend jemals 7,9% und Hautausschlag juckend letzte 12 Monate 5,3% im globalen Durchschnitt nach ISAAC. Die rhinitischen und ekzematösen Symptome erwiesen keinen signifikanten Zusammenhang zur Atopie. Damit sind hierfür eine nicht-allergische Genese anzunehmen, am ehesten infektiös.