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Burnouterleben bei stationär behandelten depressiven Patienten und Wirksamkeit stationärer kognitiv-behavioraler Therapie bei Patienten mit Burnouterleben
Burnouterleben bei stationär behandelten depressiven Patienten und Wirksamkeit stationärer kognitiv-behavioraler Therapie bei Patienten mit Burnouterleben
Das am weitesten verbreitetete Modell zur Beschreibung von Burnouterleben stammt von Maslach et al. (1981), das aus den drei Dimensionen „Emotionale Erschöpfung“, „Depersonalisation“ und „reduzierte Leistungsfähigkeit“ besteht. Aktuell wird Burnout jedoch eher als subjektives Krankheitskonzept von Patienten diskutiert als als eigenständige Diagnose. In dieser Studie wurde das Ausmaß des Burnouterlebens bei stationären depressiven Patienten untersucht, sowie die Zusammenhänge zu beruflichen Gratifikationskrisen nach Siegrist (1996) und privaten Gratifikationskrisen nach Sperlich et al. (2009). Zudem wurde überpruft, wie sich das Burnouterleben auf den Therapieerfolg der stationären Depressionsbehandlung auswirkt. Anhand eines Diagnoseinterviews und eines Fragebogensets wurden diese Fragestellungen an einer Stichprobe von 100 stationären depressiven Patienten getestet. Die Ergebnisse zeigten ein hohes Burnouterleben der vorliegenden Stichprobe, dabei korrelierten Burnout-Erleben und depressive Symptombelastung signifikant miteinander. Auch ein Zusammenhang zwischen beruflichen Gratifikationskrisen und Burnouterleben konnte bestätigt werden. Die Untersuchungen zu privaten Gratifikationskrisen erbrachten keine signifikanten Ergebnisse. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass starkes Burnouterleben mit einer geringeren Reduktion der Depressivitat bei Entlassung korreliert. Die starke Ausprägung des Burnouterlebens bei der vorliegenden Stichprobe lasst darauf schließen, dass dieses subjektive Krankheitskonzept bei Depressionspatienten weit verbreitet ist. Der Zusammenhang mit beruflichen Gratifikationskrisen zeigt die Wichtigkeit der Prävention von Burnouterleben im innerbetrieblichen Rahmen. Wie erwartet wiesen depressive Patienten mit Burnouterleben ein schlechteres Therapieoutcome auf. Die Erfassung des subjektiven Krankheitskonzepts einer Depression scheint somit von entscheidender Bedeutung zu sein. Da es in unserer Untersuchung zu einem zu geringen Rücklauf von vollständigen Angaben zu privaten Gratifikationskrisen kam, empfiehlt es sich, diese Zusammenhänge noch einmal in zukünftigen Arbeiten an einer geeigneteren Stichprobe zu untersuchen.
Burnout, Depression, Gratifikationskrise, kognitiv-behaviorale Therapie
Tuanama-Schuler, Hannah
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Tuanama-Schuler, Hannah (2017): Burnouterleben bei stationär behandelten depressiven Patienten und Wirksamkeit stationärer kognitiv-behavioraler Therapie bei Patienten mit Burnouterleben. Dissertation, LMU München: Faculty of Medicine
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Abstract

Das am weitesten verbreitetete Modell zur Beschreibung von Burnouterleben stammt von Maslach et al. (1981), das aus den drei Dimensionen „Emotionale Erschöpfung“, „Depersonalisation“ und „reduzierte Leistungsfähigkeit“ besteht. Aktuell wird Burnout jedoch eher als subjektives Krankheitskonzept von Patienten diskutiert als als eigenständige Diagnose. In dieser Studie wurde das Ausmaß des Burnouterlebens bei stationären depressiven Patienten untersucht, sowie die Zusammenhänge zu beruflichen Gratifikationskrisen nach Siegrist (1996) und privaten Gratifikationskrisen nach Sperlich et al. (2009). Zudem wurde überpruft, wie sich das Burnouterleben auf den Therapieerfolg der stationären Depressionsbehandlung auswirkt. Anhand eines Diagnoseinterviews und eines Fragebogensets wurden diese Fragestellungen an einer Stichprobe von 100 stationären depressiven Patienten getestet. Die Ergebnisse zeigten ein hohes Burnouterleben der vorliegenden Stichprobe, dabei korrelierten Burnout-Erleben und depressive Symptombelastung signifikant miteinander. Auch ein Zusammenhang zwischen beruflichen Gratifikationskrisen und Burnouterleben konnte bestätigt werden. Die Untersuchungen zu privaten Gratifikationskrisen erbrachten keine signifikanten Ergebnisse. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass starkes Burnouterleben mit einer geringeren Reduktion der Depressivitat bei Entlassung korreliert. Die starke Ausprägung des Burnouterlebens bei der vorliegenden Stichprobe lasst darauf schließen, dass dieses subjektive Krankheitskonzept bei Depressionspatienten weit verbreitet ist. Der Zusammenhang mit beruflichen Gratifikationskrisen zeigt die Wichtigkeit der Prävention von Burnouterleben im innerbetrieblichen Rahmen. Wie erwartet wiesen depressive Patienten mit Burnouterleben ein schlechteres Therapieoutcome auf. Die Erfassung des subjektiven Krankheitskonzepts einer Depression scheint somit von entscheidender Bedeutung zu sein. Da es in unserer Untersuchung zu einem zu geringen Rücklauf von vollständigen Angaben zu privaten Gratifikationskrisen kam, empfiehlt es sich, diese Zusammenhänge noch einmal in zukünftigen Arbeiten an einer geeigneteren Stichprobe zu untersuchen.