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Kasper, Judith (2017): Stellenwert der modernen Ultraschalldiagnostik in der Erkennung und Klassifizierung adrenaler Raumforderungen. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Einleitung: Durch den vermehrten Einsatz bildgebender Verfahren erhöht sich die Anzahl zufällig entdeckter adrenaler Raumforderungen. Ziel dieser Studie war es den Stellenwert der quantifizierten Kontrastmittelsonographie hinsichtlich ihrer Fähigkeit Nebennierenraumforderungen (NNRF) ihren Dignitäten und Entitäten entsprechend zuzuordnen, zu evaluieren. Material und Methoden: Bei 52 Patienten mit 52 NNRF wurde eine Kontrastmittelsonographie mit dem Kontrastmittel SonoVue® durchgeführt. Bei den 22 untersuchten Kontrastmittelparametern handelte es sich sowohl um Zeit- (zB. Rise Time [s], Fall Time [s]), als auch um Amplitudenparameter (zB. Peak-Enhancement [%], Wash-in AUC [%]). Als Referenzmethode galten Histologie (n=28), MRT- (n=22) oder CT- (n=31) Untersuchungen. Zudem erhielten alle Patienten eine Hormondiagnostik. Ergebnisse: NNRF können in benigne (adenomatöse RF) oder maligne (Phäochromozytome, Nebennierenkarzinome, Nebennierenmetastasen, Liposarkome) anhand von folgenden Kontrastmittelparametern mit einer 100% Sensitivität und Spezifität differenziert werden: Peak-Enhancement [%], Wash-in Perfusion Index [%], Wash-out AUC [%] und Wash-in and Wash-out AUC [%]. Eine weitere Unterscheidung gelang mit den Parametern Wash-in AUC [%], Wash-in-Rate [%], Wash-out-Rate [%] und Time to Peak [s]. Eine Differenzierung in verschiedene Entitäten gelang bei den inaktiven Adenomen, sowie Conn-Syndromen gegenüber den Phäochromozytomen und Nebennierenkarzinomen. Eine Unterscheidung innerhalb der Adenome (inaktives Adenom, Conn-Syndrom, Cushing-Syndrom) und der nicht-adenomatösen RF (Phäochromozytom, Nebennierenkarzinom, Nebennierenmetastase, Liposarkom) untereinander, war nicht möglich. Zusammenfassung: Eine Differenzierung adrenaler Raumforderungen hinsichtlich ihrer Entität gelang nach wie vor nur mittels Histologie bzw. Hormondiagnostik. Jedoch ist eine Differenzierung bezüglich ihrer Dignität anhand von mehreren quantitativen Kontrastmittelparametern mit sehr hoher Sensitivität und Spezifität möglich. Somit ist die quantifizierte Kontrastmittelsonographie ein vielversprechendes Verfahren, um NNRF in benigne oder maligne Läsionen zu klassifizieren.