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Einfluss genetischer Polymorphismen des CNTNAP2 Gens auf Schizophrenie und kognitive Phänotypen
Einfluss genetischer Polymorphismen des CNTNAP2 Gens auf Schizophrenie und kognitive Phänotypen
Die Ätiopathogenese der Schizophrenie ist bis heute nicht vollständig erforscht. In der Literatur wird ein polygener Erbgang, eine multifaktorielle Krankheitsgenese und eine Assoziation mit dem Endophänotyp Gedächtnisleistung diskutiert. CNTNAP2 ist auf Chromosom 7 lokalisiert und zählt zu den größten Genen des menschlichen Genoms. Sein Genprodukt Caspr2 ist unter anderem an der Interaktion zwischen Neuron und Glia am myelinisierten Axon sowie an der neuronalen Adhäsion und Signaltransduktion beteiligt. Ihm wird eine entscheidende Rolle in frühen Phasen der Hirnentwicklung ebenso wie eine Beteiligung an der neuronalen Zellmigration respektive dem Ausbilden neuronaler Netzwerke sowie der Koordination synaptischer Aktivität zugesprochen. CNTNAP2 wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach mit dem Auftreten psychiat-rischen Erkrankungen assoziiert; ein dezidierter Zusammenhang mit Schizophrenie konnte bislang allerdings erst für einen Einzelnukleotidpolymorphismus nachgewiesen werden. In der vorliegenden Arbeit wurden 29 Single Nukleotid Polymorphismen (SNPs) des CNTNAP2 Gens in einem Studienkollektiv bestehend aus 349 schizophrenen Patienten und 503 gesunden Kontrollprobanden auf eine Assoziation mit Schizophrenie ebenso wie ihren Einfluss auf die Gedächtnisleistung (quantifiziert anhand des Abschneidens in der Wechsler Memory Scale Revised) hin untersucht. Für die betrachteten SNPs konnten sowohl in einer Fall-Kontroll-Assoziationsstudie als auch Endophänotypenstudie erstmals signifikante Assoziationen zu Schizophrenie und Gedächtnisleistung beschrieben werden. Als besonders exponiert für den Einfluss der Polymorphismen präsentierte sich eine Region von Exon 13 bis 15 des Gens, einem potentiellen Bindungsort des Transkriptionsfaktors FOXP2. Die vorliegende Arbeit legt die Annahme nahe, dass CNTNAP2 ein Suszeptibilitätsgen sowohl für Schizophrenie als auch den Endophänotyp Gedächtnisleistung ist.
CNTNAP2, Schizophrenie, Endophänotyp
Kühborth, Karsten
2017
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Kühborth, Karsten (2017): Einfluss genetischer Polymorphismen des CNTNAP2 Gens auf Schizophrenie und kognitive Phänotypen. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Die Ätiopathogenese der Schizophrenie ist bis heute nicht vollständig erforscht. In der Literatur wird ein polygener Erbgang, eine multifaktorielle Krankheitsgenese und eine Assoziation mit dem Endophänotyp Gedächtnisleistung diskutiert. CNTNAP2 ist auf Chromosom 7 lokalisiert und zählt zu den größten Genen des menschlichen Genoms. Sein Genprodukt Caspr2 ist unter anderem an der Interaktion zwischen Neuron und Glia am myelinisierten Axon sowie an der neuronalen Adhäsion und Signaltransduktion beteiligt. Ihm wird eine entscheidende Rolle in frühen Phasen der Hirnentwicklung ebenso wie eine Beteiligung an der neuronalen Zellmigration respektive dem Ausbilden neuronaler Netzwerke sowie der Koordination synaptischer Aktivität zugesprochen. CNTNAP2 wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach mit dem Auftreten psychiat-rischen Erkrankungen assoziiert; ein dezidierter Zusammenhang mit Schizophrenie konnte bislang allerdings erst für einen Einzelnukleotidpolymorphismus nachgewiesen werden. In der vorliegenden Arbeit wurden 29 Single Nukleotid Polymorphismen (SNPs) des CNTNAP2 Gens in einem Studienkollektiv bestehend aus 349 schizophrenen Patienten und 503 gesunden Kontrollprobanden auf eine Assoziation mit Schizophrenie ebenso wie ihren Einfluss auf die Gedächtnisleistung (quantifiziert anhand des Abschneidens in der Wechsler Memory Scale Revised) hin untersucht. Für die betrachteten SNPs konnten sowohl in einer Fall-Kontroll-Assoziationsstudie als auch Endophänotypenstudie erstmals signifikante Assoziationen zu Schizophrenie und Gedächtnisleistung beschrieben werden. Als besonders exponiert für den Einfluss der Polymorphismen präsentierte sich eine Region von Exon 13 bis 15 des Gens, einem potentiellen Bindungsort des Transkriptionsfaktors FOXP2. Die vorliegende Arbeit legt die Annahme nahe, dass CNTNAP2 ein Suszeptibilitätsgen sowohl für Schizophrenie als auch den Endophänotyp Gedächtnisleistung ist.