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Danner, Sandro (2015): Hierarchie der Emotionen: eine fMRT-Studie zur übergeordneten Verarbeitung von Arousal gegenüber Valenz. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

Was ist angenehmer anzusehen, ein Grab oder der darin liegende Leichnam? Nach der derzeit vorherrschenden Theorie der multidimensionalen Emotionsentstehung sollte beides gleich angenehm anzusehen sein, denn beiden Bildern wurde in Experimenten ein ähnlicher Valenz-Wert zugeordnet. Zwar unterscheiden sie sich deutlich in der Höhe des Arousal-Wertes – das Bild eines Leichnam liegt auf einem deutlich höheren Erregungslevel – doch soll dies auf die Bewertung der Valenz keinen Einfluss haben, da Arousal und Valenz als voneinander unabhängige Dimensionen von Emotionen gelten. Intuitiv werden dennoch die meisten Personen das geschlossene Grab bevorzugen. Diese zur postulierten Unabhängigkeit von Valenz und Arousal widersprüchliche Annahme wurde im folgenden Experiment auf behavioraler wie auch neuronaler Ebene überprüft. Hierfür wurden 18 Probanden geschlechtsspezifisch angepasste emotionale Bildstimuli der als normiert geltenden IAPS-Database präsentiert. In einem als Dilemma-Entscheidung aufgebauten Paradigma sollten sich die Probanden jeweils für das angenehmere bzw. aufregendere von zwei Bildern entscheiden, während gleichzeitig die neuronale Aktivität via funktioneller Magnetresonanztomographie aufgezeichnet wurde. Als Vergleichsbedingung diente ein emotional neutrales Paradigma zur Zeitschätzung. Es konnte hochsignifikant gezeigt werden, dass Arousal und Valenz nicht unabhängig voneinander verarbeitet werden. Vielmehr wird Arousal der Valenz vorgeschaltet und übergeordnet prozessiert, womit neuronale Erregung im rechten Parietalcortex korreliert. Erst wenn eine eindeutige Präferenz auf der Arousal-Ebene nicht möglich ist, wird nachrangig nach Valenz entschieden, worauf zusätzliche Aktivität im rechten Präfrontalcortex hinweist. Auf Grund der vorliegenden Ergebnisse sollte das herrschende Bild einer eindimensionalen Emotionsentstehung hin zu eine hierarchischen Ordnung der einzelnen Emotions-Dimensionen überdacht werden, wie im Folgenden gezeigt wird.