Logo Logo
Tschernych, Anna (2015): Evaluation eines patientenorientierten Fragebogens zur Beurteilung des klinischen Verlaufs nach einer Einzelgelenkintervention. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
[img]
Vorschau
PDF
Tschernych_Anna.pdf

3MB

Abstract

Eine intraartikuläre Steroidbehandlung eines einzelnen entzündeten Gelenkes bei sonst gut kontrollierter KA ist eine wichtigeTherapieoption für Patienten mit chronisch-entzündlichen Gelenkerkrankungen. Ein geeignetes Instrument zur Beurteilung des Therapieansprechens in einem Einzelgelenk existiert bislang nicht. Ziel der vorliegenden Studie war die Validierung von POF (POF 1-3) (76) als klinisches Instrument zur Beurteilung der therapeutischen Intervention eines Gelenkes, im Vergleich zu Sonographie, validierten kombinierten Scores für KA (DAS28), Funktionseinschränkung (HAQ) und Abfrage des Schmerzes auf einer 5-Punkte Likert Skala (POF 6). Hierfür erhielten 50 Patienten mit rheumatoider Arthritis mit Beschwerden in einem einzelnen Gelenk bei sonst kontrollierter KA eine IS. Am Tag der IS (BL), nach Woche eins (FU1) und vier (FU2) wurden DAS 28, HAQ, Sonographie (Synovitisgrad 0-3 im B-Bild, PD-Aktivität Grad 0-3 (43)), und der POF 1-3 und POF 6 erhoben. Im POF 1-3 wurden auf einer VAS die Beeinträchtigung durch das entzündete Gelenk im Allgemeinbefinden, in der täglichen Aktivität und der Schmerz abgefragt. Zusätzlich wurde der Schmerz auf einer numerischen Ratingskala (NRS, POF 6) ermittelt. Mit unseren Ergebnissen konnte gezeigt werden, dass die anfangs niedrige KA niedrig blieb (Median DAS 28 BL 3.1, FU2 2.8, p-Wert 0.23). Der bei BL moderat erhöhte HAQ ging bei FU1 signifikant zurück (HAQ BL 0.9, Rückgang zu FU1 um -0.26, p-Wert<0.01). Die anfangs hohen Medianwerte von POF 1-3 (VAS 62.0, 64.0, 61.0) und POF 6 („starker“ Schmerz) zeigten einen deutlichen Rückgang bei FU1 (29.0, 35.0, 26.0, „leichter“ Schmerz auf Likert-Skala) mit anhaltend niedrigen Werten (FU2 24.0, 32.0, 20.0, „leichter“ Schmerz) (p<0,001). Nach vier Wochen zeigten die Ultraschallbefunde (BL Median B-Bild-Grad 3 und PD-Grad Grad 2) eine hoch signifikante Besserung (FU 2 BB Grad1, PD Grad 0, p< 0,001). Zusammenfassend scheint der DAS 28 den Erfolg einer IS nicht abbilden zu können, im Gegensatz zu POF 1-3, POF 6, HAQ und Ultraschallbefunden, die eine signifikante Abnahme der Werte bereits nach einer Woche und anhaltend niedrige Werte nach vier Wochen zeigten. Es bestand weder ein Zusammenhang zwischen Ultraschallbefunden und dem DAS 28, noch zwischen den Instrumenten, die durch den Patienten erhoben wurden (POF 1-3, POF 6, HAQ) und dem DAS 28. Dabei wiesen alle Instrumente, die durch den Patienten erhoben wurden, einen Zusammenhang untereinenader auf auf. So korrelierten die POF 1-3 im Verlauf hoch signifikant miteinander und deutlich mit POF 6, wobei zwischen POF 3 und POF 6 die Korrelation am höchsten war (POF 3/POF 6 BL 0.87, FU1 0.73, FU2 0.82, p-Werte 0.0). Auch mit dem HAQ korrelierten die POF 1-3 gut. Obwohl gezeigt werden konnte, dass sowohl POF 1-3 und POF 6, als auch die Ultraschallbefunde den Erfolg der IS abbilden konnten, bestand zwischen POF und Sonographie lediglich zwischen POF 6 und PD im Verlauf nach einer Woche eine signifikante Korrelation (Korrelationskoeffizient 0.34, p-Wert<0.05). Alles in allem scheinen beide Instrumente, Ultraschallbefunde und POF 1-3 und POF 6, den Therapieerfolg in einem Einzelgelenk gut abbilden zu können, das eine Instrument kann aber nicht durch das Andere ersetzt werden. Die Zusatzinformationen aus der Patientenperspektive könnten möglicherweise als Intrument zur Beurteilung der Lebensqualität, einem zunehmend wichtigeren Faktor in der Beurteilung des Therapieerfolges, angewandt werden.