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Bonetto, Elena (2013): Costrutti marcati a sinistra come risorse interazionali nel parlato tedesco e italiano. Dissertation, LMU München: Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
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Abstract

Gegenstand dieser Dissertation sind Konstruktionen ‘am linken Satzrand’ (die sogenannte ‘Linksversetzung’ und das ‘freie Thema’) im gesprochenen Deutsch und Italienisch. Diese Strukturen werden aus der Perspektive der interaktionalen Linguistik und der Konversationsanalyse betrachtet und mit Methoden der Gesprächsforschung analysiert. Es werden insbesondere die folgenden Fragen behandelt: Welche interaktionalen Aufgaben werden durch die Verwendung einer Konstruktion am linken Satzrand gelöst? Welche Merkmale weisen diese emergenten Konstruktionen in der Rede-in-der-Interaktion auf? Gibt es Unterschiede zwischen Deutsch und Italienisch hinsichtlich der interaktionalen Dynamiken, die solche Konstruktionen charakterisieren? Um diese Fragen zu beantworten wurden die Konstruktionen in ihrem sequentiellen Kontext in verschiedenen Korpora des gesprochenen Italienischen und des gesprochenen Deutsch analysiert. Die Datenanalyse hat ergeben, dass die untersuchten Konstruktionen im Deutschen und im Italienischen mit ähnlichen interaktionalen Aufgaben verbunden sind: Sie werden übereinzelsprachlich als Ressourcen für die thematische und konversationelle Strukturierung benutzt. Die Analyse hat ferner gezeigt, dass diese Konstruktionen keine feste Strukturen darstellen, die bestimmten a-priori etablierten formalen Kriterien zugeordnet werden können, sondern flexible Ressourcen sind, die strategisch eingesetzt werden, und je nach Kommunikationssituation unterschiedliche Merkmale zeigen. Ein allgemeineres Ziel dieser Arbeit ist es, Ansätze und Methoden der Gesprächsforschung und der interaktionalen Linguistik mit der italienischen Gesprochene-Sprache-Forschung zu verbinden. Trotz der Aufmerksamkeit, die die gesprochene Sprache erfährt, werden in den Arbeiten zum Italienischen Aspekte wie der Zusammenhang zwischen Syntax und Interaktion oder die Zeitlichkeit des Gesprochenen kaum betrachtet. Darüber hinaus zielt die Dissertation darauf ab, Überlegungen über die Adäquatheit der Nutzung der Termini ‘Linksversetzung’ und ‘linke Saztperipherie’ in Bezug auf Phänomene der gesprochenen Sprache zu fördern, indem alternative Termini vorgeschlagen werden.