Logo
EnglishCookie löschen - von nun an wird die Spracheinstellung Ihres Browsers verwendet.
Hadjigoli, Ailin (2014): Vergleich von intravitrealem Dexamethason-Implantat mit intravitrealem Ranibizumab zur Behandlung des Makulaödems bei retinalen venösen Gefäßverschlüssen. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
[img]
Vorschau
PDF
Hadjigoli_Ailin.pdf

9MB

Abstract

Retinale venöse Gefäßverschlüsse (RVV) sind eine der Hauptursachen für einen Visusverlust in den westlichen Industriestaaten. Venenastverschlüsse (VAV) treten häufiger als Zentralvenenverschlüsse (ZVV) auf. Bei beiden Typen ist das Makulaödem der entscheidende Parameter für die funktionelle Einbuße. Zusätzliche Ischämien und Neovaskularisationen, gerade bei ZVV, führen am gesamten Auge zu teils schwerwiegenden Komplikationen, deren es, neben der Makulaödem-behandlung, vorzubeugen gilt. Mittlerweile sind Lucentis® als Anti-VEGF-Inhibitor sowie Ozurdex® als Steroid-Implantat (Dexamethason) zur Behandlung des Makulaödems bei venösen Gefäßverschlüssen zugelassen und stellen in der Therapie von RVV neben der konventionellen Laserbehandlung eine wesentliche Hauptsäule dar. Die vorliegende Arbeit untersucht den Vergleich der intravitrealen Therapie mit Dexamethason-Implantat (Ozurdex®, Gruppe 1) und Anti-VEGF-Injektion (Lucentis®, Gruppe 2) zur Behandlung des Makulaödems bei retinalen venösen Gefäßverschlüssen in einer retrospektiven, nicht randomisierten Fallserie. Gruppe 1 enthielt 60 Patienten (31 mit ZVV und 29 mit VAV) und Gruppe 2 inkludierte 52 Patienten (27 mit ZVV und 25 mit VAV). Im Falle eines Rezidivs wurden beide Gruppen jeweils weiter behandelt. Präoperativ und monatlich wurden die bestkorrigierte Sehschärfe (BKSS) und der intraokulare Druck (IOD) bestimmt, die zentrale Netzhautdicke mittels Spectralis-OCT erhoben, sowie eine Biomikroskopie und Fundusfotodokumentation durchgeführt. Primärer klinischer Endpunkt war die Visusentwicklung 12 Monate nach der ersten intravitrealen Therapie, sekundäre Endpunkte waren die zentrale Netzhautdicke und die Sicherheit der Therapie. Nach 12 Monaten wurde in der Gruppe 1 bei den ZVV-Patienten ein Anstieg der BKSS (± eine Standardabweichung) von 8,4 (± 1,9) Buchstaben, bei den VAV- Patienten ein Gewinn von 10,7 (± 3,8) Buchstaben beobachtet. In Gruppe 2 zeigten die ZVV-Patienten eine Zunahme der BKSS von 6,9 (± 1,9) Buchstaben nach 12 Monaten im Vergleich zu 12,5 (± 3,7) Buchstaben bei den VAV-Patienten. In beiden Gruppen konnte eine signifikante Reduktion der zentralen Netzhautdicke erreicht werden. Der IOD zeigte in knapp der Hälfte aller Fälle in Gruppe 1 einen Anstieg über 5 mmHg, konnte aber durch konservative antiglaukomatöse Therapie in den Fällen mit einem IOD über 21 mmHg (obere Normgrenze) in der Behandlungsphase gut reguliert werden. Allerdings zeigte sich bereits nach zweimaliger Ozurdex®-Injektion (Gruppe 1) in ca. 50% der Fälle eine Progression einer Linsentrübung. Eine Behandlung mit Ozurdex® führt bei den ZVV im Vergleich zu Lucentis® zu einem besseren Sehschärfenanstieg nach 12 Monaten, allerdings nicht signifikant. Bei den VAV ist der Sehschärfengewinn bei beiden Behandlungsformen ähnlich. Unabhängig von den Ergebnissen muss für Ozurdex® der Linsenstatus und das Alter des Patienten berücksichtigt werden.

Abstract

Retinal vein occlusions are a major cause of visual loss in the western industrialized countries. Branch retinal vein occlusions (BRVO) are more common than central retinal vein occlusion (CRVO). In both types, the macular edema is the decisive parameter for functional loss. Additionally, ischemia and neovascularization, especially in CRVO, lead to some serious complications that applies not only to prevent the treatment of edema. Meanwhile, Lucentis®, an anti-VEGF inhibitor, and Ozurdex®, a steroid implant (dexamethasone), were approved for the treatment of macular edema in retinal vein occlusions and pose a significant main pillar alongside conventional laser treatment. The present study investigated the treatment effect of dexamethasone implant (Ozurdex®, group 1) and anti-VEGF injection (Lucentis®, group 2) in course of macular edema due to retinal vein occlusion in a retrospective, nonrandomized case series. Group 1 comprised 60 patients (31 with CRVO and 29 with BRVO) and group 2 included 52 patients 27 with CRVO and 25 with BRVO). In the case of recurrence, both groups were further treated. Preoperative and monthly best corrected visual acuity (BCVA), central retinal thickness (Spectralis OCT), intraocular pressure, biomicroscopy status and a fundus photo documentation (Optomap) were evaluated. The primary clinical endpoint was the visual acuity after 12 months after the first intravitreal therapy, secondary endpoints included the central retinal thickness change and safety of the therapy. After 12 months In group 1, an increase of BCVA (± standard deviation) of 8.4 (± 1.9) letters was observed in CRVO patients and a gain of 10.7 (± 3.8) letters in BRVO patients. In group 2, the CRVO patients showed an increase in BCVA of 6.9 (± 1.9) letters after twelve months compared to 12.5 (± 3.7) letters in BRVO patients. In both groups a significant reduction in retinal thickness was achieved. The intraocular pressure showed nearly in half of the cases in group 1 an increase above 5 mmHg, but was well controlled by conservative antiglaucomatous therapy. We observed a progression of lens opacity in approximately 50 % of the cases in group 1. The treatment with Ozurdex® compared to Lucentis® leads to a better visual acuity increase after 12 months in CRVO patients, which was not statistically significant. In the BRVO arm visual acuity gain is similar for both treatment groups. However, the lens status and age of the patient must be considered for a treatment with Ozurdex®.