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Rupp, Eckart (2010): Fortschritte in Behandlung und Diagnostik zentraler neurogener Sprachstörungen: Ergebnisse des Projektes "Teletherapie bei Aphasie". Dissertation, LMU München: Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
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Abstract

Modellorientierte, störungsspezifische Therapie und eine hohe Therapieintensität gelten als entscheidende Prädiktoren für eine erfolgreiche Behandlung von Patienten mit zentralen neurogenen Sprachstörungen (Aphasien). Aus strukturellen Gründen ist die Therapieintensität in Deutschland aber meist viel zu niedrig. Hochfrequente, supervidierte Teletherapie (TT) ist ein Ansatz zur Erhöhung der Therapieintensität. Im Rahmen des Projektes "Teletherapie bei Aphasie" wurde deshalb die Wirksamkeit von TT evaluiert. Aphasie-Patienten, die TT erhielten, verbesserten sich signifikant stärker als Patienten in einer nicht behandelten Kontrollgruppe. Der Therapieerfolg nach TT war genauso groß wie bei Patienten, die hochfrequente, konventionelle Sprachtherapie erhielten. Damit konnte erstmals die Wirksamkeit von TT belegt werden. Um therapiebedingte Veränderungen speziell in der lexikalischen Verarbeitung genau erfassen zu können, wurde zudem eine neue Testbatterie namens MoDia2 entwickelt. Die Analyse der MoDia2-Gruppendaten ergab, dass lexikalische Störungen durch modalitätsspezifische Modelle nicht adäquat dargestellt werden. Eine bessere Beschreibung liefert ein supramodales Modell bestehend aus drei Verarbeitungskomponenten: Phonologie, Orthographie und Semantik. Modellorientierte, störungsspezifische Aphasietherapie sollte sich daher eher an supramodalen Netzwerkmodellen orientieren als an den modalitätsspezifischen Box-and-Arrow-Modellen der kognitiven Neurolinguistik.