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Boldt, Christine (2013): The International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) in nursing: Persons with spinal-cord injury as an example. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
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Abstract

The core aim of nursing practice is to improve or maintain the person’s well-being and quality of life. The use of standardized classifications and terminologies can contribute to this aim by facilitating intra- and inter-professional communication. Therefore, it is important to explore approaches that enhance common use of the current standard classifications of all health-care professions. The overall objective of this doctoral thesis was to investigate whether the International Classification of Functioning, Disability and Health (ICF) is a practicable and useful classification for nurses - using spinal-cord injury (SCI) nursing as an example. This doctoral thesis comprises the research, results and conclusions of two original studies published in the nursing journal “Journal of Advanced Nursing” first authored by the doctoral candidate. The objective of the first study was to identify the conceptual and practical relationships between the inter-professional ICF and the nursing-specific NANDA-I Taxonomy II for nursing diagnoses. The specific research questions were: (1) What are the commonalities and differences between the conceptional frameworks and assessment principles of the ICF and the NANDA-I Taxonomy II? and (2) Can the two classifications serve as a combined approach in SCI nursing practice? The discussion of the conceptual and practical relationships between the ICF and the NANDA-I Taxonomy II is based on (1) the most recently published descriptions of both classifications and (2) the illustration of a SCI-specific case example presenting the combined use of both classifications. The objective of the second study was to analyse the extent to which the intervention goals of nurses when caring for persons with SCI can be expressed in the standardized language of the ICF. The specific research questions were: (1) Which problems, resources and aspects of the environment of persons with SCI relevant to nurses can be translated into the ICF language? and (2) Which problems, resources and aspects of the environment relevant to nurses are still missing in the ICF? The method used to answer these questions was a worldwide Delphi Survey with SCI nurses. The results of this doctoral thesis shed light on the use of the ICF in nursing practice. First, I discuss the commonalities and differences between the ICF and the NANDA-I Taxonomy II that should be taken into account when implementing both 10 classifications in nursing practice. Important clinical requirements that are exclusive to nursing can be met with the NANDA-I Taxonomy II. The application of the ICF helps nurses communicate abbreviated nursing issues with other health professionals in a common language. A combined application of the ICF and the NANDA-I Taxonomy II is valuable, and they can complement each other to enhance the quality of clinical teamwork and nursing practice. Second, I provide a list of patients’ problems, patients’ resources or aspects of their environment treated by SCI nurses that might be introduced in nursing practice for a comprehensive standardized documentation and for a better exchange of information in a common language with other health professionals. Third, I show the strengths and weaknesses of the ICF when used in nursing care specific to SCI and provide evidence for the update and future revisions of the ICF. For example, I propose to add two qualifiers, one for “Risk for” and one for “Resource for” to the existing qualifier scale. Several recommendations for future research are based on the results of this doctoral thesis. First, there is a need to continue exploring the simultaneous use of the ICF and NANDA-I Taxonomy II. A complete linking of both classifications could reveal their commonalities and differences in a more detailed way and identify all missing elements in the ICF for nursing purposes. Second, the list of patients’ problems, patients’ resources or aspects of their environment treated by SCI nurses should be validated in different nursing settings (e.g. acute hospital care, rehabilitative care and community care). This list should also be compared with the existing Comprehensive ICF Core Sets for SCI in the early post-acute context and long-term context. Third, the personal factors identified should be taken into account when developing the ICF component Personal Factors.

Abstract

Das Wohlbefinden und die Lebensqualität eines Menschen zu verbessern oder zu erhalten ist das Kernziel der Pflegepraxis. Zu diesem Ziel kann der Einsatz von standardisierten Klassifikationen und Terminologien beitragen, indem diese die intra - und interprofessionelle Kommunikation erleichtern. Deshalb ist es sinnvoll, Ansätze zu untersuchen, die die gemeinsame Nutzung von standardisierten Klassifikationen der Gesundheitsfachberufe unterstützen. Das übergeordnete Ziel dieser Dissertation war zu untersuchen, inwieweit die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit (ICF) eine praktikable und nützliche Klassifikation für Pflegende darstellt - exemplarisch gezeigt anhand der Pflege von Personen mit Rückenmarksverletzung. Diese Dissertation umfasst die Untersuchungen, Ergebnisse und Schlussfolgerungen von zwei Studien, die von der Doktorandin als Erstautorin in der Pflegefachzeitschrift “Journal of Advanced Nursing” veröffentlicht wurden. Das Ziel der ersten Studie war die konzeptionellen und praxisrelevanten Beziehungen der interprofessionellen ICF und der pflegespezifischen NANDA-I Taxonomy II für Pflegediagnosen zu identifizieren. Die spezifischen Forschungsfragen waren: (1) Was sind die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der ICF und der NANDA-I Taxonomy II bezüglich der konzeptionellen Rahmenwerke und Prinzipien der Erhebung? und (2) Inwieweit können beide Klassifikationen zur gemeinsamen Anwendung für die Pflege von Personen mit Rückenmarksverletzung genutzt werden? Die Diskussion über die konzeptionellen und praxisrelevanten Beziehungen zwischen der ICF und der NANDA-I Taxonomy II basiert (1) auf den zuletzt veröffentlichten Beschreibungen beider Klassifikationen und (2) auf der Darstellung einer kombinierten Verwendung beider Klassifikationen anhand eines Fallbeispiels einer Person mit Rückenmarksverletzung. Das Ziel der zweiten Studie war zu analysieren, in welchem Ausmaß die Behandlungsziele von Pflegenden für Personen mit Rückenmarksverletzung in der standardisierten Sprache der ICF ausgedrückt werden können. Die spezifischen Forschungsfragen waren: (1) Welche Probleme, Ressourcen und Aspekte der 7 Umwelt von Personen mit Rückenmarksverletzung, die pflegerelevant sind, können in die Sprache der ICF übersetzt werden? und (2) Welche Probleme, Ressourcen und Aspekte der Umwelt, die pflegerelevant sind, fehlen noch in der ICF? Um diese Fragen zu beantworten, wurde als Methode eine weltweite Delphi-Befragung von Pflegenden, die mit der Pflege von Personen mit Rückenmarksverletzung Erfahrung haben, gewählt. Die Ergebnisse dieser Dissertation geben Aufschluss über die Anwendbarkeit der ICF in der Pflege. Zuerst diskutiere ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der ICF und der NANDA-I Taxonomy II, die bei der Implementierung beider Klassifikationen in die Pflegepraxis berücksichtigt werden sollten. Mit der NANDA-I Taxonomy II können wichtige praxisnahe Anforderungen, die ausschließlich für die Pflege relevant sind, erfüllt werden. Die Anwendung der ICF wiederum ist hilfreich für Pflegende um mit anderen Gesundheitsfachberufen anhand einer gemeinsamen Sprache vereinfacht über Pflegeprobleme zu sprechen. Eine kombinierte Anwendung der ICF zusammen mit der NANDA-I Taxonomy II ist nützlich, weil sie einander im klinischen Alltag ergänzen können und somit die Qualität der Teamarbeit und der Pflegepraxis bereichern. Zweitens stelle ich eine Liste mit Problemen, Ressourcen und Aspekten der Umwelt von Patienten mit Rückenmarksverletzung zur Verfügung, die alles umfasst, was von Pflegenden behandelt wird. Diese Liste könnte in der Pflegepraxis zur umfassenden und standardisierten Dokumentation eingesetzt werden und für einen besseren Informationsaustausch mit anderen Gesundheitsfachberufen in einer gemeinsamen Sprache dienen. Drittens zeige ich die Stärken und Schwächen der ICF in der Pflegepraxis für Rückenmarksverletzte auf und erbringe Evidenz für Verbesserungen und zukünftige Revisionen der ICF. Beispielsweise schlage ich vor, zur bestehenden Skala der Beurteilungsmerkmale, die beiden Beurteilungsmerkmale „Risiko für“ und „Ressource für“ hinzuzufügen. Aus den Ergebnissen dieser Dissertation ergeben sich einige Empfehlungen für zukünftige Forschungsarbeiten. Erstens bedarf es weiterer Forschung hinsichtlich der gleichzeitigen Verwendung der ICF und der NANDA-I Taxonomy I. Eine vollständige Verknüpfung der beiden Klassifikation auf Item-Ebene (sog. „linking“) könnte ihre Gemeinsamkeiten und Unterschiede auf eine detailliertere Weise 8 offenbaren und somit weitere fehlende Elemente hinsichtlich der Ansprüche der Pflege an die ICF identifizieren. Zweitens sollte die Liste mit Problemen, Ressourcen und Aspekten der Umwelt von Patienten mit Rückenmarksverletzung in verschiedenen Versorgungsformen validiert werden (z.B. in der Pflege im Akutkrankenhaus, in der Rehabilitationspflege und in der ambulanten Pflege). Diese Liste sollte zudem mit den existierenden sog. Umfassenden ICF Core Sets für Personen mit Rückenmarksverletzung in der Frührehabilitation und in der Langzeitversorgung verglichen werden. Drittens sollten die personbezogenen Faktoren, die in dieser Dissertation identifiziert wurden bei der Entwicklung der ICF-Komponente der Personbezogenen Faktoren berücksichtigt werden.