Logo
EnglishCookie löschen - von nun an wird die Spracheinstellung Ihres Browsers verwendet.
Aulinger, Benedikt (2013): Simultane Impfung und Therapie gegen Milzbrand: ein dominant-negativer Inhibitor des Protective Antigen von B. anthracis ist gleichzeitig ein potentes und sicheres Antigen für einen Impfstoff. Dissertation, LMU München: Medizinische Fakultät
[img]
Vorschau
PDF
Aulinger_Benedikt.pdf

1MB

Abstract

Die Milzbrandinfektion ist eine Zoonose, die durch das grampositive, sporenbildende Bakterium B. anthracis verursacht wird. Heute spielt sie in Industrienationen wie Deutschland und den USA v. a. aufgrund einer möglichen Bedrohung durch den Bioterrorismus und der biologischen Kriegsführung eine wichtige Rolle. Obwohl erste Imfpstoffe gegen B. anthracis bereits Mitte des 19. Jh. entwickelt wurden und breite Verwendung in der Tierhaltung gefunden haben, stehen derzeit nur unbefriedigende Impfstoffe zur Immunisierung des Menschen zur Verfügung. Daher war es Ziel dieser Studie eine Mutante (DNI) des Milzbrand-Toxin-Bestandteils Protective Antigen (PA) mit dominant-negativ inhibitorischer Eigenschaft an den Milzbrandrezeptoren ANTXR-1 und ANTXR-2, als Antigen für zukünftige Milzbrandvakzine zu testen. Hierzu wurden BALB/c Mäuse mit verschiedenen Impfpräparaten geimpft und anschließend die Antikörperkonzentration gegen PA im Serum bestimmt. Untersucht wurden neben der Immunisierung mit den nativen Proteinen PA und DNI auch zwei so genannte konjugierte Impfstoffe. Hierbei wurde PGA, aus dem die Kapsel des B. anthracis gebildet ist, kovalent an PA bzw. DNI gebunden, und der so hergestellte Impfstoff verabreicht. Getestet wurden neben der Antikörperkonzentration gegen PA auch Antikörper gegen die PGA der Kapsel. Ebenfalls wurde das Überleben einer Injektion mit tödlicher Milzbrandtoxindosis getestet. Es konnte gezeigt werden, dass DNI ein potentes Antigen ist und ausreichend schützende Antikörper gegen PA induziert. Dabei wiesen die mit DNI und DNI-PGA geimpften Mäuse signifikant höhere Anti-PA-IgG-Konzentrationen auf, als die mit PA bzw. PA-PGA immunisierten Kontrolltiere. Ebenfalls zeigten die beiden Gruppen mit den konjugierten Impfstoffen ausreichend hohe Antikapsuläre-Antikörper gegen PGA. Darüber hinaus überlebten alle Tiere, die mit PA oder DNI geimpft wurden, die Toxingabe, wohingegen ungeschützte Mäuse ausnahmslos starben. Neben der protektiven Immunantwort nach DNI-Impfung ist auch die Antitoxineigenschaft, aufgrund der dominant-negativen inhibitorischen Aktivität von DNI, klinisch relevant. V. a bei der Verwendung als Postexpositionsprophylaxe ermöglichen hier das erhöhte Sicherheitsprofil von DNI gegenüber PA sowie die gleichzeitige Immunisierung mit der Anti-Toxin-Eigenschaft einen interessanten Ansatz. Daher scheint DNI ein aussichtsreicher Kandidat für weitere Imfpstoffentwicklungen gegen B. anthracis zu sein.