| Winkler, Veronika (2023): La Vida del glorioso Patriarca: Die Bilderviten des hl. Dominikus, Franziskus und Nolascus in den Kreuzgängen des vizeköniglichen Perus: Tradierung, Memoria und Präsentation. Dissertation, LMU München: Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften |
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Abstract
Im Zentrum dieser Untersuchung stehen die monumentalen Historienzyklen über das Leben der Ordensgründer, die den Kreuzgang der Hauptklöster im Vizekönigreich Peru schmückten. Traditionellerweise war der Kreuzgang im Herzen des Klosters der Ort, an dem die Mönche die eigene Ordensgeschichte erzählten. Die visualisierte Vita des Gründers nahm identitätsstiftende und legitimierende Funktionen für die Gemeinschaft ein und erfährt einen letzten Höhepunkt im 17. und 18. Jahrhundert. In Peru wachsen die anfänglich noch einfach gebauten Klöster im 17. Jahrhundert dank der Einnahmen und Patronage zu großen Gebäudekomplexen an. Die Mönche statteten die Hauptklöster ihrer Provinzen in Lima und Cusco mit wertvollen Kunstobjekten und Bildprogrammen aus. Behilflich waren ihnen dabei die gedruckten Heiligenbilder und Ordensgeschichten sowie die inzwischen etablierten Künstlerwerkstätten im Vizekönigreich. Die Viten der Ordensgründer mit bis zu 50 Bildern pro Zyklus waren die aufwendigsten Ausstattungsprogramme in den Klöstern. Zunächst wird mithilfe eingehender Bild- und Textanalysen gezeigt, wie die erfolgreiche Tradierung und Transmission der Lebensgeschichte des hl. Dominikus, Franziskus und Nolascus von Europa ins Vizekönigreich Peru gelang. Durch den umfassenden, vergleichenden Blick auf drei Bettel- bzw. Missionsorden werden konkurrierende und gemeinsame Dynamiken analysiert, die sich durch die Tradierung, Übersetzung und Propagierung ergaben. Neben den Kopien von etablierten Bildmustern schufen die Mönche und Künstler einzigartige Bildlösungen, die in Europa unüblich waren. Abschließend werden die Bilderviten in die klösterliche Lebenswelt eingebettet. Anhand von Archivfunden, Verwaltungsschriften und Berichten über Feierlichkeiten wird die halböffentliche Nutzung des Kreuzgangs der Hauptklöster in Lima und Cusco nachgewiesen und das potentielle Publikum rekonstruiert. Dabei treten die sozialgeschichtlichen Verflechtungen zwischen den Mönchen der Klöster mit der kolonialen Gesellschaft – von den Sklaven bis hin zu den BenefaktorInnen – zutage.
| Dokumententyp: | Dissertationen (Dissertation, LMU München) |
|---|---|
| Keywords: | Peru, Kreuzgang, Dominikus, Franziskus, Nolascus |
| Themengebiete: | 900 Geschichte und Geografie > 980 Geschichte Südamerikas |
| Fakultäten: | Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften |
| Sprache der Hochschulschrift: | Deutsch |
| Datum der mündlichen Prüfung: | 13. Februar 2023 |
| 1. Berichterstatter:in: | Pfisterer, Ulrich |
| MD5 Prüfsumme der PDF-Datei: | 310f8c8704de6dc1f49e01de139b44eb |
| Signatur der gedruckten Ausgabe: | 0001/UMC 31822 |
| ID Code: | 36551 |
| Eingestellt am: | 09. Mar. 2026 12:46 |
| Letzte Änderungen: | 09. Mar. 2026 12:46 |