Logo Logo
Hilfe
Kontakt
Switch language to English
Entrechtet, verfolgt, verdrängt. jüdische Kunsthändlerinnen und Kunsthändler in München im Nationalsozialismus
Entrechtet, verfolgt, verdrängt. jüdische Kunsthändlerinnen und Kunsthändler in München im Nationalsozialismus
Der Münchner Kunstmarkt der NS-Zeit nimmt im reichsweiten Vergleich eine besondere Stellung ein: Ab 1933 sollte München als Kunstmetropole des „Dritten Reichs“ fungieren; zugleich agierte die Stadt als Entstehungs- und Machtzentrum des Nationalsozialismus maßgeblich als Verfolger der jüdischen Bevölkerung. Diese Konstellationen verdichteten sich auf dem Münchner Kunstmarkt in programmatischer Weise. Als jüdisch verfolgte Kunsthändlerinnen und Kunsthändler waren bereits Jahre vor dem Novemberpogrom 1938 und den administrativ gesteuerten Enteignungen von berufsbezogenen Verfolgungsmaßnahmen betroffen. Die vorliegende Studie untersucht die rassistisch und antisemitisch motivierte Verfolgung und Verdrängung dieser Akteurinnen und Akteure des Münchner Kunstmarkts und darüber hinaus. Die Untersuchung bezieht die Entwicklungen von 1918 bis 1958 ein. Der erste Teil analysiert Verfolgungssituationen jüdischer Kunsthändlerinnen und Kunsthändler in München und identifiziert vier Phasen der Verdrängung zwischen 1933 und 1945. Der zweite Teil stellt mit einem Index der Unternehmen und ihrer Akteurinnen und Akteure ein Überblicks- und Forschungsinstrument dar. Melida Steinke studierte Museologie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig sowie Kunstgeschichte und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie 2024 mit der vorliegenden Dissertation promoviert wurde. Sie ist als Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin in München tätig., The Munich art market during the National Socialist era holds a distinctive position in comparison to the rest of the Reich: from 1933 onwards, Munich was intended to function as the art metropolis of the „Third Reich” while simultaneously serving as the centre of origin and power of National Socialism, playing a decisive role in the persecution of the Jewish population. These constellations became programmatically condensed within the Munich art market. Jewish art dealers were affected by persecution measures years before the November Pogrom of 1938 and the administratively controlled expropriations. The present study examines the racist and anti-Semitic persecution and displacement of these actors in the Munich art market and beyond. The study covers developments from 1918 to 1958. The first part analyses situations of persecution of Jewish art dealers in Munich and identifies four phases of displacement between 1933 and 1945. The second part provides an overview and research tool in the form of an index of companies and their respective actors. Melida Steinke studied Museology at the University of Applied Sciences for Technology, Business and Culture in Leipzig, as well as History of Art and History at Ludwig-Maximilians-University of Munich, where she received her doctorate in 2024 with the present dissertation. She works as an art historian and provenance researcher in Munich.
Kunstmarkt München, Kunsthandel im Nationalsozialismus, Jüdische Kunsthändler, Geschichte 1933-1945, Verfolgung und Enteignung, Munich Art Market, Art Trade under National Socialism, Jewish Art Dealers, History 1933-1945, Persecution and Expropriation
Steinke, Melida
2024
Deutsch
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Steinke, Melida (2024): Entrechtet, verfolgt, verdrängt: jüdische Kunsthändlerinnen und Kunsthändler in München im Nationalsozialismus. Dissertation, LMU München: Fakultät für Geschichts- und Kunstwissenschaften
[thumbnail of Steinke_Melida.pdf]
Vorschau
Lizenz: Creative Commons: Namensnennung 4.0 (CC-BY)
PDF
Steinke_Melida.pdf

12MB

Abstract

Der Münchner Kunstmarkt der NS-Zeit nimmt im reichsweiten Vergleich eine besondere Stellung ein: Ab 1933 sollte München als Kunstmetropole des „Dritten Reichs“ fungieren; zugleich agierte die Stadt als Entstehungs- und Machtzentrum des Nationalsozialismus maßgeblich als Verfolger der jüdischen Bevölkerung. Diese Konstellationen verdichteten sich auf dem Münchner Kunstmarkt in programmatischer Weise. Als jüdisch verfolgte Kunsthändlerinnen und Kunsthändler waren bereits Jahre vor dem Novemberpogrom 1938 und den administrativ gesteuerten Enteignungen von berufsbezogenen Verfolgungsmaßnahmen betroffen. Die vorliegende Studie untersucht die rassistisch und antisemitisch motivierte Verfolgung und Verdrängung dieser Akteurinnen und Akteure des Münchner Kunstmarkts und darüber hinaus. Die Untersuchung bezieht die Entwicklungen von 1918 bis 1958 ein. Der erste Teil analysiert Verfolgungssituationen jüdischer Kunsthändlerinnen und Kunsthändler in München und identifiziert vier Phasen der Verdrängung zwischen 1933 und 1945. Der zweite Teil stellt mit einem Index der Unternehmen und ihrer Akteurinnen und Akteure ein Überblicks- und Forschungsinstrument dar. Melida Steinke studierte Museologie an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig sowie Kunstgeschichte und Geschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, wo sie 2024 mit der vorliegenden Dissertation promoviert wurde. Sie ist als Kunsthistorikerin und Provenienzforscherin in München tätig.

Abstract

The Munich art market during the National Socialist era holds a distinctive position in comparison to the rest of the Reich: from 1933 onwards, Munich was intended to function as the art metropolis of the „Third Reich” while simultaneously serving as the centre of origin and power of National Socialism, playing a decisive role in the persecution of the Jewish population. These constellations became programmatically condensed within the Munich art market. Jewish art dealers were affected by persecution measures years before the November Pogrom of 1938 and the administratively controlled expropriations. The present study examines the racist and anti-Semitic persecution and displacement of these actors in the Munich art market and beyond. The study covers developments from 1918 to 1958. The first part analyses situations of persecution of Jewish art dealers in Munich and identifies four phases of displacement between 1933 and 1945. The second part provides an overview and research tool in the form of an index of companies and their respective actors. Melida Steinke studied Museology at the University of Applied Sciences for Technology, Business and Culture in Leipzig, as well as History of Art and History at Ludwig-Maximilians-University of Munich, where she received her doctorate in 2024 with the present dissertation. She works as an art historian and provenance researcher in Munich.