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Student boredom in the adolescent years
Student boredom in the adolescent years
Aktuelle Forschung zeigt, dass Langeweile eine der am häufigsten erlebten negativen Emotionen in der Schule ist. Sie wird als äußerst unangenehme Emotion beschrieben, die unter anderem mit Aufmerksamkeitsproblemen, geringerer Anstrengungsbereitschaft und Motivation, Schwierigkeiten bei der Selbstregulation, der Nutzung weniger effektiver Lernstrategien, schlechteren Leistungen bis hin zu Schulabbruch und Jugendkriminalität in Zusammenhang steht. Obwohl Langeweile in der Regel negativ mit Leistung korreliert, gibt Hinweise darauf, dass sowohl Über- als auch Unterforderung zu Langeweile führen können. Es ist jedoch unklar, ob Langeweile durch Überforderung mit denselben negativen Korrelaten einhergeht wie Langeweile durch Unterforderung. Darüber hinaus wird Langeweile in verschiedenen Kontexten mit gesundheitlichen Problemen wie Depressionen, somatischen Beschwerden, Fettleibigkeit und Essstörungen sowie Drogenmissbrauch in Verbindung gebracht. Über mögliche negative physische und psychische Auswirkungen schulischer Langeweile ist jedoch bisher wenig bekannt. Zusammengenommen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Langeweile uns davon abhält, unser volles Potenzial auszuschöpfen, und sich nachteilig auf unsere Gesundheit auswirken kann. Folglich wurde Langeweile unter anderem als Plage der heutigen Zeit beschrieben, die es weiter zu erforschen und zu reduzieren gilt. Das Ziel der vorliegenden Dissertation war es deshalb schulische Langeweile durch Über- und Unterforderung, sowie deren Auswirkungen auf gesundheitsbezogene Lebensqualität im Mathematikunterricht der Sekundarstufe 1 zu erforschen. Dafür wurden in Studie 1 systematisch Verhaltens- und Persönlichkeitsvariablen von Schülerinnen und Schülern verglichen, die stark gelangweilt und leistungsschwach sind (also wahrscheinlich überfordert, basierend auf der Mathematiknote) und stark gelangweilt, aber leistungsstark (also wahrscheinlich unterfordert). Die Ergebnisse zeigen, dass Langeweile durch Über- und Unterforderung mit ähnlichen nachteiligen Verhaltens- und Persönlichkeitsvariablen einhergeht. Anknüpfend an Studie 1 wurde die Thematik der Langeweile durch Über- und Unterforderung in Studie 3 erneut aufgegriffen, um empirische Evidenz für das Vorhandensein und die Prävalenz von Langeweile durch Über- und Unterforderung zu erforschen. Mithilfe eines standardisierten Mathematiktests und latenter Profilanalyse konnte gezeigt werden, dass Langeweile in Mathematik sowohl durch Über- als auch durch Unterforderung auftreten kann und dass Geschlecht und Schulform dabei eine Rolle spielen können. Studie 2 untersuchte den Zusammenhang zwischen Langeweile und gesundheitsbezogener Lebensqualität. Die Ergebnisse zeigen, dass Langeweile signifikant negativ mit gesundheitsbezogener Lebensqualität zusammenhängt und eine stärkere Zunahme von Langeweile im Laufe eines Schuljahres mit niedrigeren Werten gesundheitsbezogener Lebensqualität einhergeht. Zusammenfassend und im Einklang mit bisheriger Forschung verdeutlicht die vorliegende Dissertation die Relevanz der Langeweileforschung. Sie zeigt, dass Langeweile in der Schule allgegenwärtig ist (Studie 3) und im Laufe eines Schuljahres zunimmt (Studie 2). Es wurde empirisch belegt, dass hohe Langeweile sowohl bei leistungsschwachen als auch bei leistungsstarken Schülerinnen und Schülern auftreten kann (Studien 1 und 3) und mit zahlreichen problematischen Korrelaten sowohl bei leistungsschwachen als auch bei leistungsstarken Schülern (Studie 1) sowie gesundheitlichen Problemen (Studie 2) einhergeht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Langeweile in der Schule ein ernstzunehmendes Problem darstellt, mit dem Schülerinnen und Schüler nicht allein gelassen werden sollten.
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Schwartze, Manuel M.
2024
English
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Schwartze, Manuel M. (2024): Student boredom in the adolescent years. Dissertation, LMU München: Faculty of Psychology and Educational Sciences
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Abstract

Aktuelle Forschung zeigt, dass Langeweile eine der am häufigsten erlebten negativen Emotionen in der Schule ist. Sie wird als äußerst unangenehme Emotion beschrieben, die unter anderem mit Aufmerksamkeitsproblemen, geringerer Anstrengungsbereitschaft und Motivation, Schwierigkeiten bei der Selbstregulation, der Nutzung weniger effektiver Lernstrategien, schlechteren Leistungen bis hin zu Schulabbruch und Jugendkriminalität in Zusammenhang steht. Obwohl Langeweile in der Regel negativ mit Leistung korreliert, gibt Hinweise darauf, dass sowohl Über- als auch Unterforderung zu Langeweile führen können. Es ist jedoch unklar, ob Langeweile durch Überforderung mit denselben negativen Korrelaten einhergeht wie Langeweile durch Unterforderung. Darüber hinaus wird Langeweile in verschiedenen Kontexten mit gesundheitlichen Problemen wie Depressionen, somatischen Beschwerden, Fettleibigkeit und Essstörungen sowie Drogenmissbrauch in Verbindung gebracht. Über mögliche negative physische und psychische Auswirkungen schulischer Langeweile ist jedoch bisher wenig bekannt. Zusammengenommen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass Langeweile uns davon abhält, unser volles Potenzial auszuschöpfen, und sich nachteilig auf unsere Gesundheit auswirken kann. Folglich wurde Langeweile unter anderem als Plage der heutigen Zeit beschrieben, die es weiter zu erforschen und zu reduzieren gilt. Das Ziel der vorliegenden Dissertation war es deshalb schulische Langeweile durch Über- und Unterforderung, sowie deren Auswirkungen auf gesundheitsbezogene Lebensqualität im Mathematikunterricht der Sekundarstufe 1 zu erforschen. Dafür wurden in Studie 1 systematisch Verhaltens- und Persönlichkeitsvariablen von Schülerinnen und Schülern verglichen, die stark gelangweilt und leistungsschwach sind (also wahrscheinlich überfordert, basierend auf der Mathematiknote) und stark gelangweilt, aber leistungsstark (also wahrscheinlich unterfordert). Die Ergebnisse zeigen, dass Langeweile durch Über- und Unterforderung mit ähnlichen nachteiligen Verhaltens- und Persönlichkeitsvariablen einhergeht. Anknüpfend an Studie 1 wurde die Thematik der Langeweile durch Über- und Unterforderung in Studie 3 erneut aufgegriffen, um empirische Evidenz für das Vorhandensein und die Prävalenz von Langeweile durch Über- und Unterforderung zu erforschen. Mithilfe eines standardisierten Mathematiktests und latenter Profilanalyse konnte gezeigt werden, dass Langeweile in Mathematik sowohl durch Über- als auch durch Unterforderung auftreten kann und dass Geschlecht und Schulform dabei eine Rolle spielen können. Studie 2 untersuchte den Zusammenhang zwischen Langeweile und gesundheitsbezogener Lebensqualität. Die Ergebnisse zeigen, dass Langeweile signifikant negativ mit gesundheitsbezogener Lebensqualität zusammenhängt und eine stärkere Zunahme von Langeweile im Laufe eines Schuljahres mit niedrigeren Werten gesundheitsbezogener Lebensqualität einhergeht. Zusammenfassend und im Einklang mit bisheriger Forschung verdeutlicht die vorliegende Dissertation die Relevanz der Langeweileforschung. Sie zeigt, dass Langeweile in der Schule allgegenwärtig ist (Studie 3) und im Laufe eines Schuljahres zunimmt (Studie 2). Es wurde empirisch belegt, dass hohe Langeweile sowohl bei leistungsschwachen als auch bei leistungsstarken Schülerinnen und Schülern auftreten kann (Studien 1 und 3) und mit zahlreichen problematischen Korrelaten sowohl bei leistungsschwachen als auch bei leistungsstarken Schülern (Studie 1) sowie gesundheitlichen Problemen (Studie 2) einhergeht. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Langeweile in der Schule ein ernstzunehmendes Problem darstellt, mit dem Schülerinnen und Schüler nicht allein gelassen werden sollten.