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Die Kammermusik von Ferdinand Ries: Trio bis Oktett
Die Kammermusik von Ferdinand Ries: Trio bis Oktett
Das sehr bewegte Leben und das umfangreiche Schaffen des Komponisten, Pianisten und Beethoven-Schülers Ferdinand Ries sind von der Musikforschung seit jeher nur am Rande und in vereinzelten Studien erforscht und gewürdigt worden. Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, diese Lücke zumindest in Ansätzen zu schließen und Anstoß für weitere Forschungen zu geben. Der Fokus der Arbeit liegt auf der ausführlichen analytischen Untersuchung von Ries’ Kammermusik. Da Ries‘ kompositorisches Schaffen mit Kammermusik beginnt und schließt, erweist sich die Analyse seiner Kammermusik als besonders geeignet, um seine Entwicklung als Komponist und in Bezug auf den Umgang mit Traditionen, Konventionen, Formen und Harmonik detailliert zu betrachten. Bereits Ries’ Lebensdaten (1784–1838) zeigen aus heutiger Perspektive, dass er nicht nur überwiegend in einer Epoche tiefgreifender politischer und sozialer Veränderungen lebte, sondern auch, dass das Musikleben jener Zeit vom Aufbrechen von Konventionen, einer expressiver werdenden Klangsprache und dem Beginn des öffentlichen Konzertwesens geprägt war. Im Hinblick auf ein tieferes und besseres Verständnis der in dieser Arbeit untersuchten Werke werden die Analysen in den biographischen, den historischen sowie den gattungsgeschichtlichen Kontext eingebettet und, wo möglich, erhaltene Autographe, Abschriften, Korrespondenz mit Verlegern wie auch zeitgenössische Berichte und Rezensionen über Wirkung und Verbreitung der Kompositionen berücksichtigt. Um die Arbeit dabei in einem noch ausführbaren und übersichtlichen Rahmen halten zu können, liegt der Fokus auf den größer besetzten Werken, d.h. von Trio bis Oktett. Gleichwohl besteht das Untersuchungskorpus immer noch aus über 60 Werken in verschiedenen Besetzungsvarianten. Die intensive Auseinandersetzung mit Ries’ Wirken gab auch den Anlass, seine bisher nur oberflächlich bekannte Biographie detailliert aufzuarbeiten. Den jeweiligen Kapiteln sind daher biographische Informationen und Erläuterungen als Kontext vorangestellt. Hierfür wurden über 500 Briefe des Komponisten ausgewertet sowie zahlreiche neue Quellen erschlossen. Im Anhang finden sich eine Edition von über 40 bisher unbekannten Briefen sowie eine Quellenedition von drei bisher unbekannten Streichquartetten und einem verlorenen geglaubten Streichquartett-Satz.
Ferdinand Ries, Kammermusik, Beethoven, Musikwissenschaft, Streichquartett
Leibbrandt, Philipp
2021
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Leibbrandt, Philipp (2021): Die Kammermusik von Ferdinand Ries: Trio bis Oktett. Dissertation, LMU München: Faculty of History and the Arts
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Abstract

Das sehr bewegte Leben und das umfangreiche Schaffen des Komponisten, Pianisten und Beethoven-Schülers Ferdinand Ries sind von der Musikforschung seit jeher nur am Rande und in vereinzelten Studien erforscht und gewürdigt worden. Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, diese Lücke zumindest in Ansätzen zu schließen und Anstoß für weitere Forschungen zu geben. Der Fokus der Arbeit liegt auf der ausführlichen analytischen Untersuchung von Ries’ Kammermusik. Da Ries‘ kompositorisches Schaffen mit Kammermusik beginnt und schließt, erweist sich die Analyse seiner Kammermusik als besonders geeignet, um seine Entwicklung als Komponist und in Bezug auf den Umgang mit Traditionen, Konventionen, Formen und Harmonik detailliert zu betrachten. Bereits Ries’ Lebensdaten (1784–1838) zeigen aus heutiger Perspektive, dass er nicht nur überwiegend in einer Epoche tiefgreifender politischer und sozialer Veränderungen lebte, sondern auch, dass das Musikleben jener Zeit vom Aufbrechen von Konventionen, einer expressiver werdenden Klangsprache und dem Beginn des öffentlichen Konzertwesens geprägt war. Im Hinblick auf ein tieferes und besseres Verständnis der in dieser Arbeit untersuchten Werke werden die Analysen in den biographischen, den historischen sowie den gattungsgeschichtlichen Kontext eingebettet und, wo möglich, erhaltene Autographe, Abschriften, Korrespondenz mit Verlegern wie auch zeitgenössische Berichte und Rezensionen über Wirkung und Verbreitung der Kompositionen berücksichtigt. Um die Arbeit dabei in einem noch ausführbaren und übersichtlichen Rahmen halten zu können, liegt der Fokus auf den größer besetzten Werken, d.h. von Trio bis Oktett. Gleichwohl besteht das Untersuchungskorpus immer noch aus über 60 Werken in verschiedenen Besetzungsvarianten. Die intensive Auseinandersetzung mit Ries’ Wirken gab auch den Anlass, seine bisher nur oberflächlich bekannte Biographie detailliert aufzuarbeiten. Den jeweiligen Kapiteln sind daher biographische Informationen und Erläuterungen als Kontext vorangestellt. Hierfür wurden über 500 Briefe des Komponisten ausgewertet sowie zahlreiche neue Quellen erschlossen. Im Anhang finden sich eine Edition von über 40 bisher unbekannten Briefen sowie eine Quellenedition von drei bisher unbekannten Streichquartetten und einem verlorenen geglaubten Streichquartett-Satz.