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Pilotstudie über die in vitro Löslichkeit von Phosphor aus Mineralquellen, Futterkomponenten und Mischfutter für Schweine, Geflügel, Hunde und Katzen
Pilotstudie über die in vitro Löslichkeit von Phosphor aus Mineralquellen, Futterkomponenten und Mischfutter für Schweine, Geflügel, Hunde und Katzen
Phosphor (P) kann nur absorbiert werden, wenn er gelöst ist. In der vorliegenden Arbeit wurde eine Methode zur Bestimmung der P-Löslichkeit in verschiedenen Futtermitteln für Hunde, Katzen, Schweine und Geflügel untersucht. Die P-Löslichkeit in Wasser und Salzsäure (0,4%) wurde nach 1 Minute und 90 Minuten in 29 Futterphosphatproben, 8 Einzelfuttermitteln wie Fleisch oder Getreide, 64 Mischfuttermitteln, 8 Alleintrockenfuttern für Hunde, 13 Nassfuttern für Hunde, 25 Nassfuttern für Katzen und 29 experimentellen Mischungen analysiert. Die Proben wurden zermahlen, in Wasser oder Salzsäure gelöst und für 1 Minute bzw. 90 Minuten geschüttelt. Aus dem Überstand wurde nach der Nassveraschung P photometrisch analysiert. Die Löslichkeit wurde rechnerisch in % des Gesamt-P in der Trockensubstanz kalkuliert. Die organischen Einzelfuttermittel (Fleisch oder Getreide) hatten die niedrigsten Werte der P-Löslichkeit in beiden Medien. Die anorganischen Futterphosphate zeigten mit wenigen Ausnahmen eine sehr hohe P-Löslichkeit in Wasser und Säure. Die P-Löslichkeit von experimentellen Mischungen wurde sowohl gemessen, als auch aus den Werten der vorherigen Bestimmungen der P-Löslichkeit in Einzelkomponenten kalkuliert. Dabei wurde die Additivität der P-Löslichkeit der verwendeten Komponenten in diesen experimentellen Mischungen beobachtet. Erhitzen von Fleisch und Getreide führte zu einem Rückgang der P-Löslichkeit. Die untenstehende Tabelle V zeigt P-Gehalt und Löslichkeit von Alleinfuttermitteln für Schweine und Geflügel (hier bestanden keinerlei Unterschiede zwischen den Tierarten, den Alters- und Nutzungsgruppen, für die die FM bestimmt waren) sowie von Alleinfuttermitteln für Hunde und Katzen. Die in dieser Arbeit verwendete Methode kann schlecht lösliche und sehr leicht lösliche P-Quellen unterscheiden. Die Absorption ersterer kann als unterdurchschnittlich eingestuft werden. Dieser Aspekt ist vor allem für landwirtschaftliche Nutztiere wichtig, wenn trotz ausreichender P-Versorgung der Verdacht einer unzureichenden Verfügbarkeit besteht. In hohen Mengen verabreichte leicht lösliche Phosphate führen bei Hunden oder Katzen häufig zu postprandialer Hyperphosphatämie und Phosphaturie und stellen daher ein Risiko für die Nierengesundheit dar. Die Bestimmung der leicht löslichen Phosphate ist unter diesem Aspekt von Bedeutung für die Heimtierernährung., Phosphorus (P) can only be absorbed if it is in solution. In the present work, a method for the evaluation of P solubility in different feed for dogs, cats, pigs and poultry was studied. The P solubility in water and hydrochloric acid (0.4%) was analysed after 1 and 90 minutes in 29 samples of feed phosphates, 8 single ingredients, 64 compound feeds for pig and poultry, 8 complete dry and 13 complete moist dog foods, 25 complete moist cat foods and 29 experimental diets. The samples were ground, then dissolved in water or hydrochloric acid and stirred for 1 and 90 minutes, respectively. The supernatant was analysed after wet digestion with the photometric method. The solubility was calculated in % of total P in DM. The organic single ingredients (meat or poultry) had the lowest rates of P solubility in both media. The inorganic feed phosphates showed very high P solubility with only a few exceptions. The P solubility of experimental diets was both measured and calculated from the data of previous measurements of P solubility in single ingredients. In the experimental mixtures, P solubility of the single compounds showed to be additive. The heating of meat and grain led to a decrease of P solubility. Table V below shows total P and solubility of compound feed for pigs and poultry (there were no differences between animal species, age or production groups, for which the feed were intended), and also of compound feed for dogs and cats. The method used in the present work can be used to differentiate between P sources with very low and very high solubility. The absorption of the former is expected to be below average. This aspect is mainly important for farm animals in which, despite sufficient P-supply, an insufficient availability is suspected. In dogs and cats, an excess of high soluble phosphates has been shown to cause postprandial hyperphosphataemia and phosphaturia. This may present a risk for renal health. The evaluation of highly soluble phosphates is, in view of these aspects, of importance for animal nutrition.
Phosphorus, solubility, mineral sources, feed materials, compound feeds
Lineva, Anna
2020
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Lineva, Anna (2020): Pilotstudie über die in vitro Löslichkeit von Phosphor aus Mineralquellen, Futterkomponenten und Mischfutter für Schweine, Geflügel, Hunde und Katzen. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Phosphor (P) kann nur absorbiert werden, wenn er gelöst ist. In der vorliegenden Arbeit wurde eine Methode zur Bestimmung der P-Löslichkeit in verschiedenen Futtermitteln für Hunde, Katzen, Schweine und Geflügel untersucht. Die P-Löslichkeit in Wasser und Salzsäure (0,4%) wurde nach 1 Minute und 90 Minuten in 29 Futterphosphatproben, 8 Einzelfuttermitteln wie Fleisch oder Getreide, 64 Mischfuttermitteln, 8 Alleintrockenfuttern für Hunde, 13 Nassfuttern für Hunde, 25 Nassfuttern für Katzen und 29 experimentellen Mischungen analysiert. Die Proben wurden zermahlen, in Wasser oder Salzsäure gelöst und für 1 Minute bzw. 90 Minuten geschüttelt. Aus dem Überstand wurde nach der Nassveraschung P photometrisch analysiert. Die Löslichkeit wurde rechnerisch in % des Gesamt-P in der Trockensubstanz kalkuliert. Die organischen Einzelfuttermittel (Fleisch oder Getreide) hatten die niedrigsten Werte der P-Löslichkeit in beiden Medien. Die anorganischen Futterphosphate zeigten mit wenigen Ausnahmen eine sehr hohe P-Löslichkeit in Wasser und Säure. Die P-Löslichkeit von experimentellen Mischungen wurde sowohl gemessen, als auch aus den Werten der vorherigen Bestimmungen der P-Löslichkeit in Einzelkomponenten kalkuliert. Dabei wurde die Additivität der P-Löslichkeit der verwendeten Komponenten in diesen experimentellen Mischungen beobachtet. Erhitzen von Fleisch und Getreide führte zu einem Rückgang der P-Löslichkeit. Die untenstehende Tabelle V zeigt P-Gehalt und Löslichkeit von Alleinfuttermitteln für Schweine und Geflügel (hier bestanden keinerlei Unterschiede zwischen den Tierarten, den Alters- und Nutzungsgruppen, für die die FM bestimmt waren) sowie von Alleinfuttermitteln für Hunde und Katzen. Die in dieser Arbeit verwendete Methode kann schlecht lösliche und sehr leicht lösliche P-Quellen unterscheiden. Die Absorption ersterer kann als unterdurchschnittlich eingestuft werden. Dieser Aspekt ist vor allem für landwirtschaftliche Nutztiere wichtig, wenn trotz ausreichender P-Versorgung der Verdacht einer unzureichenden Verfügbarkeit besteht. In hohen Mengen verabreichte leicht lösliche Phosphate führen bei Hunden oder Katzen häufig zu postprandialer Hyperphosphatämie und Phosphaturie und stellen daher ein Risiko für die Nierengesundheit dar. Die Bestimmung der leicht löslichen Phosphate ist unter diesem Aspekt von Bedeutung für die Heimtierernährung.

Abstract

Phosphorus (P) can only be absorbed if it is in solution. In the present work, a method for the evaluation of P solubility in different feed for dogs, cats, pigs and poultry was studied. The P solubility in water and hydrochloric acid (0.4%) was analysed after 1 and 90 minutes in 29 samples of feed phosphates, 8 single ingredients, 64 compound feeds for pig and poultry, 8 complete dry and 13 complete moist dog foods, 25 complete moist cat foods and 29 experimental diets. The samples were ground, then dissolved in water or hydrochloric acid and stirred for 1 and 90 minutes, respectively. The supernatant was analysed after wet digestion with the photometric method. The solubility was calculated in % of total P in DM. The organic single ingredients (meat or poultry) had the lowest rates of P solubility in both media. The inorganic feed phosphates showed very high P solubility with only a few exceptions. The P solubility of experimental diets was both measured and calculated from the data of previous measurements of P solubility in single ingredients. In the experimental mixtures, P solubility of the single compounds showed to be additive. The heating of meat and grain led to a decrease of P solubility. Table V below shows total P and solubility of compound feed for pigs and poultry (there were no differences between animal species, age or production groups, for which the feed were intended), and also of compound feed for dogs and cats. The method used in the present work can be used to differentiate between P sources with very low and very high solubility. The absorption of the former is expected to be below average. This aspect is mainly important for farm animals in which, despite sufficient P-supply, an insufficient availability is suspected. In dogs and cats, an excess of high soluble phosphates has been shown to cause postprandial hyperphosphataemia and phosphaturia. This may present a risk for renal health. The evaluation of highly soluble phosphates is, in view of these aspects, of importance for animal nutrition.