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Strukturelle Veränderungen in Psychoanalysen aus bindungstheoretischer Sicht. Bindung, Mentalisierung und therapeutische Allianz
Strukturelle Veränderungen in Psychoanalysen aus bindungstheoretischer Sicht. Bindung, Mentalisierung und therapeutische Allianz
In dieser Studie wurden im Allgemeinen das Veränderungspotential von psychoanalytischen Langzeittherapien und im Spezifischen die von der Bindungssensibilisierung des Therapeuten abhängigen Entwicklungsmöglichkeiten fokussiert. Zusätzlich ermöglichte eine Katamnese die Überprüfung zuvor erreichter Veränderungen. Für eine Beantwortung nach dem Wie von Veränderungsprozessen wurde außerdem eine qualitative Auswertung von zwei Langzeitverläufen vorgenommen, die zudem wichtige Aufschlüsse über das Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehens in der therapeutischen Dyade lieferte. Von Interesse waren dabei die Veränderungsmaße a) Bindungsstil, b) Mentalisierungs-fähigkeit und c) therapeutische Allianz. Die Gesamtstichprobe des Münchner Bindungs- und Wirkungsforschungsprojekts umfasste 17 Patienten, welche in Abhängigkeit der Bindungs-schulung des Therapeuten in eine Experimental- und in eine Kontrollgruppe unterteilt wurden. Sie wurden aus der Raterperspektive mit dem Adult-Attachment-Interview (AAI) zur Bestimmung des Bindungsstils und mit der Reflexiven Funktionsskala (RF Skala) für die Erfassung der Mentalisierungsfähigkeit zu Therapiebeginn, nach 240 Behandlungsstunden und nach einer durchschnittlichen Katamnesedauer von 1.7 Jahren untersucht. Die therapeutische Allianz wurde mit der California Psychotherapy Alliance Scale (CALPAS) zu Therapiebeginn und in drei Abständen von jeweils 80 Behandlungsstunden erhoben. Durch die differenzierte Evaluierung einer Patienten- sowie Therapeutenvariable konnte der jeweilige Beitrag des am Prozess Beteiligten isoliert betrachtet werden. Die Ergebnisse zeigten, dass sich das Bindungsmuster und die Arbeitsfähigkeit des Patienten durch eine Langzeittherapie vorteilhaft verändern lassen. Bei der Mentalisierungs-fähigkeit fielen unterschiedliche Veränderungsprozesse in Abhängigkeit vom primären Bindungsmuster auf, die ausführlich berichtet werden. Die resultierenden Implikationen für psychoanalytische Langzeittherapien, Bindungsschulungen für Therapeuten sowie wichtige Therapieprozesse werden diskutiert.
psychoanalytische Langzeittherapie, Bindungssensibilisierung des Therapeuten, Bindung, Mentalisierung, therapeutische Allianz
Barten-Hohn, Julia
2019
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Barten-Hohn, Julia (2019): Strukturelle Veränderungen in Psychoanalysen aus bindungstheoretischer Sicht: Bindung, Mentalisierung und therapeutische Allianz. Dissertation, LMU München: Faculty of Psychology and Educational Sciences
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Abstract

In dieser Studie wurden im Allgemeinen das Veränderungspotential von psychoanalytischen Langzeittherapien und im Spezifischen die von der Bindungssensibilisierung des Therapeuten abhängigen Entwicklungsmöglichkeiten fokussiert. Zusätzlich ermöglichte eine Katamnese die Überprüfung zuvor erreichter Veränderungen. Für eine Beantwortung nach dem Wie von Veränderungsprozessen wurde außerdem eine qualitative Auswertung von zwei Langzeitverläufen vorgenommen, die zudem wichtige Aufschlüsse über das Übertragungs-Gegenübertragungsgeschehens in der therapeutischen Dyade lieferte. Von Interesse waren dabei die Veränderungsmaße a) Bindungsstil, b) Mentalisierungs-fähigkeit und c) therapeutische Allianz. Die Gesamtstichprobe des Münchner Bindungs- und Wirkungsforschungsprojekts umfasste 17 Patienten, welche in Abhängigkeit der Bindungs-schulung des Therapeuten in eine Experimental- und in eine Kontrollgruppe unterteilt wurden. Sie wurden aus der Raterperspektive mit dem Adult-Attachment-Interview (AAI) zur Bestimmung des Bindungsstils und mit der Reflexiven Funktionsskala (RF Skala) für die Erfassung der Mentalisierungsfähigkeit zu Therapiebeginn, nach 240 Behandlungsstunden und nach einer durchschnittlichen Katamnesedauer von 1.7 Jahren untersucht. Die therapeutische Allianz wurde mit der California Psychotherapy Alliance Scale (CALPAS) zu Therapiebeginn und in drei Abständen von jeweils 80 Behandlungsstunden erhoben. Durch die differenzierte Evaluierung einer Patienten- sowie Therapeutenvariable konnte der jeweilige Beitrag des am Prozess Beteiligten isoliert betrachtet werden. Die Ergebnisse zeigten, dass sich das Bindungsmuster und die Arbeitsfähigkeit des Patienten durch eine Langzeittherapie vorteilhaft verändern lassen. Bei der Mentalisierungs-fähigkeit fielen unterschiedliche Veränderungsprozesse in Abhängigkeit vom primären Bindungsmuster auf, die ausführlich berichtet werden. Die resultierenden Implikationen für psychoanalytische Langzeittherapien, Bindungsschulungen für Therapeuten sowie wichtige Therapieprozesse werden diskutiert.