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Jugendliche und ihre Medienhelden. eine empirische Studie zur Wahrnehmung von Fernsehhelden und Lieblingsserien bei Jugendlichen
Jugendliche und ihre Medienhelden. eine empirische Studie zur Wahrnehmung von Fernsehhelden und Lieblingsserien bei Jugendlichen
Diese Studie befasst sich mit der Frage, welche Heldentypen sich die Jugendlichen aussuchen und wie sie sich das, was sie sehen, aneignen. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, wie die Charaktere der Fernsehhelden im Vergleich zu den Einschätzungen und Vorstellungen der Jugendlichen von sich selbst zu sehen sind. Gibt es Parallelen zwischen den Charakteren der Helden und denen der Jugendlichen? Wie wirken sich die Ideale und Werte der Jugendlichen auf die Wahl ihrer Fernsehhelden aus? Gibt es Persönlichkeitseigenschaften, bei denen sich ein Zusammenhang zwischen Fernsehhelden und Jugendlichen erkennen lässt? Weiter interessiert in dieser Untersuchung, wie die Jugendlichen mit dem, was sie von ihren Fernsehhelden sehen, umgehen und was sie davon hilfreich finden oder auch nicht. Grundannahme bei dieser Untersuchung ist, dass die Jugendlichen ihrem Fernsehangebot nicht hilflos ausgeliefert sind und nicht einfach übernehmen, was sie sehen. Vielmehr wird angenommen, dass sie kritische und kompetente Rezipienten sind, die sich ihre Fernsehhelden gezielt aussuchen und selbst entscheiden, welche Angebote sie positiv für sich nutzen und welche sie zurückweisen. Die Annahme von aktiven Rezipienten, die ihren Medienkonsum aktiv steuern und zu ihrem Nutzen gestalten, ist in dieser Studie eine grundlegende Prämisse, um den Medienumgang und die Medienaneignung der Jugendlichen zu betrachten und zu verstehen. Anhand des transaktionsanalytischen Modells des Bezugsrahmens wird vor diesem Hintergrund untersucht, wie sich das im Detail gestaltet. Die Transaktionsanalyse ist der zentrale theoretische Ansatz in dieser Studie und trägt das Untersuchungskonzept wesentlich. Die transaktionsanalytische Auffassung von der entscheidungsgetriebenen Entwicklung eines Menschen nach den Prinzipien der humanistischen Psychologie erlaubt ein Modell der Identitätsbildung, das die jugendliche Medienaneignung gut erklären kann. Dabei wird ein komplexes Verständnis von Medienaneignung vorausgesetzt, wie es auch in der handlungstheoretischen Forschungstradition der Medienforschung verwendet wird und das mit dem Konzept des Bezugsrahmens gut vereinbar ist. Die zentrale Idee im Hinblick auf die Selektion und Wahrnehmung der Fernsehhelden durch die Jugendlichen ist, dass sie Helden oder Lieblingspersonen bevorzugen, bei denen sie ähnliche psychologische Grundmuster wie bei sich selbst wahrnehmen. Je mehr die Jugendlichen bestimmte psychische Merkmale selbst an den Tag legen und pflegen, desto mehr werden sie auch bei ihren Helden vermutet, häufig stärker ausgeprägt als bei den Jugendlichen selbst. Dass ihre Helden unter anderen Bedingungen leben und Eigenschaften in anderer Ausprägung haben als die Jugendlichen selbst, ist dabei kein Widerspruch.
Jugendliche, Fernsehhelden, Medienaneignung, Transaktionsanalyse, empirische Untersuchung
Lattner, Karin
2019
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Lattner, Karin (2019): Jugendliche und ihre Medienhelden: eine empirische Studie zur Wahrnehmung von Fernsehhelden und Lieblingsserien bei Jugendlichen. Dissertation, LMU München: Faculty of Social Sciences
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Abstract

Diese Studie befasst sich mit der Frage, welche Heldentypen sich die Jugendlichen aussuchen und wie sie sich das, was sie sehen, aneignen. Ziel der Studie ist es, herauszufinden, wie die Charaktere der Fernsehhelden im Vergleich zu den Einschätzungen und Vorstellungen der Jugendlichen von sich selbst zu sehen sind. Gibt es Parallelen zwischen den Charakteren der Helden und denen der Jugendlichen? Wie wirken sich die Ideale und Werte der Jugendlichen auf die Wahl ihrer Fernsehhelden aus? Gibt es Persönlichkeitseigenschaften, bei denen sich ein Zusammenhang zwischen Fernsehhelden und Jugendlichen erkennen lässt? Weiter interessiert in dieser Untersuchung, wie die Jugendlichen mit dem, was sie von ihren Fernsehhelden sehen, umgehen und was sie davon hilfreich finden oder auch nicht. Grundannahme bei dieser Untersuchung ist, dass die Jugendlichen ihrem Fernsehangebot nicht hilflos ausgeliefert sind und nicht einfach übernehmen, was sie sehen. Vielmehr wird angenommen, dass sie kritische und kompetente Rezipienten sind, die sich ihre Fernsehhelden gezielt aussuchen und selbst entscheiden, welche Angebote sie positiv für sich nutzen und welche sie zurückweisen. Die Annahme von aktiven Rezipienten, die ihren Medienkonsum aktiv steuern und zu ihrem Nutzen gestalten, ist in dieser Studie eine grundlegende Prämisse, um den Medienumgang und die Medienaneignung der Jugendlichen zu betrachten und zu verstehen. Anhand des transaktionsanalytischen Modells des Bezugsrahmens wird vor diesem Hintergrund untersucht, wie sich das im Detail gestaltet. Die Transaktionsanalyse ist der zentrale theoretische Ansatz in dieser Studie und trägt das Untersuchungskonzept wesentlich. Die transaktionsanalytische Auffassung von der entscheidungsgetriebenen Entwicklung eines Menschen nach den Prinzipien der humanistischen Psychologie erlaubt ein Modell der Identitätsbildung, das die jugendliche Medienaneignung gut erklären kann. Dabei wird ein komplexes Verständnis von Medienaneignung vorausgesetzt, wie es auch in der handlungstheoretischen Forschungstradition der Medienforschung verwendet wird und das mit dem Konzept des Bezugsrahmens gut vereinbar ist. Die zentrale Idee im Hinblick auf die Selektion und Wahrnehmung der Fernsehhelden durch die Jugendlichen ist, dass sie Helden oder Lieblingspersonen bevorzugen, bei denen sie ähnliche psychologische Grundmuster wie bei sich selbst wahrnehmen. Je mehr die Jugendlichen bestimmte psychische Merkmale selbst an den Tag legen und pflegen, desto mehr werden sie auch bei ihren Helden vermutet, häufig stärker ausgeprägt als bei den Jugendlichen selbst. Dass ihre Helden unter anderen Bedingungen leben und Eigenschaften in anderer Ausprägung haben als die Jugendlichen selbst, ist dabei kein Widerspruch.