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Porzines Circovirus Typ 2 (PCV2) – Querschnittsuntersuchung über das Vorkommen von Virämie und Ausscheidung bei Sauen aus einem Bestand ohne PCV2-Impfung
Porzines Circovirus Typ 2 (PCV2) – Querschnittsuntersuchung über das Vorkommen von Virämie und Ausscheidung bei Sauen aus einem Bestand ohne PCV2-Impfung
In der vorliegenden Arbeit sollte das Vorkommen des porzinen Circovirus Typ 2 sowie die Prävalenz für PCV2 spezifische Antikörper in einer Sauenherde untersucht werden. Folgende Hypothesen wurden überprüft: 1) Basierend auf der Annahme, dass eine PCV2 Virämie vor allem bei Schweinen mit einem Alter von 17 - 24 Wochen nachgewiesen werden kann, haben Jungsauen einen besonderen Stellenwert für den Erhalt einer PCV2 Infektion in einer Sauenherde. 2) Bedingt durch den sich ständig ändernden humoralen Immunstatus produktiver Muttersauen, steht der Nachweis einer PCV2 Virämie und PCV2 Ausscheidung in Zusammenhang mit dem jeweiligen Produktionsstatus (Wochengruppe) der Muttersauen. Die vorliegende Arbeit wurde als Querschnittsuntersuchung durchgeführt. Um die PCV2 Prävalenz virämischer und seropositiver Sauen bewerten zu können, wurden 342 Tiere in die Studie eingeschlossen. Der Studienbetrieb war ein Jungsauenvermehrer mit einer Stammherde von etwa 400 Muttersauen. Die Stammherde war insgesamt eingeteilt in acht Wochengruppen. Die Wochengruppen befanden sich zum Zeitpunkt der Probennahme in unterschiedlichen Produktionszyklen (zweite Trächtigkeitswoche bis vierte Woche p. p.). Von 304 Sauen der Stammherde (je 38 Sauen/Wochengruppe) und 38 Jungsauen in der Quarantäne wurden einmalig Blut- und Kotproben entnommen. Zusätzlich erfolgte die Gewinnung von Speichelproben bei 214 Sauen der Stammherde und bei 21 Jungsauen in der Quarantäne. Die gewonnenen Serum-, Speichel- und Kotproben wurden mithilfe einer real-time PCR auf PCV2 DNA untersucht. Die Serumproben wurden mittels ELISA auf das Vorkommen spezifischer PCV2 Antikörper (IgG) getestet. Die molekularbiologische Untersuchung ergab eine PCV2 DNA Prävalenz von 7,0 % (24/342) im Serum, 6,0 % (14/235) im Speichel und 7,3 % (25/342) im Kot. Keines der Tiere zeigte klinische Anzeichen einer PCVD und der höchste PCV2 DNA Gehalt im Serum lag mit 2,2 x 104 Genomkopien/ml Serum unter dem klinisch relevanten Bereich. Demzufolge wurde die Studienherde als subklinisch mit PCV2 infiziert eingestuft. Die Auswertung der labordiagnostischen Ergebnisse erfolgte unter Berücksichtigung der Paritätsgruppe sowie der Wochengruppe der Sauen. Dabei zeigte sich, dass die Paritätsgruppe der Sauen (Jungsauen in der Quarantäne, Jungsauen, primipare Sauen, Altsauen) einen erheblichen Einfluss auf die Nachweisrate von PCV2 DNA in Serum, Speichel und Kot nahm. Bei den Jungsauen in der Quarantäne waren 61,9 % der untersuchten Speichelproben und 31,6 % der untersuchten Kotproben PCV2 DNA positiv. Die Nachweishäufigkeit von PCV2 DNA in Speichel und Kot von Jungsauen in der Quarantäne war damit signifikant höher als in den anderen Paritätsgruppen. Den höchsten Anteil virämischer Tiere verzeichneten die bereits integrierten Jungsauen (15,3 %) und die primiparen Sauen (13,3 %). Insgesamt konnten bei 49,1 % (168/342) der Sauen PCV2 spezifische Antikörper nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich, dass der Produktionsstatus der Sauen eine bedeutende Auswirkung auf den Anteil seropositiver Sauen hatte. Der höchste Anteil seropositiver Sauen konnte mit 73,7 % in der zweiten Trächtigkeitswoche festgestellt werden. Mit fortgeschrittener Trächtigkeit nahm die Seroprävalenz der einzelnen Sauengruppen ab und war in der 15. Trächtigkeitswoche mit 36,8 % seropositiver Sauen am geringsten. Die zu überprüfenden Hypothesen dieser Studie können wie folgt beantwortet werden: Der besondere Stellenwert der Jungsauen konnte hinsichtlich des PCV2 Eintrags in die Herde belegt werden. Ebenso konnte bestätigt werden, dass der Produktionsstatus der Muttersau im Zusammenhang mit dem PCV2 Antikörperstatus steht. Hinsichtlich der PCV2 Virämie und PCV2 Ausscheidung zeigte sich, dass nicht der Produktionsstatus der Sau, sondern die Paritätsgruppe als beeinflussendes Merkmal anzusehen ist.
PCV2, Querschnittsuntersuchung, PCV2-Antikörper, Jungsauen, Ausscheidung
Beuter, Bettina
2018
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Beuter, Bettina (2018): Porzines Circovirus Typ 2 (PCV2) – Querschnittsuntersuchung über das Vorkommen von Virämie und Ausscheidung bei Sauen aus einem Bestand ohne PCV2-Impfung. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

In der vorliegenden Arbeit sollte das Vorkommen des porzinen Circovirus Typ 2 sowie die Prävalenz für PCV2 spezifische Antikörper in einer Sauenherde untersucht werden. Folgende Hypothesen wurden überprüft: 1) Basierend auf der Annahme, dass eine PCV2 Virämie vor allem bei Schweinen mit einem Alter von 17 - 24 Wochen nachgewiesen werden kann, haben Jungsauen einen besonderen Stellenwert für den Erhalt einer PCV2 Infektion in einer Sauenherde. 2) Bedingt durch den sich ständig ändernden humoralen Immunstatus produktiver Muttersauen, steht der Nachweis einer PCV2 Virämie und PCV2 Ausscheidung in Zusammenhang mit dem jeweiligen Produktionsstatus (Wochengruppe) der Muttersauen. Die vorliegende Arbeit wurde als Querschnittsuntersuchung durchgeführt. Um die PCV2 Prävalenz virämischer und seropositiver Sauen bewerten zu können, wurden 342 Tiere in die Studie eingeschlossen. Der Studienbetrieb war ein Jungsauenvermehrer mit einer Stammherde von etwa 400 Muttersauen. Die Stammherde war insgesamt eingeteilt in acht Wochengruppen. Die Wochengruppen befanden sich zum Zeitpunkt der Probennahme in unterschiedlichen Produktionszyklen (zweite Trächtigkeitswoche bis vierte Woche p. p.). Von 304 Sauen der Stammherde (je 38 Sauen/Wochengruppe) und 38 Jungsauen in der Quarantäne wurden einmalig Blut- und Kotproben entnommen. Zusätzlich erfolgte die Gewinnung von Speichelproben bei 214 Sauen der Stammherde und bei 21 Jungsauen in der Quarantäne. Die gewonnenen Serum-, Speichel- und Kotproben wurden mithilfe einer real-time PCR auf PCV2 DNA untersucht. Die Serumproben wurden mittels ELISA auf das Vorkommen spezifischer PCV2 Antikörper (IgG) getestet. Die molekularbiologische Untersuchung ergab eine PCV2 DNA Prävalenz von 7,0 % (24/342) im Serum, 6,0 % (14/235) im Speichel und 7,3 % (25/342) im Kot. Keines der Tiere zeigte klinische Anzeichen einer PCVD und der höchste PCV2 DNA Gehalt im Serum lag mit 2,2 x 104 Genomkopien/ml Serum unter dem klinisch relevanten Bereich. Demzufolge wurde die Studienherde als subklinisch mit PCV2 infiziert eingestuft. Die Auswertung der labordiagnostischen Ergebnisse erfolgte unter Berücksichtigung der Paritätsgruppe sowie der Wochengruppe der Sauen. Dabei zeigte sich, dass die Paritätsgruppe der Sauen (Jungsauen in der Quarantäne, Jungsauen, primipare Sauen, Altsauen) einen erheblichen Einfluss auf die Nachweisrate von PCV2 DNA in Serum, Speichel und Kot nahm. Bei den Jungsauen in der Quarantäne waren 61,9 % der untersuchten Speichelproben und 31,6 % der untersuchten Kotproben PCV2 DNA positiv. Die Nachweishäufigkeit von PCV2 DNA in Speichel und Kot von Jungsauen in der Quarantäne war damit signifikant höher als in den anderen Paritätsgruppen. Den höchsten Anteil virämischer Tiere verzeichneten die bereits integrierten Jungsauen (15,3 %) und die primiparen Sauen (13,3 %). Insgesamt konnten bei 49,1 % (168/342) der Sauen PCV2 spezifische Antikörper nachgewiesen werden. Dabei zeigte sich, dass der Produktionsstatus der Sauen eine bedeutende Auswirkung auf den Anteil seropositiver Sauen hatte. Der höchste Anteil seropositiver Sauen konnte mit 73,7 % in der zweiten Trächtigkeitswoche festgestellt werden. Mit fortgeschrittener Trächtigkeit nahm die Seroprävalenz der einzelnen Sauengruppen ab und war in der 15. Trächtigkeitswoche mit 36,8 % seropositiver Sauen am geringsten. Die zu überprüfenden Hypothesen dieser Studie können wie folgt beantwortet werden: Der besondere Stellenwert der Jungsauen konnte hinsichtlich des PCV2 Eintrags in die Herde belegt werden. Ebenso konnte bestätigt werden, dass der Produktionsstatus der Muttersau im Zusammenhang mit dem PCV2 Antikörperstatus steht. Hinsichtlich der PCV2 Virämie und PCV2 Ausscheidung zeigte sich, dass nicht der Produktionsstatus der Sau, sondern die Paritätsgruppe als beeinflussendes Merkmal anzusehen ist.