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Magen-Darm-Passagezeit bei Schildkröten (Trachemys scripta elegans, Emys orbicularis und Testudo hermanni boettgeri)
Magen-Darm-Passagezeit bei Schildkröten (Trachemys scripta elegans, Emys orbicularis und Testudo hermanni boettgeri)
Kenntnisse über physiologische Magen-Darm-Passagezeiten bei Schildkröten liegen bisher kaum vor, stellen aber für die Erkennung pathologischer Zustände des Verdauungstraktes oder für die Planung von Studien zur Verdaulichkeit, Nährstoffversorgung oder Medikamentendosierung eine wichtige Grundlage dar. Ziel dieser Studie war es, die physiologische Magen-Darm-Passagezeit von T. s. elegans, T. h. boettgeri und E. orbicularis unter möglichst standardisierter und artgerechter Haltung und Fütterung zu bestimmen und mögliche Einflussfaktoren einzugrenzen. Es wurden 280 Magen-Darm-Passagen von gesunden Schildkröten (n = 34) mit dem Marker Chromoxidgrün analysiert. Ermittelt wurde die Transitzeit „tmin“, die maximale Ausscheidungsdauer „tmax“ und der daraus errechnete Durchschnitt „MRT“. Es wurden Kotabsatz (semiquantitativ), Umgebungstemperatur, Körpergewicht, Ernährungszustand und Kalenderwochen dokumentiert. Die Landschildkröten wurden ad libitum mit Wildkräutern und die Wasserschildkröten restriktiv mit Schildkrötenpudding gefüttert. Zusätzlich kam Futter mit erhöhtem Kräuter- bzw. Zellulosefasergehalt zum Einsatz. Die untersuchte Landschildkröten-Spezies wies deutlich längere Passagezeiten als die Wasserschildkröten-Spezies auf (tmin: 7 vs. 2 Tage; tmax: 10 vs. 5,5 - 6 Tage; MRT: 7,5 vs. 4 Tage). Zu beachten ist allerdings eine bemerkenswerte intra- und interindividuelle Streuung. Nur bei den Landschildkröten ergab sich haltungsbedingt ein leichter negativer Zusammenhang zwischen Umgebungstemperatur bzw. Kalenderwoche und MRT. Körpergewicht und Geschlecht hatten keinen relevanten Effekt auf die MRT, jedoch bestanden artspezifische Unterschiede zwischen Jungtieren und Adulten. Nur bei E. orbicularis bestand ein geringer Zusammenhang zwischen Futtermenge und Futterart sowie Wassertemperatur und MRT. Außerdem bestanden bei allen Arten z.T. deutliche Unterschiede der Passagezeit nach Gabe der unterschiedlichen Futterarten.
Passagezeit, Schildkröten, Chromoxid, Fütterung, Magen-Darm
Fischer, Anna
2018
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Fischer, Anna (2018): Magen-Darm-Passagezeit bei Schildkröten (Trachemys scripta elegans, Emys orbicularis und Testudo hermanni boettgeri). Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Kenntnisse über physiologische Magen-Darm-Passagezeiten bei Schildkröten liegen bisher kaum vor, stellen aber für die Erkennung pathologischer Zustände des Verdauungstraktes oder für die Planung von Studien zur Verdaulichkeit, Nährstoffversorgung oder Medikamentendosierung eine wichtige Grundlage dar. Ziel dieser Studie war es, die physiologische Magen-Darm-Passagezeit von T. s. elegans, T. h. boettgeri und E. orbicularis unter möglichst standardisierter und artgerechter Haltung und Fütterung zu bestimmen und mögliche Einflussfaktoren einzugrenzen. Es wurden 280 Magen-Darm-Passagen von gesunden Schildkröten (n = 34) mit dem Marker Chromoxidgrün analysiert. Ermittelt wurde die Transitzeit „tmin“, die maximale Ausscheidungsdauer „tmax“ und der daraus errechnete Durchschnitt „MRT“. Es wurden Kotabsatz (semiquantitativ), Umgebungstemperatur, Körpergewicht, Ernährungszustand und Kalenderwochen dokumentiert. Die Landschildkröten wurden ad libitum mit Wildkräutern und die Wasserschildkröten restriktiv mit Schildkrötenpudding gefüttert. Zusätzlich kam Futter mit erhöhtem Kräuter- bzw. Zellulosefasergehalt zum Einsatz. Die untersuchte Landschildkröten-Spezies wies deutlich längere Passagezeiten als die Wasserschildkröten-Spezies auf (tmin: 7 vs. 2 Tage; tmax: 10 vs. 5,5 - 6 Tage; MRT: 7,5 vs. 4 Tage). Zu beachten ist allerdings eine bemerkenswerte intra- und interindividuelle Streuung. Nur bei den Landschildkröten ergab sich haltungsbedingt ein leichter negativer Zusammenhang zwischen Umgebungstemperatur bzw. Kalenderwoche und MRT. Körpergewicht und Geschlecht hatten keinen relevanten Effekt auf die MRT, jedoch bestanden artspezifische Unterschiede zwischen Jungtieren und Adulten. Nur bei E. orbicularis bestand ein geringer Zusammenhang zwischen Futtermenge und Futterart sowie Wassertemperatur und MRT. Außerdem bestanden bei allen Arten z.T. deutliche Unterschiede der Passagezeit nach Gabe der unterschiedlichen Futterarten.