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Einfluss der Kationen-Anionen-Bilanz im Futter auf den Urin-pH-Wert beim Kaninchen im tierartlichen Vergleich
Einfluss der Kationen-Anionen-Bilanz im Futter auf den Urin-pH-Wert beim Kaninchen im tierartlichen Vergleich
Bei diversen monogastrischen Spezies (Hund, Katze, Schwein, Pferd) kann ein klarer Zusammenhang zwischen der Kationen-Anionen-Bilanz (KAB) im Futter und dem Urin-pH hergestellt werden. Bei Pferden gilt dieser Zusammenhang nur, wenn keine grünen Pflanzenbestandteile in der Ration enthalten sind. Das Kaninchen weist gewisse Ähnlichkeiten zum Pferd auf auf: Calcium wird in hohen Mengen renal ausgeschieden und es gibt widersprüchliche Aussagen zur Harnansäuerung durch die Fütterung. In der vorliegenden Studie sollte überprüft werden, ob sich das Kanichen als Modell für den Säure-Basen-Haushalt des Pferdes eignet. Außerdem sollte ein tierartübergreifender Vergleich des Einflusses der KAB auf den Säure-Basen-Haushalt zu anderen Monogastrieren angestellt werden. Für den Versuch standen 13 weibliche Zwergkaninchen zur Verfügung. Es kamen sechs verschiedene Rationen, bestehend aus Heu oder Stroh, Kraftfutter und unterschiedlichen Mengen Ammoniumchlorid zum Einsatz. Die KAB wurde wie folgt berechnet: KAB (mmol/kg TS) = 49.9*Ca + 82.3* Mg + 43.5*Na + 25.6*K – 59*P – 62.4* S – 28.2*Cl (Mengenelemente in g/kg TS). Die Kationen-Anionen-Bilanzen lagen zwischen -39 mmol/kg TS und 320 mmol/kg TS. Das Futter wurde entsprechend dem Erhaltungsbedarf zugeteilt. Die Rationen wurden überwiegend vollständig aufgenommen. Als Prüfparameter wurden Urin-pH, Netto-Säure-Basen-Ausscheidung im Urin, Kot-pH, Blut-pH, Basen-Exzess im Blut, Verdaulichkeiten und Mineralstoffbilanzen festgelegt. Sowohl Urin-pH als auch Blut-pH und Basen-Exzess im Blut waren in Rationen mit niedriger KAB signifikant niedriger als in Rationen mit hoher KAB. Die Netto-Säure-Basen-Ausscheidung lag in sauren Rationen deutlich höher. Der Urin-pH konnte von über 8,56 ± 0,24 bis auf 5,26 ± 0,22 gesenkt werden. Die Regressionsgleichung für die Beziehungen zwischen der KAB und dem Urin-pH beim Kaninchen lautet folgendermaßen: Urin-pH = 6,096 + 0,00752*KAB (mmol/kg TS). Grüne Pflanzenbestandteile, wie z.B. Heu hatte im Gegensatz zu vorangegangen Studien beim Pferd beim Kaninchen keinen Effekt. Auf den Kot-pH zeigte sich kein systematischer Einfluss. Die Kotwasser-Ausscheidung war bei Heu-Rationen signifikant höher als bei Stroh-Rationen. Die Mengenelementverdaulichkeiten und deren fäkale Exkretion waren (bis auf eine höhere Natrium-Verdaulichkeit in sauren Rationen) unabhängig von der KAB. Im Gegensatz dazu war die renale Ausscheidung von Calcium, Phosphor, Natrium und Magnesium in sauren Rationen signifikant höher als in alkalischen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass beim Kaninchen eine Beeinflussung des Urin-pH-Wertes in ähnlicher Weise möglich ist wie bei anderen monogastrischen Spezies; bei einer langfristigen Anwendung bestehen Risiken hinsichtlich des Mengenelementhaushaltes (ähnlich wie bereits bei anderen Spezies bereits bekannt).
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Heer, Franziska
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Heer, Franziska (2017): Einfluss der Kationen-Anionen-Bilanz im Futter auf den Urin-pH-Wert beim Kaninchen im tierartlichen Vergleich. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Bei diversen monogastrischen Spezies (Hund, Katze, Schwein, Pferd) kann ein klarer Zusammenhang zwischen der Kationen-Anionen-Bilanz (KAB) im Futter und dem Urin-pH hergestellt werden. Bei Pferden gilt dieser Zusammenhang nur, wenn keine grünen Pflanzenbestandteile in der Ration enthalten sind. Das Kaninchen weist gewisse Ähnlichkeiten zum Pferd auf auf: Calcium wird in hohen Mengen renal ausgeschieden und es gibt widersprüchliche Aussagen zur Harnansäuerung durch die Fütterung. In der vorliegenden Studie sollte überprüft werden, ob sich das Kanichen als Modell für den Säure-Basen-Haushalt des Pferdes eignet. Außerdem sollte ein tierartübergreifender Vergleich des Einflusses der KAB auf den Säure-Basen-Haushalt zu anderen Monogastrieren angestellt werden. Für den Versuch standen 13 weibliche Zwergkaninchen zur Verfügung. Es kamen sechs verschiedene Rationen, bestehend aus Heu oder Stroh, Kraftfutter und unterschiedlichen Mengen Ammoniumchlorid zum Einsatz. Die KAB wurde wie folgt berechnet: KAB (mmol/kg TS) = 49.9*Ca + 82.3* Mg + 43.5*Na + 25.6*K – 59*P – 62.4* S – 28.2*Cl (Mengenelemente in g/kg TS). Die Kationen-Anionen-Bilanzen lagen zwischen -39 mmol/kg TS und 320 mmol/kg TS. Das Futter wurde entsprechend dem Erhaltungsbedarf zugeteilt. Die Rationen wurden überwiegend vollständig aufgenommen. Als Prüfparameter wurden Urin-pH, Netto-Säure-Basen-Ausscheidung im Urin, Kot-pH, Blut-pH, Basen-Exzess im Blut, Verdaulichkeiten und Mineralstoffbilanzen festgelegt. Sowohl Urin-pH als auch Blut-pH und Basen-Exzess im Blut waren in Rationen mit niedriger KAB signifikant niedriger als in Rationen mit hoher KAB. Die Netto-Säure-Basen-Ausscheidung lag in sauren Rationen deutlich höher. Der Urin-pH konnte von über 8,56 ± 0,24 bis auf 5,26 ± 0,22 gesenkt werden. Die Regressionsgleichung für die Beziehungen zwischen der KAB und dem Urin-pH beim Kaninchen lautet folgendermaßen: Urin-pH = 6,096 + 0,00752*KAB (mmol/kg TS). Grüne Pflanzenbestandteile, wie z.B. Heu hatte im Gegensatz zu vorangegangen Studien beim Pferd beim Kaninchen keinen Effekt. Auf den Kot-pH zeigte sich kein systematischer Einfluss. Die Kotwasser-Ausscheidung war bei Heu-Rationen signifikant höher als bei Stroh-Rationen. Die Mengenelementverdaulichkeiten und deren fäkale Exkretion waren (bis auf eine höhere Natrium-Verdaulichkeit in sauren Rationen) unabhängig von der KAB. Im Gegensatz dazu war die renale Ausscheidung von Calcium, Phosphor, Natrium und Magnesium in sauren Rationen signifikant höher als in alkalischen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass beim Kaninchen eine Beeinflussung des Urin-pH-Wertes in ähnlicher Weise möglich ist wie bei anderen monogastrischen Spezies; bei einer langfristigen Anwendung bestehen Risiken hinsichtlich des Mengenelementhaushaltes (ähnlich wie bereits bei anderen Spezies bereits bekannt).