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Strategien zur Subklassifizierung Guillain-Barré-artiger Polyneuropathien bei Hund und Katze
Strategien zur Subklassifizierung Guillain-Barré-artiger Polyneuropathien bei Hund und Katze
Guillain-Barré-Syndrom (GBS)-artige Nervenwurzelerkrankungen sind die Hauptursache akut einsetzender, nicht-traumatischer Lähmungen bei Mensch, Hund und Katze. Trotz des oftmals gutartigen Verlaufs können Spätschäden, insbesondere bei der axonalen Variante, zurückbleiben. Beim Menschen werden mehrere Subtypen unterschieden, wovon die akute inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (AIDP) in westlichen Ländern am häufigsten anzutreffen ist. Analog zum GBS werden den immun-mediierten Polyneuropathien (IMPN) bei Tieren ursächlich Auseinandersetzungen mit immunologischen Triggern unterstellt, die die Immunantwort auf körpereigene Strukturen umlenken. Die klinische, elektrodiagnostische und histopathologische Präsentation der kaninen und felinen IMPN legt die Vermutung nahe, dass unterschiedliche Zielantigene am Krankheitsverlauf beteiligt sind. Eine genauere Erforschung und Charakterisierung dieser Läsionstypen ermöglicht neue Grundlagen für eine Rückverfolgung bis zum krankheitsauslösenden Antigen, als auch Möglichkeiten für neue Therapieansätze. Ziel dieser Studie war es, die Schädigungstopographie an peripheren Nerven von Hunden und Katzen zu untersuchen und neue Verfahren zur Differenzierung der involvierten Immunmechanismen im Hinblick auf die Diagnostik, Krankheitsentwicklung, Therapierbarkeit und letztlich die Verwendung als natürliches GBS-Modell zu etablieren. Die Studie soll die Diagnostik der IMPN und ihrer Subtypen bei klinisch erkrankten Hunden und Katzen erleichtern und objektivieren. Möglichkeiten die sich aufgrund der hier vorgeschlagenen Subtypisierung und der Möglichkeit einer immunhistochemischen Untersuchung von Nervenfaserzupfpräparationen (NFZ) ergeben, sind die Identifizierung krankheitsrelevanter, stadienspezifischer und prädiktiver Marker, sowie eine Interpretation des Verlaufs, hinsichtlich Krankheitsprogression, -stagnation, -remission und Genesung. Im Gegensatz zu bisherigen GBS Tiermodellen würden die kaninen und felinen IMPN die Grundvoraussetzung eines sporadisch vorkommenden Tiermodells mit Speziesnähe darstellen und könnten auf diese Weise entscheidende Hinweise zur Ätiopathogenese liefern.
Polyradikuloneuritis; Polyneuritis; Immun-mediiert; Periphere Nerven; Nervenfaserzupfpräparation; Subtyp; Whole-Mount-Immunhistochemie; Permeabilisierung; Klebstoff-Fixierung
Groß, Simone Ingrid
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Groß, Simone Ingrid (2017): Strategien zur Subklassifizierung Guillain-Barré-artiger Polyneuropathien bei Hund und Katze. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Guillain-Barré-Syndrom (GBS)-artige Nervenwurzelerkrankungen sind die Hauptursache akut einsetzender, nicht-traumatischer Lähmungen bei Mensch, Hund und Katze. Trotz des oftmals gutartigen Verlaufs können Spätschäden, insbesondere bei der axonalen Variante, zurückbleiben. Beim Menschen werden mehrere Subtypen unterschieden, wovon die akute inflammatorische demyelinisierende Polyneuropathie (AIDP) in westlichen Ländern am häufigsten anzutreffen ist. Analog zum GBS werden den immun-mediierten Polyneuropathien (IMPN) bei Tieren ursächlich Auseinandersetzungen mit immunologischen Triggern unterstellt, die die Immunantwort auf körpereigene Strukturen umlenken. Die klinische, elektrodiagnostische und histopathologische Präsentation der kaninen und felinen IMPN legt die Vermutung nahe, dass unterschiedliche Zielantigene am Krankheitsverlauf beteiligt sind. Eine genauere Erforschung und Charakterisierung dieser Läsionstypen ermöglicht neue Grundlagen für eine Rückverfolgung bis zum krankheitsauslösenden Antigen, als auch Möglichkeiten für neue Therapieansätze. Ziel dieser Studie war es, die Schädigungstopographie an peripheren Nerven von Hunden und Katzen zu untersuchen und neue Verfahren zur Differenzierung der involvierten Immunmechanismen im Hinblick auf die Diagnostik, Krankheitsentwicklung, Therapierbarkeit und letztlich die Verwendung als natürliches GBS-Modell zu etablieren. Die Studie soll die Diagnostik der IMPN und ihrer Subtypen bei klinisch erkrankten Hunden und Katzen erleichtern und objektivieren. Möglichkeiten die sich aufgrund der hier vorgeschlagenen Subtypisierung und der Möglichkeit einer immunhistochemischen Untersuchung von Nervenfaserzupfpräparationen (NFZ) ergeben, sind die Identifizierung krankheitsrelevanter, stadienspezifischer und prädiktiver Marker, sowie eine Interpretation des Verlaufs, hinsichtlich Krankheitsprogression, -stagnation, -remission und Genesung. Im Gegensatz zu bisherigen GBS Tiermodellen würden die kaninen und felinen IMPN die Grundvoraussetzung eines sporadisch vorkommenden Tiermodells mit Speziesnähe darstellen und könnten auf diese Weise entscheidende Hinweise zur Ätiopathogenese liefern.