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Lumnitz, Magdalena Sara (2017): Qualitativ-histologische und quantitativ-stereologische Veränderungen der Nebennieren bei Equiden. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät
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Abstract

Die vorliegende Arbeit hatte zum Ziel das Spektrum der möglichen pathohistologischen Veränderungen und Besonderheiten an den Nebennieren bei Equiden (Pferde, Ponies, Esel) aufzuzeigen und eventuelle Zusammenhänge mit Alter, Geschlecht, Gewicht, Rasse und Todesart der Tiere zu dokumentieren. Zur Untersuchung wurden die Nebennieren von insgesamt 210 Equiden herangezogen, die in der Zeit von Juli 2008 bis Dezember 2013 am Institut für Tierpathologie der Ludwig-Maximilians-Universität München seziert wurden. Die Nebennieren wurden makroskopisch, qualitativ-histologisch und quantitativ-stereologisch untersucht. Für die mikroskopischen Untersuchungen kamen neben der standardmäßig eingesetzten HE- und Giemsa-Färbung bei Bedarf weitere Spezialfärbungen (Turnbull, Masson-Trichrom, PAS-Reaktion, Immunhistochemische Färbungen) zum Einsatz. Die Ergebnisse der histologischen Untersuchungen ergaben ein weites Spektrum an Veränderungen an den equinen Nebennieren. Dazu gehörten Kreislaufstörungen, Stoffwechselstörungen, Entzündungen, Hyperplasien, sowie Tumore. Kreislaufstörungen gehörten zu den häufigsten Befunden und beinhalteten besonders häufig Hyperämien (62%) in den Nebennieren, vor allem in der Zona reticularis (85%). Die Todesart (Euthanasie) korrelierte mit dem Vorkommen von Nebennierenblutungen. Unter den Stoffwechselstörungen traten besonders oft lipidhaltige Pigmentablagerungen auf (47%) und es bestand eine positive Korrelation von Pigmentablagerung in den Nebennieren und dem Alter der Tiere. Neoplastische Veränderungen des Nebennierenmarks (Phäochromozytome), mit einer Größe von circa einem Zentimeter, traten nur bei einem Tier auf. Hyperplasien des Nebennierenmarks unter einem Zentimeter Durchmesser, welche eine Vorstufe der Phäochromozytome darstellen könnten, wurden bei 11 Tieren gefunden. Tumorerkrankungen der Nebennierenrinde wurden mit neun Fällen relativ selten diagnostiziert. Bei drei von neun Tieren wurden primäre Nebennierenrindenadenome festgestellt. Zu den anderen Tumoren zählten je ein Myxom, Tumormetastasen eines Adenokarzinoms der Lunge, eines malignen Melanoms, und eines malignen Lymphoms, sowie zwei tumorartige Läsionen. Das Auftreten von primären Nebennierenrindentumoren korrelierte signifikant mit dem Alter. Quantitativ stereologische Untersuchungen der Nebennieren zeigten deutliche Korrelationen der absoluten Volumina von Nebennierenrinde und Nebennierenmark mit dem Alter, Körpergewicht und der Rasse der Equiden. Anhand der Untersuchungen konnte man darstellen, dass eine altersabhängige Größenzunahme der Nebennieren zwischen der Gruppe der Fohlen und den Tieren über einem Jahr stattfindet. Im Gegensatz dazu nimmt das relative Nebennierengewicht in diesem Zeitraum stark ab. Das Rinden- : Mark-Verhältnis der Nebennieren war bei Fohlen mit etwa 70 : 30 signifikant geringer als bei Pferden über einem Jahr (80 : 20). Der Volumenanteil des Nebennierenmarks von Fohlen ist signifikant höher und der Anteil der Rinde signifikant niedriger als das bei älteren Pferden. Daraus folgt, dass das eine Verschiebung des Nebennierenrinden-zu-markverhältnisses zugunsten der Nebennierenrinde stattfindet. Insgesamt kann festgehalten werden, dass die meisten histologischen Befunde Zufallsbefunde bei der Sektion darstellten und vermutlich keine klinische Relevanz hatten. Die Befunde der histologischen und quantitativ-stereologischen Untersuchung liefern eine wertvolle Ergänzung des Wissens um die Pathologie der Nebenniere bei Pferden.

Abstract

The current thesis aimed to identify and present the range of possible pathohistological changes and peculiarities of the equine adrenal glands (horses, ponies, donkeys). The results of the histological evaluation were analysed with respect to age, sex, weight, race and manner of death of the animals. The adrenal glands of 210 horses, which were presented for necropsy from July 2008 till December 2013 at the Institute of Veterinary Pathology of the Ludwig-Maximilians-University Munich, were examined. The equine adrenal glands were inspected macroscopically and by using qualitative-histological as well as quantitative-stereological methods. In addition to the HE- and Giemsa staining, special stains were prepared for microscopical studies if necessary (Turnbull, Masson-Trichrome stain, PAS-reaction, immunohistochemical staining). The histological investigations revealed a wide range of pathological changes such as circulatory and metabolic disorders, inflammation, hyperplasia and tumors. The most frequent changes were circulatory and metabolic disorders. Hyperemia of the adrenal glands was the most frequent finding of the adrenals (62%) and occurred almost exclusively in the zona reticularis (85%). There was a significant correlation of the occurrence of adrenal hemorrhage and the manner of death. The most frequent metabolic change was lipid pigment deposits (47%), which occurred in an age-dependent manner. Lipid pigment could not be found in the adrenals of foals. Proliferative changes of the adrenal medulla (pheochromocytoma), with a size of about one centimeter in diameter, were only seen in one horse. Hyperplasia of chromaffin cells with less than one centimeter in diameter, which could be considered precursors of pheochromocytomas, was observed in eleven horses. Tumors of the adrenal cortex were rarely seen in only nine horses. Three of these nine horses showed adrenocortical adenomas, the other proliferative changes included one myxoma, tumor metastases of an adenocarcinoma of the lungs, a malignant melanoma and a malignant lymphoma as well as two tumor-like lesions. A significant correlation was observed between the occurrence of primary adreno-cortical tumors of the adrenal glands and the age of the horses. Quantitative stereological analyses revealed a clear correlation of the total volumes of the adrenal cortex and adrenal medulla with the age, body weight and race of the equids. There was a significant increase of the size of adrenal glands of young horses versus foals, whereas the relative adrenal gland weight of foals was significantly higher than that of the other age-groups. The adrenal cortex to medulla ratio of foals was significantly lower than that of older horses (70:30 % vs. 80:20 %). The volume density of the adrenal medulla in the adrenals of foals was significantly higher and that of the cortex was significantly lower than that of older horses. This results a shift of the cortex-to-medulla ratio towards the adrenal cortex. In summary, the current study shows that most of the pathological changes in the equine adrenal glands were incidental findings and were of no clinical relevance. Nevertheless, the results of the histological and quantitative stereological investigations add important knowledge to the pathology of the equine adrenal glands.