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Vergleich der dorso-palmaren und palmaro-proximal –palmaro-distalen Schrägaufnahme des Strahlbeins mit und ohne Kontrastmittel in der Bursa podotrochlearis an der Vordergliedmaße des Pferdes
Vergleich der dorso-palmaren und palmaro-proximal –palmaro-distalen Schrägaufnahme des Strahlbeins mit und ohne Kontrastmittel in der Bursa podotrochlearis an der Vordergliedmaße des Pferdes
In der vorliegenden Arbeit wurden radiologische Befunde der Oxspring- und Skylineaufnahme mit und ohne Kontrastmittel in der Bursa podotrochlearis mit den makroskopischen Befunden am Strahlbein und der tiefen Beugesehne von 96, isolierten Vordergliedmaßen von Schlachtpferden verglichen. Es wurden von 96, im Karpalgelenk abgesetzten Vordergliedmaßen, die vier oben genannten Röntgenbilder angefertigt. Anschließend wurden das Paket aus tiefer Beugesehne und Strahlbein präpariert und makroskopisch auf pathologische Veränderungen untersucht. Die in der Präparation und in den Röntgenbildern erhobenen Befunde wurden in ein objektives Punktesystem eingeteilt und mit Faktoren angepasst. Aus diesen Punkten wurden die Präparate und Röntgenbilder in Klassen von eins (gesund) bis vier (hochgradig geschädigt) eingeordnet. Diese Klassen wurden miteinander verglichen. Es wurden noch einzelne Merkmale mit den für sie typischen Röntgenbefunden verglichen. Die Auswertung zeigte, dass sich Befunde an mittelgradig und teilweise auch hochgradig veränderten Hufrollenpräparaten nur bedingt in konventionellen Röntgenprojektionen darstellen lassen. Diese Veränderungen wurden mit einer Sensitivität von 51,7% bei einer Spezifität von 92,5% in der Oxspringaufnahme festgestellt. In der Skylineaufnahme betrug die Sensitivität 55,2% bei einer Spezifität von 91.0%. Das Bursogramm ist eine einfache Möglichkeit, die Sensitivität der Röntgendiagnostik für pathologische Veränderungen an der Hufrolle zu erhöhen. So wurden zusätzlich vier der 29 mittel- bzw. hochgradig erkrankten Beine mit der Oxspringaufnahme mit Kontrastmittel identifiziert, bei einer Spezifität von 89,6%. Mit der Skylineaufnahme mit Kontrastmittel wurden 7 erkrankte Beine mehr als mit den konventionellen Bildern ermittelt. Die Spezifität war dabei 80,3%. 4 der 29 veränderten Präparate wurden auf keiner Röntgenaufnahme als krank eingeteilt. Es wurden gewichtete Kapa für die Übereinstimmung der Gruppen von 0,349 für die Oxspringaufnahme, 0,280 für die Skylineaufnahme, 0,358 für die Oxspring-Kontrast-Aufnahme und 0,455 für die Skyline-Kontrast-Aufnahme berechnet. Die Erhöhung der Sensitivität ließ sich auf das Darstellen von Oberflächen von Weichteilgeweben zurückführen. 9 von 10 Rissen in der Dorsalfläche der TBS, 7 von 8 Verwachsungen bzw. alle drei Verklebungen der TBS mit dem OSN ließen sich in der Skylineaufnahme mit Kontrastmittel darstellen. 6 von 10 Rissen in der Dorsalfläche der TBS und 7 von 8 Verwachsungen der TBS mit dem OSN zeigten sich in der Oxspringaufnahme mit Kontrastmittel. Tiefe Knorpeldefekte auf der Facies flexoria des Strahlbeins sich ebenfalls auf beiden Aufnahmen identifizieren. Mittelgradige Knorpelveränderungen, wie generalisierte Knorpelverdünnung ließen sich nicht sicher nachweisen. Die einzelnen Linien, die laut Literatur die Dicke des Faserknorpels widerspiegeln, waren sehr schwer auszuwerten und waren in nur 51 von 96 Röntgenbildern vorhanden. Alle 10 Präparate, in denen diese Linien deutlich unterbrochen war, waren mittel bis hochgradig verändert. Bei 3 von 19 Präparaten mit verändertem Knorpel wiesen, die drei Linien keine Veränderung auf. 13 von 20 unveränderten Hufrollenpräparatne wiesen jedoch auch geringe Abweichungen bei der Beurteilung auf. Beine, die auf mehr als einer Aufnahme einen positiven Befund hatten, waren zu 93,9% makroskopisch verändert. Die Summe der Röntgenklassen korreliert am besten mit der makroskopischen Bewertung. Es ließ sich ein Korrelationskoeffizient von 0,554 errechnen. Daraus lässt sich schließen, dass die Anfertigung von allen vier Bildern sinnvoll ist. Bei einem klinischen Verdacht auf eine Hufrollenerkrankung ist die konventionelle Röntgenuntersuchung die Standarduntersuchung. Ergebnisse der konventionellen Röntgenaufnahmen sind nicht sehr sensitiv, aber sehr spezifisch. Bei eindeutig positivem Ausfall der konventionellen Bilder ist somit die Bursographie nicht notwendig. Bei fraglichen oder negativen Befunden, kann die Sensitivität durch die Bursographie gesteigert werden. Ein Befund, der auf mehr als einer Aufnahme bestätigt wird, ist sicher. Bei negativen Ergebnissen sollten andere Untersuchungen, wie eine MRT-Untersuchung, durchgeführt werden. So ist die Bursographie eine sinnvolle Ergänzung zur Diagnostik des Equine-palmar-foot-syndrome., Comparison of the dorsoproximal‐palmarodistal and palmaroproximal-palmarodistal oblique view of the navicular bone with and without contrast media in the navicular bursa in the front feet in the horse Radiographs from 96 isolatet horse feets were compared with the anatomic preparation. A dorsoproximal-palmarodistal oblique and a palmaroproximal-palmarodistal oblique view were made. Each view was made with and without contrast medium in the navicular bursa. The pictures with contrast medium in the navicualar bursa are called bursography. The actual literature about the anatomy and physiology of the equine distal limb was reviewed. It has been also reviewed new insights about the osteoarthritis in science and the link to the equine palmar foot syndrome. At least there is a conclusion about the direct radiography systems and about the techniques in equine radiology. There were taken four different radiographs of the distal front limb. After this step the feet were dissected to make a gross evaluation of the surface from the deep digital flexor tendon and the flexor surface of the os naviculare. For each view and the preparation there was made a objective scoring system for each mark. After this step, there was also a summarizing category made from one for healthy to four for severe damage. This grading was made independent for each view. At least these categories and some special characteristics were compared. The comparison showed, that some severe damaged navicular bones respectively deep digital flexor tendons do not show severe abnormalities in the classical x-ray picture. The x-ray picture with contrast medium in the navicular bursa improved the sensitivity for lesions in this area. The weighted kappa was determined: 0,349 for the dorsoproximal-palmarodistal oblique view, 0,358 dorsoproximal-palmarodistal oblique view with contrast medium, 0,280 for the palmaroproximal-palmarodistal oblique and 0,455 for the palmaroproximal-palmarodistal oblique with contrast medium. Dorsal splits in the deep digital flexor tendon surface and adhesions between the flexor tendon and the navicular bone could be seen in the contrast enhanced views. The evaluation of early lesions, like thinning of the cartilage of the flexor surface from the navicular bone was questionable. The addition from the objective scoring from all four views showed the best relation to the gross evaluation. There was a 0,554 spearman correlation coefficient between the summation of all x-ray categories and the gross evaluation. In addition to that, 93,9% who were graded in more than one view as 3 or 4, showed some severe pathology in the gross evaluation. The standard views of the equine palmar foot have a very high specify. but a lack in sensitivity for pathologic changes in the navicular apparatus. Bursography is producing further information. But there are also lesions, which can not be seen in any x-ray projection. In these cases a magnet resonace tomography is necessary. So the bursography is a easy way to evaluate the podotrochlear apparatus of the horse if there is no MRI available.
Not available
Staufenbiel, Christian
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Staufenbiel, Christian (2017): Vergleich der dorso-palmaren und palmaro-proximal –palmaro-distalen Schrägaufnahme des Strahlbeins mit und ohne Kontrastmittel in der Bursa podotrochlearis an der Vordergliedmaße des Pferdes. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

In der vorliegenden Arbeit wurden radiologische Befunde der Oxspring- und Skylineaufnahme mit und ohne Kontrastmittel in der Bursa podotrochlearis mit den makroskopischen Befunden am Strahlbein und der tiefen Beugesehne von 96, isolierten Vordergliedmaßen von Schlachtpferden verglichen. Es wurden von 96, im Karpalgelenk abgesetzten Vordergliedmaßen, die vier oben genannten Röntgenbilder angefertigt. Anschließend wurden das Paket aus tiefer Beugesehne und Strahlbein präpariert und makroskopisch auf pathologische Veränderungen untersucht. Die in der Präparation und in den Röntgenbildern erhobenen Befunde wurden in ein objektives Punktesystem eingeteilt und mit Faktoren angepasst. Aus diesen Punkten wurden die Präparate und Röntgenbilder in Klassen von eins (gesund) bis vier (hochgradig geschädigt) eingeordnet. Diese Klassen wurden miteinander verglichen. Es wurden noch einzelne Merkmale mit den für sie typischen Röntgenbefunden verglichen. Die Auswertung zeigte, dass sich Befunde an mittelgradig und teilweise auch hochgradig veränderten Hufrollenpräparaten nur bedingt in konventionellen Röntgenprojektionen darstellen lassen. Diese Veränderungen wurden mit einer Sensitivität von 51,7% bei einer Spezifität von 92,5% in der Oxspringaufnahme festgestellt. In der Skylineaufnahme betrug die Sensitivität 55,2% bei einer Spezifität von 91.0%. Das Bursogramm ist eine einfache Möglichkeit, die Sensitivität der Röntgendiagnostik für pathologische Veränderungen an der Hufrolle zu erhöhen. So wurden zusätzlich vier der 29 mittel- bzw. hochgradig erkrankten Beine mit der Oxspringaufnahme mit Kontrastmittel identifiziert, bei einer Spezifität von 89,6%. Mit der Skylineaufnahme mit Kontrastmittel wurden 7 erkrankte Beine mehr als mit den konventionellen Bildern ermittelt. Die Spezifität war dabei 80,3%. 4 der 29 veränderten Präparate wurden auf keiner Röntgenaufnahme als krank eingeteilt. Es wurden gewichtete Kapa für die Übereinstimmung der Gruppen von 0,349 für die Oxspringaufnahme, 0,280 für die Skylineaufnahme, 0,358 für die Oxspring-Kontrast-Aufnahme und 0,455 für die Skyline-Kontrast-Aufnahme berechnet. Die Erhöhung der Sensitivität ließ sich auf das Darstellen von Oberflächen von Weichteilgeweben zurückführen. 9 von 10 Rissen in der Dorsalfläche der TBS, 7 von 8 Verwachsungen bzw. alle drei Verklebungen der TBS mit dem OSN ließen sich in der Skylineaufnahme mit Kontrastmittel darstellen. 6 von 10 Rissen in der Dorsalfläche der TBS und 7 von 8 Verwachsungen der TBS mit dem OSN zeigten sich in der Oxspringaufnahme mit Kontrastmittel. Tiefe Knorpeldefekte auf der Facies flexoria des Strahlbeins sich ebenfalls auf beiden Aufnahmen identifizieren. Mittelgradige Knorpelveränderungen, wie generalisierte Knorpelverdünnung ließen sich nicht sicher nachweisen. Die einzelnen Linien, die laut Literatur die Dicke des Faserknorpels widerspiegeln, waren sehr schwer auszuwerten und waren in nur 51 von 96 Röntgenbildern vorhanden. Alle 10 Präparate, in denen diese Linien deutlich unterbrochen war, waren mittel bis hochgradig verändert. Bei 3 von 19 Präparaten mit verändertem Knorpel wiesen, die drei Linien keine Veränderung auf. 13 von 20 unveränderten Hufrollenpräparatne wiesen jedoch auch geringe Abweichungen bei der Beurteilung auf. Beine, die auf mehr als einer Aufnahme einen positiven Befund hatten, waren zu 93,9% makroskopisch verändert. Die Summe der Röntgenklassen korreliert am besten mit der makroskopischen Bewertung. Es ließ sich ein Korrelationskoeffizient von 0,554 errechnen. Daraus lässt sich schließen, dass die Anfertigung von allen vier Bildern sinnvoll ist. Bei einem klinischen Verdacht auf eine Hufrollenerkrankung ist die konventionelle Röntgenuntersuchung die Standarduntersuchung. Ergebnisse der konventionellen Röntgenaufnahmen sind nicht sehr sensitiv, aber sehr spezifisch. Bei eindeutig positivem Ausfall der konventionellen Bilder ist somit die Bursographie nicht notwendig. Bei fraglichen oder negativen Befunden, kann die Sensitivität durch die Bursographie gesteigert werden. Ein Befund, der auf mehr als einer Aufnahme bestätigt wird, ist sicher. Bei negativen Ergebnissen sollten andere Untersuchungen, wie eine MRT-Untersuchung, durchgeführt werden. So ist die Bursographie eine sinnvolle Ergänzung zur Diagnostik des Equine-palmar-foot-syndrome.

Abstract

Comparison of the dorsoproximal‐palmarodistal and palmaroproximal-palmarodistal oblique view of the navicular bone with and without contrast media in the navicular bursa in the front feet in the horse Radiographs from 96 isolatet horse feets were compared with the anatomic preparation. A dorsoproximal-palmarodistal oblique and a palmaroproximal-palmarodistal oblique view were made. Each view was made with and without contrast medium in the navicular bursa. The pictures with contrast medium in the navicualar bursa are called bursography. The actual literature about the anatomy and physiology of the equine distal limb was reviewed. It has been also reviewed new insights about the osteoarthritis in science and the link to the equine palmar foot syndrome. At least there is a conclusion about the direct radiography systems and about the techniques in equine radiology. There were taken four different radiographs of the distal front limb. After this step the feet were dissected to make a gross evaluation of the surface from the deep digital flexor tendon and the flexor surface of the os naviculare. For each view and the preparation there was made a objective scoring system for each mark. After this step, there was also a summarizing category made from one for healthy to four for severe damage. This grading was made independent for each view. At least these categories and some special characteristics were compared. The comparison showed, that some severe damaged navicular bones respectively deep digital flexor tendons do not show severe abnormalities in the classical x-ray picture. The x-ray picture with contrast medium in the navicular bursa improved the sensitivity for lesions in this area. The weighted kappa was determined: 0,349 for the dorsoproximal-palmarodistal oblique view, 0,358 dorsoproximal-palmarodistal oblique view with contrast medium, 0,280 for the palmaroproximal-palmarodistal oblique and 0,455 for the palmaroproximal-palmarodistal oblique with contrast medium. Dorsal splits in the deep digital flexor tendon surface and adhesions between the flexor tendon and the navicular bone could be seen in the contrast enhanced views. The evaluation of early lesions, like thinning of the cartilage of the flexor surface from the navicular bone was questionable. The addition from the objective scoring from all four views showed the best relation to the gross evaluation. There was a 0,554 spearman correlation coefficient between the summation of all x-ray categories and the gross evaluation. In addition to that, 93,9% who were graded in more than one view as 3 or 4, showed some severe pathology in the gross evaluation. The standard views of the equine palmar foot have a very high specify. but a lack in sensitivity for pathologic changes in the navicular apparatus. Bursography is producing further information. But there are also lesions, which can not be seen in any x-ray projection. In these cases a magnet resonace tomography is necessary. So the bursography is a easy way to evaluate the podotrochlear apparatus of the horse if there is no MRI available.