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Haltung unkupierter Legehennen in alternativen Haltungssystemen unter Berücksichtigung der Tiergesundheit und des Stallklimas
Haltung unkupierter Legehennen in alternativen Haltungssystemen unter Berücksichtigung der Tiergesundheit und des Stallklimas
Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, ob in Legebetrieben ein Zusammenhang zwischen ausgewählten Stallklimafaktoren und der Tiergesundheit besteht und durch Optimierung der Stallklimaparameter eine Reduktion des Auftretens von Federpicken und Kannibalismus, besonders bei nicht-schnabelkupierten Legehennen, erzielt werden kann. Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Projektes „Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes bei Legehennen in Praxisbetrieben“ durchgeführt. Das Projekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz über das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Die Daten der vorliegenden Arbeit wurden in einer Feldstudie in 16 konventionellen Legebetrieben (Bodenhaltung und Freiland) in Bayern und in den dazu gehörenden Aufzuchtbetrieben erhoben. Die Betriebe wurden während der Aufzuchtphase zwischen der 9. und 13. und der 15. und 20. Lebenswoche und während der Legephase zwischen der 30. und 33., der 44. und 48. und der 62. und 68. Lebenswoche besucht. Bei den Betriebsbesuchen wurde im Rahmen der Bonitur bei jeweils 30 nicht-schnabelkupierten Jung- bzw. Legehennen pro Herde das Integument auf Gefiederschäden und Hautverletzungen beurteilt. Die Beurteilung erfolgte nach einem Schema in Anlehnung an GUNNARSSON (2000) verändert nach NIEBUHR et al. (2009) sowie nach LAYWEL-EU (2004). Insgesamt wurden in den Aufzuchtbetrieben 14 Gruppen nicht-schnabelkupierter (Versuchsgruppe) und 9 Gruppen schnabelkupierter (Kontrollgruppe) Hennen bonitiert; in den Legebetrieben waren es 17 nicht-schnabelkupierte und 6 schnabelkupierte Gruppen. Die untersuchten Legelinien umfassten bei den „Braunlegern“ die Legelinien „Lohmann Brown“ und „Bovan Brown“ und bei den „Weißlegern“ die Legelinien „Lohmann Selected Leghorn“ und „Dekalb White“. Einige der Betriebe hielten zwei Legelinien in einer sogenannten „gemischten Herde“. Zusätzlich wurden die Daten der Stallklimaparameter Ammoniak, Beleuchtungsstärke, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftströmung, Staub sowie Einstreutiefen und -struktur erfasst. Für die statistische Auswertung von Gefiederschäden durch Federpicken wurden die Körperregionen „Hals dorsal“, „Rücken“ und „Flügeldecken“ und für kannibalistische Verletzungen die Körperregionen „Rücken“, „Stoß“, „Bauch“ ausgewählt. Die Verletzungen an der Kloake und Zehenoberseite wurden separat als „Kloakenkannibalismus“ bzw. „Zehenkannibalismus“ ausgewertet. In den Aufzuchtbetrieben waren in allen untersuchten Herden, unabhängig von Versuchs- oder Kontrollgruppen, Gefiederschäden bei einem Teil der Junghennen nachzuweisen. Bei einigen Herden war keine signifikante Verschlechterung des Gefiederstatus zwischen den beiden Betriebsbesuchen erkennbar; bei anderen hingegen zeigte sich eine signifikante Zunahme der Gefiederschäden (p ≤ 0,05). Der Anteil an betroffenen Junghennen einer Herde mit Gefiederschäden variierte zwischen 2 % bei dem ersten Betriebsbesuch bis zu 93 % beim zweiten Besuch zwischen den untersuchten Betrieben. Besonders auffallend war, dass bereits bei dem ersten Betriebsbesuch zwischen der 9. und 13. Lebenswoche in vier Versuchsgruppen der Anteil an Junghennen mit Gefiederschäden bei 50 % oder höher lag. Bei der unifaktoriellen Betrachtung zwischen Gefiederschäden und den erhobenen Stallklimaparametern konnte in der Aufzucht kein Zusammenhang nachgewiesen werden. In den Legebetrieben nahmen die Gefiederschäden mit zunehmendem Lebensalter der Legehennen zu; mit Ausnahme von zwei Versuchsgruppen zeigten alle anderen untersuchten Herden bereits bei dem zweiten Betriebsbesuch eine signifikante Zunahme der Gefiederschäden (p ≤ 0,05). Zwar lag bei den meisten Betrieben der Mittelwert der Gefiederscores einer Herde noch über 10 Punkten, allerdings war bei einigen dieser Herden der Anteil an Hennen mit schweren Gefiederschäden sehr hoch. Eine Abnahme der mittleren Gefiederscores zwischen dem ersten und dritten Betriebsbesuch war für alle Versuchs- und Kontrollgruppen signifikant nachzuweisen (p ≤ 0,001). Nicht nur die Ausprägung der Gefiederschäden, sondern auch der Anteil an Hennen mit schweren Gefiederschäden in einer Herde nahm sowohl in den Versuchs- als auch in den Kontrollgruppen im Verlauf der Legephase deutlich zu. Lediglich drei Versuchsgruppen wiesen bei dem dritten Betriebsbesuch keine oder nur geringe prozentuale Anteile an Hennen mit schweren Gefiederschäden auf. Ebenso wie bei den Gefiederschäden variierte der Anteil an Hennen mit kannibalistischen Verletzungen an „Rücken / Stoß / Bauch“ zwischen den einzelnen Betrieben sehr. So wurde bereits bei dem ersten Betriebsbesuch Kannibalismus in vier Versuchsgruppen beobachtet. Bei drei dieser Herden stieg der Anteil an Hennen mit kannibalistischen Verletzungen bei dem zweiten Betriebsbesuch deutlich an (60 %); bei dem dritten Besuch nahm der Anteil an verletzten Hennen wieder ab; dies könnte durch einen Abgang der Tiere durch Versterben erklärbar sein. Auch Kloakenkannibalismus konnte bei den drei Betriebsbesuchen beobachtet werden. Dabei zeigten fünf Versuchs- und eine Kontrollgruppe keine Verletzungen an der Kloake. Der höchste Anteil lag bei 20 % bei dem dritten Betriebsbesuch. Lediglich eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe waren frei von Zehenkannibalismus. Alle anderen Herden zeigten bei einem oder mehreren Betriebsbesuchen Verletzungen an der Zehenoberseite. Bei der unifaktoriellen Betrachtung zeigten sich folgende signifikante Zusammenhänge bei einem oder mehreren Betriebsbesuchen: - Die Variable „Gefiederschäden“ war signifikant mit Verletzungen an „Rücken / Stoß / Bauch“ (p = 0,008; p ≤ 0,001), Kloakenkannibalismus (p = 0,011; p = 0,002), relativer Luftfeuchtigkeit (p = 0,021) und mit „gemischten Herden“ (p = 0,035; p ≤ 0,011) assoziiert. - Signifikante Zusammenhänge zeigten sich zwischen Verletzungen an „Rücken / Stoß / Bauch“ und den Faktoren Beleuchtungsstärke (p = 0,021), Temperatur (p = 0,032), relative Luftfeuchtigkeit (p = 0,006) und „gemischte Herde" (p ≤ 0,001; p = 0,031; p ≤ 0,001). - Für die Variable „Kloakenkannibalismus“ konnte ein Zusammenhang zwischen der Beleuchtungsstärke (p = 0,040) und der Einstreutiefe (p = 0,021) beobachtet werden. - Zehenkannibalismus war mit der relativen Luftfeuchtigkeit (p = 0,050) und mit der Einstreutiefe (p = 0,039) assoziiert. - Für die Variable „gemischte Herde“ zeigten sich signifikante Zusammenhänge mit der relativen Luftfeuchtigkeit (p = 0,011), Einstreutiefe (p = 0,049) und Einstreustruktur (p = 0,017; p = 0,003). In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass Federpicken ein relevantes Problem schon während der Aufzuchtphase darstellt. Federpicken und Kannibalismus wurden in der Legeperiode bei den untersuchten Betrieben zwar häufig beobachtet, allerdings zeigte sich auch, dass es unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, nicht-schnabelkupierte Hennen zu halten, ohne dass o.g. Verhaltensstörungen auftreten müssen., The aim of this study was to investigate whether a relationship between selected indoor housing climate factors and animal health in laying farms exists and a reduction in the occurrence of feather pecking and cannibalism, especially in non-beak-trimmed laying hens, can be achieved by optimizing these climate parameters. The present thesis was carried out within the project "Measures to improve animal welfare of laying hens in farms". The project was funded by the Bavarian State Ministry for the Environment and Consumer Protection via the Bavarian State Office for Health and Food Safety and the Bavarian State Ministry for Food, Agriculture and Forestry. The data of the present examination was collected in a field study in 16 conventional laying farms in Bavaria (aviary systems and free range) and their associated rearing farms. The farms were visited during rearing between the 9 to 13 and the 15 to 20 week of age and during the laying period between the 30 to 33, the 44 to 48 and the 62 to 68 week. As part of the scoring the integument was judged at each 30 non-beak-trimmed hens per flock according to plumage damage and skin injuries within the visits. The evaluation was made according to a scheme based on GUNNARSSON (2000), modified by NIEBUHR et al. (2009) and LayWel-EU (2004). A total of 14 groups of non-beak-trimmed (experimental group) and 9 groups of beak-trimmed (control group) hens were rated during rearing; in laying farms 17 non-beak-trimmed and 6 beak-trimmed groups were investigated. The investigated layer strains of brown egg laying breeds encompassed the laying lines "Lohmann Brown" and "Bovan Brown"; the layer strains of white egg laying breeds included the lines "Lohmann Selected Leghorn" and "Dekalb White". Some of the farms held two laying lines in mixed herds. In addition, indoor housing climate parameters as ammonia, light intensity, temperature, relative air humidity, air flow, dust and litter depth and structure were recorded. For the statistical analysis of plumage damage by feather pecking the body regions "neck posterior", "back" and "wing cases" were inspected, for the analysis of cannibalistic injuries the regions "back", "tail" and "abdomen" were examined. The injuries to the cloaca and the topside of the toes were evaluated separately as "vent pecking" or "cannibalism of the toes". During rearing all investigated flocks, regardless of experimental or control groups, contained pullets with plumage damage. Some flocks did not show a significant deterioration of the plumage status between the two visits; in others, however, there was a significant increase in feather damage (p ≤ 0.05). The proportion of affected pullets in a flock that showed feather damage varied between 2 % in the first visit up to 93 % in the second visit between the studied farms. It was particularly striking that already during the first visit between 9 to 13 weeks of age four experimental groups showed a proportion of pullets with feather damage of 50 % or higher. Using mono-factorial statistical methods no correlation has been detected during rearing between feather damage and the housing climate parameters that were collected in this study. The feather damage during the laying period increased with increasing age of the laying hens; with the exception of two experimental groups all other investigated flocks have already shown a significant increase of plumage damage during the second visit (p ≤ 0.05). While most flocks showed an average score of the plumage still higher than 10 points, however, in some of these herds, the proportion of hens with severe feather damage was very high. A decrease in the average plumage scores between the first and third visit was evident for all experimental and control groups (p ≤ 0.001). Not only the intensity of plumage damage, but also the proportion of hens with severe feather damage in a flock increased significantly in both, the experimental and the control groups during the laying period. Only three experimental groups showed no or only small percentages of hens with severe feather damage in the third visit. As with the feather damage the proportion of laying hens with cannibalistic injuries on "back / tail / abdomen" varied a lot between the farms. So cannibalism was observed in four experimental groups already during the first visit. In three of these herds the percentage of hens with cannibalistic injuries increased significantly during the second visit (60 %); at the third visit, the proportion of injured hens took off again; this could be explained by a departure of the animals by decease. Also vent cannibalism has been observed during all three visits. Five experimental and one control group showed no injuries to the vent. The highest proportion was 20 % of injured hens during the third visit. Only one experimental and one control group did not show cannibalism of the toes. All other flocks showed injuries to the toes during one or more visits. Using mono-factorial statistical methods the following significant correlations during one or more visits were observable: - The variable "feather damage" was significantly associated with injury of the "back / tail / abdomen" (p = 0.008; p ≤ 0.001), vent cannibalism (p = 0.011; p = 0.002), relative air humidity (p = 0.021) and mixed herds (p = 0.035; p ≤ 0.011). - Significant correlations were found between injuries of the "back / tail / abdomen" and the light intensity (p = 0.021), temperature (p = 0.032), relative air humidity (p = 0.006) and mixed herds (p ≤ 0.001; p = 0.031; p ≤ 0.001). - The variable "vent cannibalism" showed an association with light intensity (p = 0.040) and litter depth (p = 0.021). - Cannibalism of the toes was associated with relative air humidity (p = 0.050) and litter depth (p = 0.039). - For the variable "mixed herd" significant correlations with the relative air humidity (p = 0.011), litter depth (p = 0.049) and litter structure (p = 0.017; p = 0.003) has been observed. The present thesis has shown that feather pecking is a relevant problem already during the rearing phase. Feather pecking and cannibalism were indeed frequently observed during the laying period at the investigated farms. This study also shows that under certain housing conditions it might be possible to keep non-beak-trimmed hens without the occurrence of behavioural problems.
Legehennen, Klimafaktoren, nicht-schnabelkupiert, Federpicken, Kannibalismus, laying hen, climate factors, non-beak-trimmed, feather pecking, cannibalism
Hammes, Adriane
2017
German
Universitätsbibliothek der Ludwig-Maximilians-Universität München
Hammes, Adriane (2017): Haltung unkupierter Legehennen in alternativen Haltungssystemen unter Berücksichtigung der Tiergesundheit und des Stallklimas. Dissertation, LMU München: Faculty of Veterinary Medicine
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Abstract

Ziel dieser Arbeit war es, zu untersuchen, ob in Legebetrieben ein Zusammenhang zwischen ausgewählten Stallklimafaktoren und der Tiergesundheit besteht und durch Optimierung der Stallklimaparameter eine Reduktion des Auftretens von Federpicken und Kannibalismus, besonders bei nicht-schnabelkupierten Legehennen, erzielt werden kann. Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen des Projektes „Maßnahmen zur Verbesserung des Tierschutzes bei Legehennen in Praxisbetrieben“ durchgeführt. Das Projekt wurde aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz über das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL), sowie des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten gefördert. Die Daten der vorliegenden Arbeit wurden in einer Feldstudie in 16 konventionellen Legebetrieben (Bodenhaltung und Freiland) in Bayern und in den dazu gehörenden Aufzuchtbetrieben erhoben. Die Betriebe wurden während der Aufzuchtphase zwischen der 9. und 13. und der 15. und 20. Lebenswoche und während der Legephase zwischen der 30. und 33., der 44. und 48. und der 62. und 68. Lebenswoche besucht. Bei den Betriebsbesuchen wurde im Rahmen der Bonitur bei jeweils 30 nicht-schnabelkupierten Jung- bzw. Legehennen pro Herde das Integument auf Gefiederschäden und Hautverletzungen beurteilt. Die Beurteilung erfolgte nach einem Schema in Anlehnung an GUNNARSSON (2000) verändert nach NIEBUHR et al. (2009) sowie nach LAYWEL-EU (2004). Insgesamt wurden in den Aufzuchtbetrieben 14 Gruppen nicht-schnabelkupierter (Versuchsgruppe) und 9 Gruppen schnabelkupierter (Kontrollgruppe) Hennen bonitiert; in den Legebetrieben waren es 17 nicht-schnabelkupierte und 6 schnabelkupierte Gruppen. Die untersuchten Legelinien umfassten bei den „Braunlegern“ die Legelinien „Lohmann Brown“ und „Bovan Brown“ und bei den „Weißlegern“ die Legelinien „Lohmann Selected Leghorn“ und „Dekalb White“. Einige der Betriebe hielten zwei Legelinien in einer sogenannten „gemischten Herde“. Zusätzlich wurden die Daten der Stallklimaparameter Ammoniak, Beleuchtungsstärke, Temperatur, relative Luftfeuchtigkeit, Luftströmung, Staub sowie Einstreutiefen und -struktur erfasst. Für die statistische Auswertung von Gefiederschäden durch Federpicken wurden die Körperregionen „Hals dorsal“, „Rücken“ und „Flügeldecken“ und für kannibalistische Verletzungen die Körperregionen „Rücken“, „Stoß“, „Bauch“ ausgewählt. Die Verletzungen an der Kloake und Zehenoberseite wurden separat als „Kloakenkannibalismus“ bzw. „Zehenkannibalismus“ ausgewertet. In den Aufzuchtbetrieben waren in allen untersuchten Herden, unabhängig von Versuchs- oder Kontrollgruppen, Gefiederschäden bei einem Teil der Junghennen nachzuweisen. Bei einigen Herden war keine signifikante Verschlechterung des Gefiederstatus zwischen den beiden Betriebsbesuchen erkennbar; bei anderen hingegen zeigte sich eine signifikante Zunahme der Gefiederschäden (p ≤ 0,05). Der Anteil an betroffenen Junghennen einer Herde mit Gefiederschäden variierte zwischen 2 % bei dem ersten Betriebsbesuch bis zu 93 % beim zweiten Besuch zwischen den untersuchten Betrieben. Besonders auffallend war, dass bereits bei dem ersten Betriebsbesuch zwischen der 9. und 13. Lebenswoche in vier Versuchsgruppen der Anteil an Junghennen mit Gefiederschäden bei 50 % oder höher lag. Bei der unifaktoriellen Betrachtung zwischen Gefiederschäden und den erhobenen Stallklimaparametern konnte in der Aufzucht kein Zusammenhang nachgewiesen werden. In den Legebetrieben nahmen die Gefiederschäden mit zunehmendem Lebensalter der Legehennen zu; mit Ausnahme von zwei Versuchsgruppen zeigten alle anderen untersuchten Herden bereits bei dem zweiten Betriebsbesuch eine signifikante Zunahme der Gefiederschäden (p ≤ 0,05). Zwar lag bei den meisten Betrieben der Mittelwert der Gefiederscores einer Herde noch über 10 Punkten, allerdings war bei einigen dieser Herden der Anteil an Hennen mit schweren Gefiederschäden sehr hoch. Eine Abnahme der mittleren Gefiederscores zwischen dem ersten und dritten Betriebsbesuch war für alle Versuchs- und Kontrollgruppen signifikant nachzuweisen (p ≤ 0,001). Nicht nur die Ausprägung der Gefiederschäden, sondern auch der Anteil an Hennen mit schweren Gefiederschäden in einer Herde nahm sowohl in den Versuchs- als auch in den Kontrollgruppen im Verlauf der Legephase deutlich zu. Lediglich drei Versuchsgruppen wiesen bei dem dritten Betriebsbesuch keine oder nur geringe prozentuale Anteile an Hennen mit schweren Gefiederschäden auf. Ebenso wie bei den Gefiederschäden variierte der Anteil an Hennen mit kannibalistischen Verletzungen an „Rücken / Stoß / Bauch“ zwischen den einzelnen Betrieben sehr. So wurde bereits bei dem ersten Betriebsbesuch Kannibalismus in vier Versuchsgruppen beobachtet. Bei drei dieser Herden stieg der Anteil an Hennen mit kannibalistischen Verletzungen bei dem zweiten Betriebsbesuch deutlich an (60 %); bei dem dritten Besuch nahm der Anteil an verletzten Hennen wieder ab; dies könnte durch einen Abgang der Tiere durch Versterben erklärbar sein. Auch Kloakenkannibalismus konnte bei den drei Betriebsbesuchen beobachtet werden. Dabei zeigten fünf Versuchs- und eine Kontrollgruppe keine Verletzungen an der Kloake. Der höchste Anteil lag bei 20 % bei dem dritten Betriebsbesuch. Lediglich eine Versuchs- und eine Kontrollgruppe waren frei von Zehenkannibalismus. Alle anderen Herden zeigten bei einem oder mehreren Betriebsbesuchen Verletzungen an der Zehenoberseite. Bei der unifaktoriellen Betrachtung zeigten sich folgende signifikante Zusammenhänge bei einem oder mehreren Betriebsbesuchen: - Die Variable „Gefiederschäden“ war signifikant mit Verletzungen an „Rücken / Stoß / Bauch“ (p = 0,008; p ≤ 0,001), Kloakenkannibalismus (p = 0,011; p = 0,002), relativer Luftfeuchtigkeit (p = 0,021) und mit „gemischten Herden“ (p = 0,035; p ≤ 0,011) assoziiert. - Signifikante Zusammenhänge zeigten sich zwischen Verletzungen an „Rücken / Stoß / Bauch“ und den Faktoren Beleuchtungsstärke (p = 0,021), Temperatur (p = 0,032), relative Luftfeuchtigkeit (p = 0,006) und „gemischte Herde" (p ≤ 0,001; p = 0,031; p ≤ 0,001). - Für die Variable „Kloakenkannibalismus“ konnte ein Zusammenhang zwischen der Beleuchtungsstärke (p = 0,040) und der Einstreutiefe (p = 0,021) beobachtet werden. - Zehenkannibalismus war mit der relativen Luftfeuchtigkeit (p = 0,050) und mit der Einstreutiefe (p = 0,039) assoziiert. - Für die Variable „gemischte Herde“ zeigten sich signifikante Zusammenhänge mit der relativen Luftfeuchtigkeit (p = 0,011), Einstreutiefe (p = 0,049) und Einstreustruktur (p = 0,017; p = 0,003). In dieser Arbeit konnte gezeigt werden, dass Federpicken ein relevantes Problem schon während der Aufzuchtphase darstellt. Federpicken und Kannibalismus wurden in der Legeperiode bei den untersuchten Betrieben zwar häufig beobachtet, allerdings zeigte sich auch, dass es unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, nicht-schnabelkupierte Hennen zu halten, ohne dass o.g. Verhaltensstörungen auftreten müssen.

Abstract

The aim of this study was to investigate whether a relationship between selected indoor housing climate factors and animal health in laying farms exists and a reduction in the occurrence of feather pecking and cannibalism, especially in non-beak-trimmed laying hens, can be achieved by optimizing these climate parameters. The present thesis was carried out within the project "Measures to improve animal welfare of laying hens in farms". The project was funded by the Bavarian State Ministry for the Environment and Consumer Protection via the Bavarian State Office for Health and Food Safety and the Bavarian State Ministry for Food, Agriculture and Forestry. The data of the present examination was collected in a field study in 16 conventional laying farms in Bavaria (aviary systems and free range) and their associated rearing farms. The farms were visited during rearing between the 9 to 13 and the 15 to 20 week of age and during the laying period between the 30 to 33, the 44 to 48 and the 62 to 68 week. As part of the scoring the integument was judged at each 30 non-beak-trimmed hens per flock according to plumage damage and skin injuries within the visits. The evaluation was made according to a scheme based on GUNNARSSON (2000), modified by NIEBUHR et al. (2009) and LayWel-EU (2004). A total of 14 groups of non-beak-trimmed (experimental group) and 9 groups of beak-trimmed (control group) hens were rated during rearing; in laying farms 17 non-beak-trimmed and 6 beak-trimmed groups were investigated. The investigated layer strains of brown egg laying breeds encompassed the laying lines "Lohmann Brown" and "Bovan Brown"; the layer strains of white egg laying breeds included the lines "Lohmann Selected Leghorn" and "Dekalb White". Some of the farms held two laying lines in mixed herds. In addition, indoor housing climate parameters as ammonia, light intensity, temperature, relative air humidity, air flow, dust and litter depth and structure were recorded. For the statistical analysis of plumage damage by feather pecking the body regions "neck posterior", "back" and "wing cases" were inspected, for the analysis of cannibalistic injuries the regions "back", "tail" and "abdomen" were examined. The injuries to the cloaca and the topside of the toes were evaluated separately as "vent pecking" or "cannibalism of the toes". During rearing all investigated flocks, regardless of experimental or control groups, contained pullets with plumage damage. Some flocks did not show a significant deterioration of the plumage status between the two visits; in others, however, there was a significant increase in feather damage (p ≤ 0.05). The proportion of affected pullets in a flock that showed feather damage varied between 2 % in the first visit up to 93 % in the second visit between the studied farms. It was particularly striking that already during the first visit between 9 to 13 weeks of age four experimental groups showed a proportion of pullets with feather damage of 50 % or higher. Using mono-factorial statistical methods no correlation has been detected during rearing between feather damage and the housing climate parameters that were collected in this study. The feather damage during the laying period increased with increasing age of the laying hens; with the exception of two experimental groups all other investigated flocks have already shown a significant increase of plumage damage during the second visit (p ≤ 0.05). While most flocks showed an average score of the plumage still higher than 10 points, however, in some of these herds, the proportion of hens with severe feather damage was very high. A decrease in the average plumage scores between the first and third visit was evident for all experimental and control groups (p ≤ 0.001). Not only the intensity of plumage damage, but also the proportion of hens with severe feather damage in a flock increased significantly in both, the experimental and the control groups during the laying period. Only three experimental groups showed no or only small percentages of hens with severe feather damage in the third visit. As with the feather damage the proportion of laying hens with cannibalistic injuries on "back / tail / abdomen" varied a lot between the farms. So cannibalism was observed in four experimental groups already during the first visit. In three of these herds the percentage of hens with cannibalistic injuries increased significantly during the second visit (60 %); at the third visit, the proportion of injured hens took off again; this could be explained by a departure of the animals by decease. Also vent cannibalism has been observed during all three visits. Five experimental and one control group showed no injuries to the vent. The highest proportion was 20 % of injured hens during the third visit. Only one experimental and one control group did not show cannibalism of the toes. All other flocks showed injuries to the toes during one or more visits. Using mono-factorial statistical methods the following significant correlations during one or more visits were observable: - The variable "feather damage" was significantly associated with injury of the "back / tail / abdomen" (p = 0.008; p ≤ 0.001), vent cannibalism (p = 0.011; p = 0.002), relative air humidity (p = 0.021) and mixed herds (p = 0.035; p ≤ 0.011). - Significant correlations were found between injuries of the "back / tail / abdomen" and the light intensity (p = 0.021), temperature (p = 0.032), relative air humidity (p = 0.006) and mixed herds (p ≤ 0.001; p = 0.031; p ≤ 0.001). - The variable "vent cannibalism" showed an association with light intensity (p = 0.040) and litter depth (p = 0.021). - Cannibalism of the toes was associated with relative air humidity (p = 0.050) and litter depth (p = 0.039). - For the variable "mixed herd" significant correlations with the relative air humidity (p = 0.011), litter depth (p = 0.049) and litter structure (p = 0.017; p = 0.003) has been observed. The present thesis has shown that feather pecking is a relevant problem already during the rearing phase. Feather pecking and cannibalism were indeed frequently observed during the laying period at the investigated farms. This study also shows that under certain housing conditions it might be possible to keep non-beak-trimmed hens without the occurrence of behavioural problems.