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Tan, Esther (2015): Effects of differently sequenced classroom scripts on transformative and regulative processes in inquiry learning. Dissertation, LMU München: Fakultät für Psychologie und Pädagogik
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Abstract

Kooperatives Forschendes Lernen hat sich empirisch als ein effektiver Instruktionsansatz für die Förderung des naturwissenschaftlichen Denkens bewährt. Obwohl Forschung zur Orchestrierung von Sozialformen im Unterricht zeigt, dass diese einen wichtigen Einfluss auf die Qualität von Lernprozessen, wie Kommunikations- und Interaktionsprozessen, und damit auf die Lernergebnisse von Gruppe und einzelnen Lernenden hat, wurde im Bereich des Forschenden Lernens die Verteilung und Abfolge von individuellen und kooperativen Lernaktivitäten bislang jedoch kaum untersucht. Basierend auf Erkenntnissen zu Scaffolding, Fading, Productive Failure und dem ICAP-Rahmenmodell wird in der vorliegenden Arbeit der Einfluss zweier Unterrichtsskripts auf die transformativen und regulativen Prozesse des forschenden Lernens bei Individuen und Gruppen untersucht. Das eine Unterrichtsskript sieht die Abfolge „Plenum-Kleingruppe-Individuum“ vor (PKI-Skript), das andere wechselt vom Plenum über die individuelle Ebene zur Kleingruppenebene (PIK-Skript). Transformationsprozesse beziehen sich dabei auf wissensgenerierende Prozesse, während regulative Prozesse meta-kognitive Prozesse darstellen. Deskriptiv zeigten sich unterschieden zwischen den beiden Bedingungen: Lernende mit dem PKI-Skript zeigten mehr und intensivere individuelle transformative Prozesse, z.B. während bei der Datenauswertung und beim wissenschaftlichen Schlussfolgern. Lernende mit dem PIK-Skript zeigten hingegen mehr transformative und regulative Prozessen auf der Gruppenebene. Lernende, die mit diesem Skript arbeiteten, zeigten mehr und intensivere Grounding-Aktivitäten, die das gemeinsame Verständnis und das Entstehen eines Common Ground förderten. Dementsprechend zeigten sich hier auch häufiger intensivere transformative Prozesse auf der Gruppenebene.

Abstract

Collaborative inquiry learning has been empirically proven to be an effective instructional approach to foster students’ scientific literacy. However, there is little research on the coordination of individual and collaborative activities during inquiry learning which could shape the quality of communication and interaction, and consequentially, individual and group learning outcomes. Research has indicated that classroom orchestration (i.e., distribution and sequencing of activities) could have profound effect on learning processes and outcomes. Premised on theories of scaffolding, fading, productive failure and the ICAP (interactive, constructive, active and passive) framework on different activity types, this study investigates the effects of two differently sequenced classroom scripts on the individual and group transformative and regulative processes in inquiry learning. Transformative processes refers to processes that yield knowledge and regulative processes are meta-cognitive processes. Descriptive statistics suggest that the Plenary-Small Group-Individual (PSI) script transition facilitated better individual engagement in transformative processes such as generating of evidence and the drawing of conclusions, whereas the Plenary-Individual-Small Group (PIS) script condition fostered better transformative and regulative processes for the group. Establishing shared understanding and forging common grounds through grounding and high-level grounding was more prevalent in this script condition, which also accounted for more occurrences of high-level transformative processes at the group level.