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Siebenhütter, Stefanie (2016): Raum-Konzeptualisierungen im südostasiatischen Areal: Laotisch, Thai, Khmer und Vietnamesisch. Dissertation, LMU München: Fakultät für Sprach- und Literaturwissenschaften
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Abstract

Es wird die Hypothese aufgestellt, dass die Sprachen des zentralen südostasiatischen Festlands ein ‚konzeptuelles Areal‘ bilden. Ziel der Studie ist es, dieses Areal auf der semantischen Ebene statischer räumlicher Vorstellungen nachzuweisen. Das Areal wird als klassischer Sprachbund angenommen, der trotz starker genetischer Diversität besteht und sich insbesondere durch den Kontakt nicht verwandter Sprachen entwickelte. Zu diesem Zweck wird – basierend auf den Elizitierungsmethoden Topological Relations Picture Series (TRPS) und Toy Series – die konzeptuelle Seite statischer räumlicher Relationen der südostasiatischen Festland-Sprachen Thailändisch, Laotisch, Vietnamesisch und Khmer analysiert. Die Bedeutungsebene dieser zentralen Festland-sprachen wird anhand von Stichproben mit einigen Kontrollsprachen, insbesondere Indonesisch, Chinesisch und Burmesisch sowie weiteren südostasiatischen Sprachen, verglichen. Die aufgedeckten Parallelitäten auf der konzeptuellen Ebene räumlicher Sprache in den untersuchten südostasiatischen Sprachen deuten auf ein ‚konzeptuelles‘ Sprachareal Mainland Southeast Asia (MSEA) hin, das als idealer Sprachbund bezeichnet werden kann. Überprüft werden neben Überschneidungen auf der Signifié-Seite auch Parallelitäten der Kodierungs-Möglichkeiten (Ausdrucksseite) von statischen Raumrelationen. Die Datenauswertung zeigt beachtliche Parallelitäten auf der semantischen Ebene, die mittels Textdatenauswertung bestätigt werden können. Damit belegt die Untersuchung die eingangs aufgestellte Hypothese. Das MSEA-Areal ist auf der Ebene räumlicher Konzepte, die zum Teil auf konzeptueller Entlehnung basieren, nachweisbar. Aufgrund der Studienergebnisse kann das ‚konzeptuelle Areal‘ Festland Südostasien, für die vier untersuchten Sprachen auf der Ebene von Raumrelationen als idealer Sprachbund MSEA nachgewiesen werden.

Abstract

It is hypothesized that the languages of central Mainland Southeast Asia form a conceptual linguistic area. The aim of the study is to identify this area on the semantic level of static spatial concepts. Despite strong genetic diversity, the area is assumed to be an excellent example of a classical Sprachbund. The area developed accordingly, especially through the contact between unrelated languages spoken in central Mainland Southeast Asia. For this purpose the conceptual side of static spatial relations of the Southeast Asian languages Thai, Lao, Vietnamese and Khmer will be analyzed. Methodologically, the study is based on the combination of elicitating methods such as interactive interviews and corpus research. The semantics of the central mainland languages Thai, Lao, Vietnamese and Khmer are compared by sampling, along with some control languages, particularly Indonesian, Chinese and Burmese as well as other Southeast Asian languages. The uncovered parallels of spatial language on the conceptual level in the four Southeast Asian languages indicate that Mainland Southeast Asia (MSEA) is a conceptual language area. The data analysis shows remarkable parallels on the semantic level that can be confirmed by means of text data analysis. The MSEA area is provable at the level of spatial concepts that are based in part on a conceptual borrowing. Based on the results of the study, with regard to the four studied languages and at the level of space relations the conceptual area Mainland Southeast Asia can therefore be confirmed as an ideal Sprachbund MSEA.